Dass oder das? Wir erklären es dir!

Elena Weber - 18.08.2022

Dass oder das? Schüler /innen am Laptop

Dass oder das? Diese Frage ist eigentlich ganz leicht zu beantworten. | Foto: Drazen Zigic / Getty Images

Dass oder das? Eine ganz einfach Frage

Literaturepochen? Kann man auswendig lernen. Gedichtanalyse? Irgendwas kann man immer schreiben. Konjunktiv I und II? Klappt schon irgendwie nach Gefühl. Aber dass oder das? Das ist die Frage, die immer wieder für Grübeleien sorgt – oder für ziemlich viele Zeichenfehler in der Deutschklausur. Damit dein Heftrand in der nächsten Klausur weniger rot ist, erklänenren wir dir hier, welche Kommaregeln sich hinter dass und das verbergen und wie du dir merken kannst, ob du dass oder das verwenden musst.

Dass oder das: Was ist das eigentlich?

Ein Wort, zwei Schreibweisen  – und damit zwei ganz verschiedene Wörter mit unterschiedlicher grammatischer Funktion. Bei das mit einem S handelt es sich um einen Artikel oder ein Pronomen, bei dass um eine Konjunktion. Was das im Einzelnen bedeutet, erklären wir dir im Folgenden.

Das mit einem S

Das ist ein Artikel oder ein Pronomen. Im Vergleich zu dass ist es leicht zu erkennen und bereitet in puncto Rechtschreibung weniger Probleme.

Das als Artikel

Ein Artikel ist ein Begleiter, der vor einem Nomen steht. Seine Funktion ist es, Geschlecht, Fall und Anzahl eines Substantivs anzuzeigen. Er gibt dir also Informationen darüber, ob das Nomen männlich, weiblich oder Neutrum ist, ob es im Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ steht und ob es sich um Einzahl oder Mehrzahl handelt. Unterscheiden kannst du zwischen unbestimmten und bestimmten Artikeln. Unbestimmte Artikel sind ein und eine, bestimmte Artikel sind der, die und das

Das als Pronomen

Pronomen bedeutet übersetzt "für ein Nomen" oder "Fürwort",  woraus sich die Funktion dieses Wortes sehr gut ableiten lässt: Ein Pronomen steht anstelle eines Nomens – für ein Nomen eben. Es ersetzt dieses und wird entsprechend dekliniert, also je nach Genus (Geschlecht), Numerus (Anzahl) und Kasus (Fall) verändert.

Die deutsche Grammatik kennt eine Vielzahl von Pronomen, zum Beispiel Personalpronomen (ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie), Possessivpronomen (mein, dein, sein, unser etc.), Demonstrativpronomen (dieser, jenes) oder Indefinitpronomen (etwas, nichts, man, jemand). Für die Das-Frage sind aber nur die sogenannten Relativpronomen relevant. Relativpronomen leiten einen Relativsatz ein. Ein Relativsatz ist ein bestimmte Nebensatzart wie zum Beispiel diese hier:

Das sind alle Bücher, die Bartosz in nur einem Monat gelesen hat.

Ihr bester Freund, der sie schon ihr ganzes Leben begleitet, möchte nach Australien auswandern.

Das Haus am Ende der Straße, das schon lange unbewohnt ist, soll abgerissen werden.

Wie du sehen kannst, wird der Relativsatz, also der Teil nach dem Komma, mit der, die und das eingeleitet. Diese drei Wörter haben hier nicht die Funktion eines Artikels (denn sie stehen ja nicht vor einem Nomen), sondern die eines Relativpronomens. Sie stehen anstelle eines Nomens und beziehen sich auf das Nomen im Hauptsatz (Bücher, Freund, Haus).

MERKE:

Das ist ein Artikel oder ein Relativpronomen. Du schreibst es nur mit einem S.

Das mit Doppel-S

Während es ziemlich klar ist, dass du das mit einem S schreibst, wenn es sich um einen Artikel handelt, beginnen die Schwierigkeiten, sobald das Komma ins Spiel kommt. Zwar leitet ein Das nach dem Komma meist einen Nebensatz ein. Dabei handelt es sich jedoch nicht automatisch um einen Relativsatz. Das bedeutet: Nicht jedes das nach einem Komma ist ein Relativpronomen und wird mit einem S geschrieben. In manchen Fällen musst du das Das mit Doppel-S schreiben. Das ist dann der Fall, wenn es sich um eine Konjunktion handelt.

