Konzentriert lernen
Wer sich rechtzeitig um die Organisation kümmert, lernt konzentrierter | Foto: Becca Tapert/Unsplash

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29. Jan 2018

Nina Weidlich

Abitur lernen

Konzentriert lernen: Fünf Tipps für mehr Aufmerksamkeit

Tipp 1 für konzentriertes Lernen: Organisiere deinen Arbeitsplatz

Bevor es ans konzentrierte Lernen geht, heißt es erst einmal: aufräumen! Ein ordentlicher Arbeitsplatz hilft dir dabei, dich auf das Wesentliche zu fokussieren. Dabei geht es aber nicht unbedingt darum, dass besonders wenig auf deinem Schreibtisch herumliegt, sondern, dass die richtigen Sachen in greifbarer Nähe sind. Dinge, die du nicht zum Arbeiten brauchst und die dich möglicherweise ablenken könnten, kommen in die Schublade.

Ausreichend Stifte zum Schreiben und Markieren, Notizblöcke, Post-Its, oder was du sonst noch zum Lernen benötigst, sollten dagegen in Reichweite liegen. Am besten überlegst du dir auch bereits am Abend vor dem Lernen, welche Bücher und Unterlagen du für die anstehende Lernsession am nächsten Tag benötigst und legst dir diese ebenfalls zurecht.

Tipp 2: Handy weg, Internet aus

Flugmodus einschalten, WLAN deaktivieren oder das Smartphone komplett ausschalten. Diese Maßnahmen sind ein guter Anfang gegen Prokrastination, reichen aber nicht aus – das haben Forscher der Universität von Texas im letzten Jahr herausgefunden. Ihre Studie zur Smartphone-Nutzung hat ergeben: Das Handy stört unsere Konzentration auch, wenn es ausgeschaltet neben uns liegt. Warum? Weil wir dann ständig daran denken, nicht an das Smartphone zu denken. Besser ist es, das Telefon in der Tasche zu verstauen, noch besser, es gleich in einem anderen Raum aufzubewahren.

Auch am Notebook solltest du die Internetverbindung ausschalten oder gleich das Netzwerkkabel entfernen. So kommst du gar nicht erst in Versuchung, im Internet zu surfen. Wenn es beim Lernen aber gar nicht ohne Internetrecherche geht, haben wir hier ein paar Tipps für dich, wie du trotzdem ungestört arbeiten kannst:

Internetseiten sperren

Setze Webseiten, die dich besonders oft ablenken (Facebook, YouTube, Newsseiten) vorübergehend auf den Index oder sperre sie komplett. Dazu gibt es verschiedene Programme und Add-Ons, zum Beispiel "Freedom" für den Mac, "LeechBlock "für Firefox oder "StayFocused" für Google Chrome. Damit kannst du selber bestimmen, welche Seiten während einer konzentrierten Lernphase für dich tabu sind.

YouTube-Einstellungen anpassen

Nutzt du YouTube, etwa um dir Lernvideos anzusehen, kannst du zumindest die automatische Wiedergabe ausschalten. Das verhindert, dass nach Ende des Videos sofort das nächste Filmchen abgespielt und du unnötig abgelenkt wirst. Die entsprechende Einstellung findest du rechts in der Spalte, in der dir ähnliche Videos angezeigt werden – entferne dort einfach den Haken für "Autoplay".

Wenn du extrem anfällig für Ablenkungen bist und auf Nummer sicher gehen willst, solltest auch deinen Such- und Wiedergabeverlauf auf YouTube löschen. Damit verringerst du die Gefahr, dass dir bereits auf der Startseite süße Katzenvideos angezeigt werden, die dich komplett in ihren Bann ziehen.

Offline-Notizen machen

Stößt du beim Lernen auf ein Problem, ist die Versuchung groß, mal eben in der WhatsApp- oder der Facebook-Gruppe nach Hilfe zu fragen. Damit ruinierst du nicht nur deine Konzentration (wenn man schon mal auf Facebook unterwegs ist, kann man ja auch noch schnell seinen Feed durchscrollen), sondern nimmst dir auch die Möglichkeit, selbst über Lösungen nachzudenken.

Schreibe Fragen, die während des Lernens aufkommen, also einfach auf ein separates Blatt Papier. Am besten nimmst du dafür einen Zettel in einer grellen Farbe, sodass du ihn zwischen deinen anderen Notizen schnell wiederfindest. Am Ende der Lerneinheit hast du auf einige Fragen vielleicht schon selbst eine Antwort gefunden. Die anderen kannst du jetzt an Freunde, Kommilitonen oder den Dozenten loswerden, ohne deine Konzentrationsphase zu unterbrechen.


