Abischnitt ausrechnen
Den Abischnitt zu berechnen, kann kompliziert sein. Zum Glück gibt es Hilfsmittel! | Foto: Astarot/Getty Images
Autor

05. Feb 2019

Marie Menke

Abitur lernen

Abischnitt berechnen: So gehst du vor!

Abischnitt: Was ist das eigentlich?

Der Abischnitt ist die Durchschnittsnote deines Schulabschlusses. Es zählen aber nicht nur die Abiprüfungen: Auch die Noten, die dir deine Lehrer in den Halbjahren der Oberstufe geben, spielen eine Rolle. Auf welche Fächer du hier deinen Schwerpunkt legst, solltest du dir deshalb gut überlegen, denn auch das beeinflusst deinen Notendurchschnitt: Die Halbjahresnoten, die du zum Beispiel in Leistungskursen bekommst, zählen doppelt. Auch die Noten aus den Abiturprüfungen zählen mehrfach. Kompliziert ist das Berechnen der Durchschnittsnote aber nicht nur, weil die Noten unterschiedlich gewichtet werden, sondern auch weil es große Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt.

Abischnitt berechnen mit Hilfe von Abirechnern

Ein Beispiel: Schüler, die in Nordrhein-Westfalen ihr Abitur machen, zählen die Halbjahresnoten aus ihren Grundkursen einfach, die Halbjahresnoten aus ihren Leistungskursen doppelt und die Noten aus ihren Abiturprüfungen fünffach zusammen. Das heißt, dass du die Halbjahresnoten aus deinen Leistungskursen mit zwei multiplizierst, bevor du sie mit den anderen Noten addierst. Vorsicht bei den Grundkursen: Von den 32, die du bis zum Abi belegen musst, zählen nur 27 in deinen Abischnitt. Die Gesamtpunktzahl, die du erhältst, ist einer Note zugeteilt: Ab 768 Punkten gibt es eine 1.0. Nicht bestanden hast du mit weniger als 280 Punkten.

Eben weil es so kompliziert ist, hat sich das Internet eine einfache Lösung einfallen lassen: Verschiedene Abischnitt-Rechner lassen dich dein Bundesland auswählen, deine Noten eintragen und spucken dir ganz unkompliziert deinen Abischnitt aus. Den Rechner vorab schon einmal mit den Noten testen, die du für realistisch hältst, lohnt sich, um böse Überraschungen zu vermeiden – oder sich vorab schon einmal über positive Überraschungen zu freuen!


Hier findest du eine Auswahl an Abirechnern:

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Warum ist der Abischnitt wichtig?

Das Abi ist deine Eintrittskarte ins Studium. Je nach Studiengang kann es aber von deinem Abischnitt abhängig sein, was du studieren darfst. Im Wintersemester 2018/19, also in dem Semester, das im Oktober 2018 begann, waren 41 Prozent aller deutschen Studiengänge zulassungsbeschränkt. Das bedeutet, dass sie einen Numerus Clausus, kurz NC, hatten. Bei der Bewerbung ist der jedoch nur ein Richtwert: Liegt der NC zum Beispiel bei 2,5 bedeutet das, dass du im vorherigen Semester eine 2,5 gebraucht hättest, um zugelassen zu werden.

Der NC gibt aber keine Auskunft darüber, wie schwer ein Studium ist. Ein Studiengang, dessen NC bei 1,3 liegt, muss nicht schwieriger sein als ein Studiengang, den du auch mit einem Abischnitt von 3,2 studieren kannst. Stattdessen geht es um Angebot und Nachfrage: Wenn sich mehr Abiturienten auf einen Studiengang bewerben, als die Uni Studienplätze anbieten kann, entscheidet sie nach verschiedenen Kriterien, wer die begehrten Plätze bekommt.

Eines dieser Kriterien ist der Abischnitt. Ein NC bedeutet also, dass es im letzten Semester mehr Bewerber als Studienplätze gab. Eine Uni kann den NC dabei senken oder anheben, indem sie mehr oder weniger Studienplätze als zuvor anbietet. Der NC kann aber auch steigen oder sinken, wenn sich die Bewerberzahlen verändern, weil der Studiengang beliebter oder unbeliebter wird.