Eine Konjunktion ist ein Bindewort. Es hat die Aufgabe, Haupt- und Nebensatz miteinander zu verbinden. Du kennst viele dieser kleinen Wörter: aber, obwohl, indem, weil, da – und dass. Bei einem Das mit Doppel-S handelt es sich immer um eine Konjunktion. Sie begegnet dir zum Beispiel in Sätzen wie diesen:

Es nervt mich, dass du mir nie richtig zuhörst.

Dass es heute regnet, macht mir nichts.

Ich denke, dass das keine gute Idee war.

Alternativ kannst du dir auch merken, dass dass nie in vollständigen Hauptsätzen ohne Komma stehen kann – denn ohne Nebensatz kein dass.

MERKE:

Dass ist eine Konjunktion. Du schreibst sie immer mit Doppel-S.

Dass oder das? Die beste Eselsbrücke

So viel zur Theorie. In der Praxis musst du diese grammatikalischen Details nicht zwangsläufig kennen. Denn um zu entscheiden, ob du jetzt das oder dass verwenden musst, kannst du auf einen ganz simplen Trick zurückgreifen:

MERKE: Kannst du das nicht durch dieses, jenes oder welches ersetzen, schreibst du dass.

Das Beste daran vorweg: Diese Methode funktioniert immer! Wie aber sieht sie nun konkret aus? Das ist ganz easy. Du schaust einfach, ob du anstelle des Das auch dieses, jenes oder welches einsetzen kannst. Hört der Satz sich dann immer noch richtig an, schreibst du das. Funktioniert der Satz dann nicht mehr, schreibst du dass.

Hier einige Beispiele:

  1. Das Meerschweinchen hat viel Freilauf. -> Dieses Meerschweinchen hat viel Freilauf.✔️
  2. Das Mädchen, das im Hof spielt, wohnt nebenan. -> Das Mädchen, welches im Hof spielt, wohnt nebenan.✔️
  3. Das Haus am Ende der Straße, das schon lange unbewohnt ist, soll abgerissen werden. -> Das Haus am Ende der Straße, welches schon lange unbewohnt ist, soll abgerissen werden.✔️
  4. Das war echt nett von dir. -> Dies war echt nett von dir.✔️
  5. Es nervt mich, dass du mir nie richtig zuhörst. -> Es nervt mich,  welches/dieses/jenes du mir nicht richtig zuhört.❌
  6. Dass es heute regnet, macht mir nichts. -> Dieses/Jenes/Welches es heute regnet, macht mir nichts  ❌
  7. Ich denke, dass das keine gute Idee war. -> Ich denke, welches/dieses/jenes das keine gute Idee war ❌

Gut zu wissen

 In manchen Büchern findest du noch die Schreibweise "daß". Diese Form ist veraltet und wird seit der Rechtschreibreform nicht mehr verwendet. Heute "daß" zu schreiben ist ein Rechtschreibfehler. 

Dass oder das: Übungen

Zwischen das und dass zu unterscheiden, ist, wie du siehst, gar nicht so schwer, da du eine zuverlässige Kontrollmöglichkeit hast, die wirklich immer funktioniert. Je mehr Routine du dabei hast, desto leichter fällt es dir und du wirst merken, dass sich dir die Frage "dass oder das?" bald gar nicht mehr stellt. Wir haben dir einige Übungssätze zusammengestellt, die dir dabei helfen.

Übungen als PDF herunterladen.

FAQ: Häufige Fragen zu dass und das

Wann schreibt man das oder dass nach dem Komma?

In vollständigen Sätzen ohne Kommata steht immer das. Dass steht nur an Satzanfängen oder direkt nach einem Komma, wenn es einen Nebensatz einleitet. Dass kann kein Nomen begleiten oder es ersetzen. Welches, jenes und dieses können das ersetzen, jedoch niemals dass.

Was kommt zuerst: das oder dass?

Dass ist eine Konjunktion und leitet immer einen Nebensatz ein. Das steht als Artikel oder Pronomen und kann immer durch dieses, jenes oder welches ersetzt werden.

Wann schreibt man dass mit zwei S?

Du schreibst das mit zwei S, wenn es sich um eine Konjunktion handelt. Oder anders gesagt: Wenn es nicht durch dieses, jenes oder welches ersetzt werden kann.

Dass oder das? Ein Überblick

  • Dass oder das sind Wörter mit unterschiedlicher grammatischer Funktion.
  • Bei das handelt es sich um einen Artikel oder ein Relativpronomen. 
  • Bei dass handelt es sich um eine Konjunktion.
  • Folglich leitet dass immer einen Nebensatz ein. Du findest es also nur in Sätzen mit Komma. 
  • Merke dir: Kannst du das nicht durch dieses, jenes oder welches ersetzen, schreibst du es dass. Diese Methode funktioniert immer.

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