Aufsatz schreiben: Darauf kommt es an!

Elena Weber - 15.09.2021

Aufsatz schreiben gemeinsam

Überleg dir vor dem Schreiben, was du im Aufsatz sagen willst. | Foto: Armin Rimoldi / Pexels

Aufsatz schreiben: Die Basis des Deutschunterrichts

Schon in der Grundschule scheiden sich die Geister: Es gibt die einen, die seitenlang darüber schreiben können, was sie am Wochenenden gemacht haben. Und es gibt die anderen, die nicht mal einen Anfang finden und gar nicht so recht wissen, was sie denn da eigentlich zu Papier bringen sollen. Aufsatz schreiben ist eben nicht jedermanns oder jederfraus Sache. Wichtig für den Deutschunterricht sind Aufsätze trotzdem.

Denn auch wenn du nicht der oder die geborene Geschichtenerzähler /-in bist, erlernst du durch das kreative Schreiben Fähigkeiten, die du nicht nur für Deutsch im Abitur brauchst: Gedichtanalysen, Kurzgeschichten interpretieren oder einen Essay schreiben – das Schreiben von Texten begegnet dir während deiner Schulzeit in vielen Formen. Oder anders gesagt: Du kommst eh nicht drumherum. Auch wenn dir diese eher anaylstischen Texte weniger frei und so gar nicht kreativ erscheinen: Assoziatives Schreiben ist auch hier wichtig. Und genau das lernst du beim Aufsatz schreiben. Was einen guten Aufsatz ausmacht und mit welchen Tipps er dir garantiert gelingt, erfährst du hier.

Definition

Beim Aufsatz handelt es sich um eine schriftliche Ausarbeitung eines bestimmten Themas. Als Sammelbegriff für unterschiedliche Texte bezeichnet er eine schriftliche Auseinandersetzung. Diese kann fiktional oder faktual sein. Das bedeutet, dass du dich in deinem Aufsatz mit literarischen oder wissenschaftlichen Fragestellungen beschäftigen kannst, etwa wie in einem Essay. Ein Aufsatz kann aber auch daraus bestehen, eine Geschichte zu schreiben.Insgesamt dient ein Aufsatz der Übung und Schulung des Denkvermögens, der Abstraktionsfähigkeit, der Kreativität, dem assoziativen Schreiben sowie der Erweiterung der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit. Daher gibt es den Aufsatz in allen Jahrgangsstufen.

Formen von Aufsätzen

Aufsätze begegnen dir während deiner Schulzeit in verschiedenen Formen. In der Grundschule lernst du sie meist als Gesichten schreiben kennen. Später setzt du dich in deinen Texten dann auch mit nichtfiktionalen Inhalten wie Textsorten verschiedener literarscher Gattungen auseinander. Die häufigsten Formen von Schulaufsätzen sind:

Die Interpretation

Einer Interpretation liegt immer ein vorgegebener Text zugrunde. Das kann zum Beispiel ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder ein Auszug aus einem Buch sein. Eine besonders große Rolle bei einer Interpretation spielen rhetorische Mittel. Aber auch die Besondehreiten der einzelnen Textsorten, wie etwa Reimschema und Metrum bei einem Gedicht, sollten unbedingt in einer Analyse berücksichtigt werden. Außerdem musst du die zu interpretierende Stelle in den Gesamtkontext einordnen. Dabei sollte auch der zeitliche Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: Wann wurde das Gedicht geschrieben? Welche politischen Ereignisse fanden zu der Zeit statt? Wo lebte der Autor? Hierfür ist es wichtig, dass du mit den verschiedenen Literaturepochen und ihren Besonderheiten vertraut bist. Nur so kannst du unterscheiden, ob der vorliegende Text beispielsweise aus der Weimarer Klassik oder dem Biedermeier stammt.Für deine Analyse macht das einen großen Unterschied.

Deine Interpretation baust du entweder chronologisch oder thematisch auf. Bei einer chronologischen Ordnung bearbeitest du alle sprachlichen Mittel und sonstigen Auffälligkeiten in der Reihenfolge, wie sie auch im vorliegenden Text erscheinen. Bei der thematischen Ordnung bildest du Themenblöcke aus deinen Stichpunkten und arbeitest diese nacheinander ab. Wichtig ist, dass du nicht nur die einzelnen Punkte nennst, sondern auch immer analysierst. Unabhängig davon folgst du immer dem festgelegten Aufbau Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Die Erörterung