TippAuch in den Pausen gilt das Internet-Verbot

Um deine Konzentration aufrecht zu erhalten, solltest du auch in den Pausen auf Ablenkung durch WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. verzichten.

Setze stattdessen lieber auf einen kleinen Spaziergang oder lenke dich mit leichter Hausarbeit ab. Alles, wofür du beide Hände benötigst, steigert die Merkfähigkeit!


Tipp 3: Setze Prioritäten

Bevor es an die eigentlichen Lerninhalte geht, ist es ratsam, sich erst einmal einen "Schlachtplan" zurechtlegen. Dafür solltest du dich fragen, was genau du für die Prüfung lernen musst und wie wichtig die jeweiligen Inhalte sind – das kannst du dann in einem Ranking festhalten.

Um herauszufinden, wie wichtig die besprochenen Inhalte für die Klausur sind, solltest du dir bereits im Unterricht oder während der Vorlesung Notizen machen: markiere dir Stellen, auf die dein Lehrer besonders intensiv eingeht oder notiere dir, wie viel Unterrichtszeit für die Themen draufgegangen ist. Das ist natürlich keine Garantie, kann aber für die grobe Einschätzung der Inhalte nützlich sein.

Eine solche Rangliste hilft dir außerdem, deine Aufmerksamkeit auf die wichtigen Themen zu lenken und dich besser darauf zu konzentrieren, was für die Prüfung relevant ist. Das ist besonders von Vorteil, wenn die verbleibende Zeit bis zur Klausur knapp wird. Außerdem kannst du mit dieser Technik deine Zeit sinnvoller einteilen: Für besonders wichtige und umfangreiche Themen solltest du mehr Zeit einplanen als für andere – auch, wenn sie vielleicht weniger interessant sind oder schwieriger von der Hand gehen.

Lernen Notizen

Tipp 4: Sorge für Abwechslung und Pausen

Beim Lernen wird zwischen zwei Arten unterschieden: dem "verteilten Lernen" und dem "massierten Lernen". Das massierte Lernen kennen wir auch unter dem Begriff "Bulimie-Lernen" – eine Methode, die vor allem aufgrund von Zeitmangel bei Schülern und Studenten beliebt ist. Bei dieser Methode versuchen wir, uns besonders viel Stoff in möglichst kurzer Zeit drauf zu schaffen – das ist aber leider genauso ineffektiv wie konzentrationsraubend.

Das verteilte Lernen ist viel effektiver: dabei geht es darum, die Inhalte in viele kleine Häppchen einzuteilen, die jeweils durch kurze Pausen voneinander getrennt werden. Dadurch bleibst du länger aufmerksam und beugst Müdigkeitsattacken vor. Die kurzen Lernabschnitte sorgen dafür, dass die Informationen im Langezeitgedächtnis abgespeichert werden.

Noch besser sitzt das Wissen, wenn du das zuvor Gelernte in den Pausen still wiederholst. Im nächsten Lernabschnitt geht es dann im Idealfall mit einem anderen Thema weiter. Wenn du nicht zwischen verschiedenen Themenbereichen oder Fächern switchen willst, kannst du auch die Art des Lernens variieren: zum Beispiel erst Vokabeln lernen, dann eine praktische Übung einlegen, danach wichtige Hintergrundinfos zum Thema zusammenfassen.

Tipp 5: Finde deinen Rhythmus

Abhängig vom individuellen Biorhythmus hat auch jeder von uns seinen eigenen Lernrhythmus – während die einen morgens Mühe haben, unbeschadet den Weg in die Dusche zu schaffen, sind die anderen in den frühen Morgenstunden schon besonders aktiv und können viel Wissen aufnehmen.

Hier gilt es, dass du dich selbst kennenlernst. Wenn du weißt, wann du am leistungsfähigsten bist, kannst du besonders intensive oder schwierige Lernblöcke in diese Zeiträume legen. In deinen schwächeren Phasen solltest du dann entsprechend Aufgaben erledigen, die dir leichter fallen oder in denen du bereits routiniert bist.

Aber auch in deinen leistungsfähigen Phasen gilt: Pausen nicht vergessen! Spätestens nach anderthalb Stunden sind 15-20 Minuten Pause notwendig, in denen du dich ein bisschen bewegst, frische Luft schnappst oder ein bisschen Brainfood zu dir nimmst.

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