Auch kann der Abischnitt eine Rolle spielen, wenn du nicht an die Uni möchtest: Für eine Ausbildung, ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst musst du dich zwar in den meisten Fällen schon bewerben, bevor dein Abizeugnis vorliegt. Dein zukünftiger Arbeitgeber wird trotzdem deine bisherigen Noten sehen wollen oder verlangen, dass du dein Abizeugnis später nachreichst.

Ob Uni, Ausbildung oder etwas anderes: Wenn du zufrieden bist mit deinem Abischnitt, lohnt es sich sowieso, ihn in deinem Lebenslauf aufzuführen. Auch beim Eintritt in das spätere Berufsleben ist es außerdem nicht unüblich, dass Arbeitgeber die Abiturzeugnisse ihrer Bewerber sehen möchten. Die Zahl, die auf deinem Abizeugnis steht, begleitet dich also noch eine Weile.

Abischnitt verbessern: Kann man noch etwas retten?

Aber nicht in Panik geraten, wenn in der 11. Klasse die Chemieklausur schiefging oder die mündliche Englischprüfung nicht dein Fall war: Es gibt ein paar Tricks, um den Abischnitt zu retten.

In der Mehrheit der Bundesländer ist es zum Beispiel möglich, eine sogenannte besondere Lernleistung abzulegen: Daraufhin wird entweder die mündliche Prüfung ganz gestrichen oder die Abiprüfungen zählen nur noch vier- statt fünffach in die Endnote. Eine besondere Lernleistung kann zum Beispiel sein, dass du ein Praktikum absolvierst, an einem Seminarkurs teilnimmst oder erfolgreich bei einem Wettbewerb auf Landes- oder Bundesebene mitmachst. Du wolltest schon immer mal bei "Jugend forscht" oder "Jugend gründet" dabei sein? Dann nichts wie los! Wie eine Reihe anderer Wettbewerbe auch lassen sich die nämlich über die besondere Lernleistung fürs Abitur anrechnen. Wichtig dabei: Sprich frühzeitig mit deinem Vertrauenslehrer oder Stufenkoordinator ab, welche Lernleistungen dir deine Schule anerkennt!

Ein weiterer Trick, der weniger Aufwand benötigt ist, auf der Zielgeraden nicht die Nebenfächer zu  vernachlässigen. Wenn es im letzten Halbjahr auf die Abiprüfungen zugeht, geraten die Fächer, in denen man keine Prüfungen ablegt, schnell in Vergessenheit. Oft erweist sich das als ein Fehler: Auch die Noten, die du dort bekommst, können einen großen Unterschied machen.

Und nicht zuletzt: für die Prüfungen lernen. Klingt selbstverständlich, ist es aber gar nicht. Wer zum Beispiel eher introvertiert ist und schlechte mündliche Noten erhält, weil er ungerne im Unterricht mitarbeitet, kann bei den Abiprüfungen den eigenen Schnitt noch weit nach oben reißen!

Abi: Was, wenn der Notendurchschnitt nicht gut genug ist?

Wenn du mit deinem Abischnitt nicht zufrieden bist, musst du nach dem Abi kreativ werden, um trotzdem den Studienplatz oder die Ausbildung zu bekommen, den du dir wünschst. Einige Wege führen um den Abischnitt herum: Universitäten in kleineren Städten sind zum Beispiel meist weniger beliebt als Großstädte und haben deshalb niedrige NCs, oft aber auch einen tollen Zusammenhalt und eine familiäre Atmosphäre unter den Studierenden!

Unis setzen außerdem nicht nur auf den NC: Wartesemester, also die Zeit, die seit dem Abitur vergangen ist, ohne dass du studiert hast, und die Ergebnisse von Auswahltests und Bewerbungsgesprächen können eine Rolle spielen. Um herauszufinden, welche Optionen deine Wunschuni bietet, durchsuchst du am besten ihre Webseite nach den Zulassungsregelungen.

Nicht zuletzt können auch private Hochschulen oder Universitäten im Ausland eine Option sein, bei der du auch ohne überdurchschnittlichen Abischnitt studieren kannst. Ein guter Abischnitt kann dir den Weg zu deiner Ausbildung oder deinem Studium damit zwar einfach machen, ohne verbaust du dir aber nicht deine Zukunft.

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