In einer Erörterung stellst du deinen Standpunkt zu einem bestimmten Thema dar. Entweder ist die Erörterung frei oder textgebunden. Bei beiden Formen, formulierst du in der Einleitung deines Aufsatzes die Hauptfragestellung (zum Beispiel "Ist das Turbo-Abi sinnvoll?") und erörterst im Hauptteil Pro- und Kontra-Argumente. Jedes Argument wird dabei mit einer These eingeleitet ("Das Turbo-Abi ermöglicht einen frühen Berufseinstieg"), durch weitere Argumente gefestigt und mithilfe von Beispielen verdeutlicht. Im Schlussteil greifst du die konkrete Fragestellung aus der Einleitung wieder auf und gibst in einer kritischen Stellungnahme deine eigene Meinung dazu ab.

Bei einer textgebundenen Erörterung hast du einen Text vorliegen, der sich mit einer bestimmten Fragestellung beschäftigt und schon verschiedene Argumente aufweist. Wie bei einer Interpretation musst du aus dem Text die rhetorischen Mittel herausfiltern und deuten. Außerdem solltest du bei der textgebundenen Erörterung die Argumentationsweise des Autors erläutern. Sind die Thesen schlüssig und die aufgeführten Argumente mit passenden Beispielen belegt? Desweiteren fügst du eigene Argumente an und gibst eine persönliche Stellungnahme ab. Bei der freien Erörterung hingegen schreibst du zu einem vorgegebenen Thema. Das Finden von Pro- und Kontraarguemnten sowie ihr stimmiger Aufbau liegt hier bei dir.

Die Charakterisierung

Bei einer Charakterisierung stellst du eine Person aus einer Schullektüre dar. Beachte dabei das äußere Erscheinungsbild, die soziale Situation, bestimmte Eigenarten der Person, die Denkweise, Gefühle und den Umgang mit anderen Personen. Alle Merkmale, die die Person aufweist, sollten in der Charakteristik vorkommen. Durch Zitate kannst du deine Charakterisierung belegen. Am Ende des Aufsatzes kannst du deine eigene Einschätzung zu der Person abgeben und beispielsweise herausarbeiten, welchen Einfluss der Charakter auf die gesamte Handlung hat.

Wie bei allen Aufsätzen, die du im Deutschunterricht schreibst, ist auch hier wieder die Einteilung in Einleitung, Hauptteil und Schluss wichtig.

Weitere Infos

Wenn du die verschiedenen Aufsatzarten noch einmal ausführlich wiederholen möchtest, fidnest du hier weiterführende Informationen.

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Vorbereitung

Wild drauf loszuschreiben bringt genau so wenig, wie stundenlang vor einem leeren Blatt zu sitzen. Die Vorbereitung ist das A und O eines guten Aufsatzes. Bevor du mit dem Schreiben anfängst, überlegst du dir, was du genau in den Aufsatz schreiben und damit aussagen willst. Da in einer Klausur das Thema vorgegeben ist, machst du dich zu Beginn mit der Thematik und Aufgabenstellung vertraut. Bei einer Hausaufgabe kann es auch mal sein, dass du dir selbst ein Thema ausdenken kannst. Wähle dann ein Thema, mit dem du dich schon gut auskennst und das dich wirklich interessiert. Es ist immer leichter, etwas zu bearbeiten, an dem du auch Interesse hast.

Anschließend machst du dir Gedanken über die konkreten Inhalte und schreibst stichpunktartig deine Gedanken zu der Thematik auf. Wenn dein Aufsatz einen vorliegenden Text behandelt, musst du diesen unbedingt mehrmals durchlesen, bevor du mit der richtigen Bearbeitung anfängst. Danach untersuchst du ihn auf sprachliche Auffälligkeiten und filterst alle rhetorischen Mittel heraus. In Stichpunkten notierst du dir die Bedeutung der Stilmittel und weitere Gedanken zu dem Thema. Eine Mind Map kann helfen, die Stichpunkte zu strukturieren. Übrigens: Es ist nicht schlimm, wenn dir zu manchen sprachlichen Mitteln keine genaue Bedeutung einfällt. Konzentriere dich auf die Dinge, die dir sofort auffallen und die du auch interpretieren kannst. Es ist besser, wenige Stilmittel genau zu analysieren und die Bedeutung für den Text zu erklären, als möglichst viele Auffälligkeiten zu nennen, aber nicht zu deuten. Wenn du dann mit dem Thema gut vertraut bist und deine Stichpunkte grob geordnet hast, kannst du anfangen zu schreiben.

