Faust Kapitelzusammenfassung
"Faust" von Goethe zu verstehen, ist gar nicht so leicht. Wir haben die Szenen für dich zusammengefasst! | Foto: Eskemar/Getty Images
Autor

25. Mär 2019

Hannah Essing

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Faust Kapitelzusammenfassung: Goethes "Faust" im Überblick!

Faust: Einstieg und Überblick

"Faust. Eine Tragödie" von Johann Wolfgang von Goethe ist eines der bedeutendsten und auch bekanntesten literarischen Werke in der deutschen Geschichte. Veröffentlicht wurde die Tragödie 1808. Im Mittelpunkt stehen Doktor Heinrich Faust und Mephistopheles, auch Mephisto genannt, der Teufel. Angesiedelt ist die Handlung im frühen 16. Jahrhundert, genau datierbar ist sie aber nicht. Auch ein genauer Ort wird nicht genannt, die Schauplätze wechseln. Jedoch wird in der Szene in Auerbachs Keller Bezug auf Leipzig genommen.

Die Handlung lässt sich in zwei Themenkomplexe gliedern: einerseits in die sogenannte "Gelehrtentragödie" und andererseits in die Tragödie Margaretes oder Gretchens.


Einleitung zu "Faust – der Tragödie erster Teil": Drei Prologe

Das Gedicht "Zuneigung"

Vor Beginn des Stücks steht ein Klagegedicht, eine Elegie. In diesem spricht der Dichter vom Schaffungsprozess des Stücks, wobei er sich in Gedanken über den Verlust von Gefährten und der ersten Liebe verliert.

Vorspiel auf dem Theater

Personen: Direktor, Theaterdichter, Lustige Person

Im zweiten Prolog unterhalten sich ein Direktor, ein Theaterdichter und eine lustige Person – also ein Schauspieler – darüber, was ein gelungenes Theaterstück ausmacht. Das Gespräch entwickelt sich zu einem Streit, da alle drei unterschiedliche Schwerpunkte haben. Das vorliegende Stück soll schließlich einen Kompromiss für alle darstellen.

Prolog im Himmel

Personen: Der Herr, die himmlischen Heerscharen, nachher Mephistopheles, die drei Erzengel

Zu Beginn des Prologs im Himmel preisen die drei Erzengel Raphael, Gabriel und Michael die Werke des Herren, was von Mephisto verspottet wird. Außerdem lästert er ausgiebig über die Menschen. Gott wiederum lobt den Gelehrten Faust, woraufhin Mephisto dem Herrn eine Wette anbietet: Er will Faust vom rechten Weg abbringen.

Gott erlaubt Mephisto zwar, Faust auf Abwege zu führen. Der Wette stimmt Gott aber laut dem Reclam-Lektüreschlüssel zu "Faust" von Mario Leis nie zu. Stattdessen vertraut Gott darauf, dass Faust sich nicht verführen lässt.


Faust Kapitelzusammenfassung: "Nacht"

Personen: Faust, später Erdgeist und Wagner

Faust steckt in einer tiefen Krise, was seine wissenschaftlichen Erkenntnisse angeht, er wünscht sich, "dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält."  Obwohl er normalerweise der Wissenschaft vertraut, beschwört er nun einen Erdgeist, um sich mit der Natur verbundener zu fühlen. Doch er hält die Erscheinung des Geistes kaum aus und wird von ihm verhöhnt.

Nachdem der Geist wieder verschwunden ist, klopft der Student Wagner an Fausts Tür. Die kurze Unterhaltung mit dem konservativen Wagner lässt Faust vollständig verzweifeln.

Resigniert und hoffnungslos möchte er sich mit Gift das Leben nehmen, wird jedoch von dem Läuten der Osterglocken davon abgehalten. Diese erinnern ihn an glücklichere Tage, an seine Kindheit und geben ihm neue Hoffnung, so dass er das Gift nicht austrinkt.

Zusammenfassung: "Vor dem Tor"

Personen: Spaziergänger aller Art, Faust, Wagner

Am nächsten Tag, dem Ostersonntag, gehen Faust und Wagner gemeinsam spazieren und mischen sich unter das gewöhnliche Volk. Die Szene gibt einen guten Überblick über die Gesellschaft, indem Bürger, Bauern, Studenten, Handwerksburschen, Soldaten, Bürgertöchter und Mägde auftreten. In der Szene wird schnell klar, dass Faust von der ganzen Bevölkerung wegen seiner medizinischen Verdienste verehrt wird.

