Equals - Euch gehört die Zukunft
Nia (Kristen Stewart) und Silas (Nicholas Hoult) waren Gefühle lange fremd | Foto: Koch Film
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07. Nov 2016

Ann-Christin Kieter

Filme

Equals – Euch gehört die Zukunft

Science-Fiction-Drama mit Kristen Stewart

Eine Krankheit bringt Emotionen zurück

Was wäre, wenn man Wut, Angst und Trauer nicht mehr spüren würde? Eigentlich eine nette Vorstellung, oder? Aber auch dann noch, wenn die positiven Emotionen wie Liebe und Glück ebenfalls fehlen? In der Welt der Equals, irgendwo und irgendwann in der Zukunft, wurden tatsächlich alle menschlichen Gefühle komplett gelöscht, nachdem die Wissenschaft herausgefunden hat, dass sie für sämtliche Katastrophen verantwortlich sind und die Bevölkerung nur ohne diese Störfaktoren friedlich miteinander leben kann. 

Die seltsame Krankheit "SOS" jedoch ruft genau diese längst vergessenen Empfindungen wieder hervor. Auch Illustrator Silas (Nicholas Hoult) und seine Arbeitskollegin Nia (Kristen Stewart) stecken sich an und fühlen plötzlich sich zu einander hingezogen. Um zu überleben, müssen die beiden aus dem System ausbrechen, in dem sie leben. Schließlich werden Menschen wie sie von der Regierung nicht akzeptiert.

Wie "Die Insel" – aber mit deutlich weniger Action

Ein Paar, das irgendwie anders ist, sich gegen sein Umfeld auflehnt und flüchten muss … Ein bisschen erinnert die Story an den Sci-Fi-Thriller "Die Insel" aus dem Jahr 2005, in dem Ewan McGregor und Scarlett Johansson feststellen, dass sie nur als Organ-Ersatzteillager für ihre reichen Sponsoren gezüchtet wurden. Auch die sterile Umgebung und die monotone Kleidung sind in beiden Filmen gleich. Doch das war es dann auch mit den Gemeinsamkeiten. "Equals" basiert eher auf einer ganz ruhigen Erzählung mit wenig Tempo – wobei leider auch die Spannung auf der Strecke bleibt. Selbst die Szenen, in denen Nia und Silas aufzufliegen drohen, sind ziemlich unspektakulär, sodass man als Zuschauer zu keinem Zeitpunkt eine echte Bedrohung spürt. Statt gefährlichen Verfolgungsjagden gibt es sanfte Belehrungen, welche Folgen ihre Zuneigung haben wird.


Equals Kristen Stewart

Stewart und Hoult überzeugen

Besonders in den ersten 60 Minuten setzt Regisseur Drake Doremus auf Zurückhaltung, fängt kleine Gesten wie Augenaufschläge und Lippenzucken geschickt mit der Kamera ein, um die erst langsam wieder aufkommenden Gefühle auszudrücken. Eine Sex-Szene ist eine Art Wendepunkt, ab dem langsam auch ein paar warme Farben ins Spiel kommen. Passend zu den fehlenden Emotionen ist zuvor alles ständig in ein kühles Blau getaucht.   

Böse Zungen könnten behaupten, die Rolle der Nia sei der oft abwesend dreinblickenden und emotionslos redenden Kristen Stewart wie auf den Leib geschnitten. Und tatsächlich, der "Twilight"-Star überzeugt mit seiner Schauspielleistung. Da dürfte der Filmemacher auch nicht lange traurig gewesen sein, dass von Jennifer Lawrence, die das Drehbuch ebenfalls bekommen hat, keine Zusage kam. Der männliche Gegenpart, Nicholas Hoult, macht seine Sache dabei ebenfalls gut, die Interaktion der beiden ist sehr stimmig.




Fazit zu "Equals"

Filmisch gesehen ist nichts gegen "Equals" einzuwenden. Wer sich also auch mal nur über stimmige Bilder und starke Hauptdarsteller freuen kann, sollte sich die leider etwas öde Dystopie trotzdem anschauen. Wer hingegen hauptsächlich auf der Suche nach einem spannenden Plott und viel Action ist, sollte lieber die Finger davon lassen.


Equals DVDUNICUM Filmtipp

Equals – Euch gehört die Zukunft

Sci-Fi-Drama, Dystopie, USA 2015

Regie: Drake Doremus

Darsteller u.a.: Kristen Stewart, Nicholas Hoult, Guy Pearce, Jacki Weaver

Verleih: Koch Films

Heimkinostart: 10. November 2016

Mehr Infos unter: facebook.com/EqualsTheMovie/

Online bestellen (Amazon): Equals

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3.43 von 5 Sternen bei 79 Bewertungen.

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