Aufbau

Egal ob Erörterung, Gedichtanalyse oder Essay – ein Aufsatz folgt immer einem klaren Aufbau, den es zu berücksichtigen gilt. Denn nicht nur deine inhaltichen Ausführungen werden bewertet. Auch die foramlen Aspekte fließen in deine Note ein. Deswegen solltest du dich beim Aufsatz schreiben an folgende Gliederung halten:

  • Einleitung: In der Einleitung führst du den Leser oder die Leserin an das Thema des Aufsatzes heran und versorgst ihn oder sie mit den wichtigsten Informationen. Dazu gehört die Art des Aufsatzes (Interpretation, Erörterung oder ähnliches) und wenn du dich auf einen anderen Text beziehst, auch den Autor, das Erscheinungsjahr und eine kurze Inhaltsangabe. Analysen und deine eigene Meinung haben in der Einleitung nichts zu suchen. Wichtig: Halte dich so kurz wie möglich! Die Einleitung sollte nie mehr als fünf bis zehn Prozent des ganzen Aufsatzes einnehmen.
  • Hauptteil: Der Hauptteil ist das Herzstück des Aufsatzes. Die wichtigsten Handlungen, sämtliche Deutungen und Erklärungen gehören in diesen Teil. Achte darauf, sprachliche Auffälligkeiten nicht nur zu benennen, sondern auch zu analysieren. Deine eigene Meinung darf noch nicht zum Ausdruck kommen.
  • Schluss: Wie die Einleitung, darf auch das Ende nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des gesamten Aufsatzes ausmachen. Du fasst deine Ergebnisse kurz und knapp zusammen und gibst deine eigene Meinung preis. Wichtig: Es dürfen keine neuen Erkenntnisse hervorgebracht werden. Ein knackiger Schlusssatz mit der wichtigsten Erkenntnis aus dem Hauptteil rundet deinen Aufsatz ab. 

Tipps: So gelingt das Schreiben

  • Beachte die Form des Aufsatzes.
  • Schreibe abwechslungsreich, indem du zum Beispiel variable Satzanfänge nutzt und Wortwiederholugen vermeidest.
  • Achte auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
  • Lies deinen Aufsatz am Ende noch einmal durch.
  • Schreiben lässt sich üben: Je öfter du schreibst, desto mehr trainierst du deine sprachliche Ausdrucksfähigkeit.
  • Viel lesen hilft: Gerade, wenn du Probleme mit dem variablen Schreiben hast, trägt Lesen dazu bei, deinen Ausdruck zu verbessern.
  • Merke dir Formulierungen: Wenn du eine Formulierung liest, die dir gefällt, merke sie dr und baue sie in deinen Text ein.

FAQ: Häufige Fragen zum Aufsatz schreiben

Wie schreibe ich einen guten Aufsatz?

Bei einem guten Aufsatz kommt es auf verschiedene Aspekte an. Zum einen spielt hier die Art des Aufsatzes eine Rolle: Handelt es sich um eine Erörterung, eine Charakterisierung oder die Interpreation eines Dramenauszugs? Zum anderen geht es um deine inhaltiche und formale Gestaltung: Ist dein Aufsatz in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert? Gehst du auf alle relevanten Aspkete in Bezug auf Form und Inhalt ein? Und drückst du dich sprachlich versiert und flexibel aus? Denn auch deine sprachliche Leistung sowie Orhtografie und Rechtschreibung werden bewertet..

Wie schreibe ich einen spannenden Aufsatz?

Wenn es darum geht, einen spannnenden Aufsatz zu schreiben, wirst du wahrscheinlich die Aufgabe haben, eine Geschichte zu schreiben. Denn bei textbasierten Aufsatzformen wie einer Gedicht- oder einer Sachtextanalyse geht es nicht darum, spannend zu schreiben. Bei fiktionalen Texten musst du auf andere Gestaltungsmöglichkeiten zurückgreifen. Hier sind beispielsweise Aspekte wie die Erzählperspektive, wörtliche Rede oder die Verwendung starker Verben und Adjektive sowie der Einsatz sprachlicher Mittel wichtig.

Der Aufsatz im Überblick

  • Aufsätze gibt es in verscheidenen Formen.
  • Aufsätze können faktual oder fiktional sein.
  • Bei Aufsätzen mit Textbezug gibt es eine klare Gliederung mit Einleitung, Hauptteil und Schluss.
  • Bereite deinen Aufsatz vor und mache dir im Vorfeld Notizen.
  • Beachte beim Schreiben deinen eigenen sprachlichen Ausdruck sowie Rechtschreibung und Zeichensetzung.

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