In der Unterhaltung zwischen Faust und Wagner wird seine innerliche Zerrissenheit sichtbar. Auf dem Spaziergang folgt ihnen außerdem ein schwarzer Pudel, Faust nimmt ihn mit nach Hause.

Der Teufelspakt: Szene "Studierzimmer"

Personen: Faust, Mephisto

Faust übersetzt den Anfang des Johannes-Evangeliums ins Deutsche, während der Pudel immer unruhiger wird. Aufgebracht beschwört Faust ihn mit Zaubersprüchen, woraufhin der Pudel sich zu dem Teufel Mephisto verwandelt. Daher stammt der berühmte Ausruf "Das war also des Pudels Kern!".

Im sogenannten Teufelspakt bietet Mephisto Faust seine Dienste an, im Austausch dafür verlangt er die Seele von Faust. Dieser erhofft sich Erfüllung und Lebensglück von dem Deal und stimmt zu.

Szene "Auerbachs Keller in Leipzig"

Personen: Studenten, Faust, Mephisto

Vier Studenten im Keller versuchen mit Witzen und Scherzen die Stimmung aufzulockern. Faust und Mephisto gesellen sich zu ihnen, damit der Teufel dem Doktor das leichte Leben zeigen kann. Mephisto zaubert den Studenten Wein, der sich schließlich in Feuer verwandelt. Die Studenten greifen Mephisto daraufhin an, doch er kann sie mit seinen magischen Kräften aufhalten und ihm und Faust gelingt die Flucht. Die Studenten bleiben verstört zurück. Einer der Studenten ist sich sicher, Mephisto auf einem Fass zur Tür reiten gesehen zu haben.

Die Verjüngungskur: "Hexenküche"

Personen: Faust, Mephisto

Mephisto führt Faust in eine Hexenküche, wo dieser einen Trank bekommt, der ihn verjüngt und der dafür sorgt, dass ihm jede Frau begehrenswert erscheint. In einem Spiegel erblickt Faust eine wunderschöne Frau, deren Anblick ihn sofort verzaubert.

Faust Kapitelzusammenfassung: Straße (I) – Begegnung mit Gretchen

Personen: Faust, Mephisto, Margarete

In der Stadt begegnet Faust der jungen Margarete, die gerade von der Beichte kommt. Er bietet ihr seine Begleitung an, doch sie ist schüchtern und bescheiden und lehnt ab. (Faust: "Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, meinen Arm und Geleit ihr anzutragen?" Margarete: "Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleit nach Hause gehen.")

Verzaubert von ihr fordert Faust von Mephisto, dass er Margarete zu seiner Geliebten macht. Mephisto sagt, er solle sich gedulden, sorgt aber dafür, dass Faust ein Geschenk in Margaretes Zimmer hinterlegen kann.

Faust schenkt Margarete Schmuck: Szene "Abend"

Personen: Margarete, Faust, Mephisto

Margarete flechtet sich in ihrem Zimmer die Haare und denkt über Faust nach, den sie wegen seiner Erscheinung für einen Edelmann hält. Als sie das Zimmer verlässt, treten Mephisto und Faust ein. Faust schickt Mephisto fort und allein gelassen träumt er von Margarete.

Mephisto tritt erneut ein und warnt Faust, dass Margarete zurückkommt. Sie verstecken das Geschenk für Margarete und verschwinden so schnell es geht. Sie findet verwundert den für sie hinterlassenen Schmuck und legt ihn an, ehe sie sich im Spiegel betrachtet.

Szene "Spaziergang"

Personen: Faust, Mephisto

Mephisto berichtet Faust wütend, dass Margarete ihrer Mutter von dem Schmuck berichtet und diese ihn der Kirche übergeben hat. Doch er sagt auch, dass Margarete pausenlos an den Schmuck denkt und daran, wer ihn für sie wohl versteckt haben könnte. Faust will von Mephisto, dass dieser mehr Schmuck besorgt und zudem Margaretes Nachbarin zu einer Komplizin macht.

Faust Kapitelzusammenfassung: "Der Nachbarin Haus"

Personen: Marthe, Margarete, Mephisto

Margaretes Nachbarin Marthe ist allein in ihrem Haus und denkt an ihren abwesenden Mann und wie einsam sie sich ohne ihn fühlt. Sie ist unsicher, ob er noch lebt oder tot ist und hätte darüber gerne Gewissheit.

Margarete kommt zu Besuch, um ihr ihren neuen Schmuck zu zeigen und Marthe rät ihr, diesen zuerst einmal vor ihrer Mutter zu verstecken und nur heimlich in Marthes Haus zu tragen.

Mephisto überreicht Marthe die Nachricht, dass ihr Mann tot sei. Bei einem abendlichen Treffen in Marthes Garten will er einen zweiten Zeugen mitbringen, der diese Nachricht bestätigt. Er bittet Margarete, auch anwesend zu sein.

Szene "Straße (II)"

Personen: Faust, Mephisto

Faust und Mephisto treffen sich auf der Straße wieder, Faust erkundet sich nach den Fortschritten in Bezug auf Margarete. Er ist begeistert, dass er sie am Abend bei Marthe treffen wird. Allerdings zögert er damit, den Tod von Marthes Ehemann zu bezeugen, ohne sicher zu wissen, ob dieser tot sei. Doch Mephisto kann ihn überzeugen.

Liebesgeständnis: Szene "Garten"

Personen: Faust, Margarete, Mephisto, Marthe

Die vier Personen treffen sich in Paaren in Marthes Garten. Faust und Margarete kommen sich näher und gestehen sich ihre Zuneigung.


Faust Kapitelzusammenfassung Garten


Der Kuss zwischen Faust und Margarete: "Ein Gartenhäuschen"

Personen: Faust, Margarete, Mephisto

Mephisto unterbricht Faust und Margarete, als sie sich im Gartenhäuschen küssen. Sie bleibt allein zurück, während Faust und Mephisto gehen, und fragt sich, was Faust an ihr finden könnte.

Diese Szene ist die einzige, in der explizit beschrieben wird, dass sich die beiden nahe kommen. Weitere Körperlichkeiten werden sozusagen nur außerhalb der Szenen ausgetauscht, abseits vom Leser oder Zuschauer.

Kann Faust die Tragödie noch abwenden? Szene "Wald und Höhle"

Personen: Faust, Mephisto

Faust zieht sich allein in den Wald zurück. Er dankt dem Erdgeist für die Erfüllung seiner Wünsche und erklärt, dass er sich nun der Natur näher fühle als vorher. Gleichzeitig erkennt er seine wachsende Abhängigkeit von Mephisto.

Mephisto kommt dazu und erweckt weiter das Verlangen nach Gretchen in Faust. Faust denkt, dass die Verführung von Gretchen unvermeidlich ist.


Faust Kapitelzusammenfassung Szene Wald und Höhle


Szene "Gretchens Stube"

Personen: Gretchen

Gretchen sitzt allein zu Hause und sehnt sich nach Faust.

Die Gretchenfrage: "Marthens Garten"

Personen: Margarete, Faust

Faust und Margarete treffen sich erneut im Garten der Nachbarin und sie stellt ihm die berühmte Gretchenfrage: "Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?". Er weicht der Frage aus und reagiert abweisend. Als sie gehen muss, ist Faust traurig und niedergeschlagen und wünscht sich ein paar Stunden mit Gretchen allein. Er gibt ihr ein Schlafmittel, das sie ihrer Mutter verabreichen soll. Erst später stellt sich heraus, dass dieses tödlich ist.

Vorausdeutung? Szene "Am Brunnen"

Personen: Gretchen, Lieschen

Gretchen geht zum Brunnen, um Wasser zu holen und trifft dort Lieschen. Diese erzählt ihr von einem anderen Mädchen, das unverheiratet schwanger geworden ist und hat, anders als Gretchen, kein Mitleid mit ihr.  Wieder allein bereut Gretchen, dass sie früher solche Mädchen auch verurteilt hat, vor allem seit sie durch ihre Beziehung mit Faust sich selbst als Sünderin fühlt.

Bittgebet um Schutz: Szene "Zwinger"

Personen: Gretchen

Gretchen bringt dem Andachtsbild der Mater Dolorosa – also Maria, die um ihren Sohn Jesus trauert – Blumen. Sie bittet Maria, sie vor Schmach und Tod zu bewahren.

Der Tod des Bruders: Szene "Nacht, Straße vor Gretchens Türe"

Personen: Gretchens Bruder Valentin, Faust, Mephisto

Gretchens Bruder Valentin hat von der Verbindung zwischen Gretchen und Faust erfahren. Er sorgt sich um ihre Tugend und die Schande, die mit dem Verlust eben dieser verbunden ist. Er wartet nachts vor dem Haus auf den Verehrer seiner Schwester.

Faust und Mephisto planen derweil, den Kirchenschatz zu stehlen, um neuen Schmuck für Gretchen zu haben. Währenddessen bietet Mephisto sich an, Gretchen ein Lied zu spielen, um sie auf die gemeinsame Nacht einzustimmen. Doch Gretchens Bruder zerschlägt das Instrument. Mephisto stachelt Faust an und dieser ficht mit Valentin und ersticht ihn schließlich. Um einer Strafe zu entgehen, fliehen Mephisto und Faust aus der Stadt.

Der sterbende Valentin beschimpft Gretchen vor den Nachbarn als zuchtlos und stellt sie damit öffentlich bloß. Er prophezeit ihr nicht nur, dass sie ein uneheliches Kind bekommen, sondern auch, dass sie als Prostituierte enden wird. Er behauptet, sein Tod wäre Gretchens Schuld.

Gretchen ist schwanger: Kapitel "Dom"

Personen: Gretchen, böser Geist

Im Gottesdienst ermahnt ein böser Geist Gretchen, dass sie Schuld am Tod ihrer Mutter und ihres Bruders trage. Er bestätigt außerdem ihre Ahnung, dass sie schwanger ist. Als der Chor vom jüngsten Gericht singt, wird sie ohnmächtig.


Faust Kapitelzusammenfassung Gretchen Dom


Szene "Walpurgisnacht"

Personen: Faust, Mephisto, Hexen

Mephisto lockt Faust zur Walpurgisnacht auf den Blocksberg, wo sie Teil einer Hexenfeier werden. Die beiden tanzen mit zwei schönen Hexen, bis eine davon Faust an Gretchen erinnert. Um ihn abzulenken führt Mephisto Faust auf einen Hügel, auf dem ein Theaterstück stattfinden soll.

Szene "Walpurgisnachtstraum oder Oberons und Titanias goldne Hochzeit"

Personen: verschiedene Rollen

Ein "Stück im Stück" findet statt, das viele zeitgenössische Anspielungen enthält.

Faust hört Gretchens Schicksal: "Trüber Tag, Feld"

Personen: Faust, Mephisto

Monate später: Faust ist außer sich und macht Mephisto Vorwürfe, ihm verschwiegen zu haben, was inzwischen mit Gretchen passiert ist: Sie hat, von Faust allein gelassen, ihr neugeborenes Kind getötet und wartet nun im Kerker auf ihre Hinrichtung.

Mephisto erinnert Faust daran, wer von ihnen Gretchen in ihr Verderben geführt hat. Er versucht vergeblich, Faust davon abzuhalten, in die Stadt zurückzukehren. Letztendlich kann er jedoch nur versprechen, die Wächter zum Schlafen zu bringen und Zauberpferde zu besorgen, Gretchen zu befreien müsse Faust aber selbst.

Nacht, offen Feld

Personen: Faust, Mephisto

Faust und Mephisto reiten auf schwarzen Pferden und passieren den Hinrichtungsplatz. Sie sehen schwebende Wesen, welche Mephisto als Hexenzunft erkennt.

Letzte Szene von Faust I: "Kerker"

Personen: Gretchen, Faust

Als Faust in den Kerker eindringt, glaubt Gretchen zuerst, ihren Henker vor sich zu haben. Doch als sie ihn erkennt, ist sie zerrissen zwischen ihrer Liebe und der Angst vor weiterer Verdammnis. Faust will sie zur Flucht bewegen, doch sie weigert sich, da sie nicht noch weiter ins Verderben gestürzt werden möchte. Letztlich übergibt sie sich in die Hände Gottes.

Mephisto drängt Faust dazu, aus dem Gefängnis zu verschwinden und sagt, Gretchen sei gerichtet. Vom Himmel ertönt eine Stimme, die vermutlich Gott gehört, die sagt, dass Gretchen gerettet sei. Daraufhin fliehen Mephisto und Faust gemeinsam.


 "Faust: Der Tragödie erster Teil" gibt es auch als Reclam Hörbuch auf Spotify:

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