Berufswahl
Der Traumberuf muss ein paar wichtige Kriterien erfüllen | Foto: g-stockstudio/Thinkstock

Zukunftsweiser

 

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05. Apr 2018

Nora Stankewitz

Zukunftsweiser

Ratgeber Berufsweg: 7 Faktoren, die du bei der Berufswahl beachten solltest!

Der Spaßfaktor

Mag sein, dass deine Eltern dir schon seit Monaten versuchen einzutrichtern, dass das Arbeitsleben kein Ponyhof ist und dass es mitnichten nur um Spaß geht. Gut, da haben sie irgendwie schon recht. Aber: Du solltest schon Gefallen daran finden, womit du dich in den nächsten Jahren beruflich beschäftigst. Ganz egal, ob du dafür eine Ausbildung machst oder erst studierst. Wie hilfreich ist wohl ein Krankenpfleger, wenn er den Umgang mit Menschen gar nicht besonders mag? Oder wie lange wirst du als IT-Profi  arbeiten, wenn du überhaupt nicht gerne vor der Kiste hockst? Lass die Finger von Studiengängen und Ausbildungen, bei denen du vorher schon merkst, dass der Spaßfaktor für dich bei null liegt, auch wenn es ein – wie Mama sagt – "anständiger" Beruf wäre.

Der Elternfaktor

Wenn der Schulabschluss ihrer Kinder näher rückt, mutieren auch Eltern gerne mal zu Nervenbündeln. Sie machen Druck, du mögest dich doch endlich mal um deine Zukunft kümmern. Ausbildung, Studium, Tierpfleger, Arzt. Oft haben sie schon konkrete Vorstellungen, was du machen könntest. Manchmal sind die Ideen gar nicht schlecht und ein erstes Hinweisschild auf deinem Weg. Schließlich kennen deine Eltern dich ziemlich gut. Versuche aber nicht, es ihnen einfach recht zu machen oder ihnen gar einen Wunsch zu erfüllen. Setzt euch lieber gemeinsam an den Tisch und höre dir ihre Vorschläge an und äußere auch unbedingt deine eigenen.



Der Ehrlichkeitsfaktor

Du stellst jetzt fest, dass du Spaß am Kochen hast, beim Lesen chinesischer Literatur oder beim heimischen WLAN-Hacken? Sehr gut. Das ist schon mal ein erster Schritt. Aber wenn du ehrlich zu dir bist, hast du auch Talent dafür? Oder bist du eher derjenige, der gerne isst, so tut, als ob er Mandarin kann, oder eigentlich nur die Eltern ärgern will?

Lies dir beispielweise Erfahrungsberichte von Köchen durch, studiere aktuelle Stellenausschreibungen oder unterhalte dich mal mit dem Koch aus deinem Lieblingsrestaurant. Bist du bereit, viele Jahre deines Lebens Doppelschichten zu schieben, immer nach Küche zu riechen und auch dann zu arbeiten, wenn andere feiern?

Der Freundesfaktor

Auch Freunde haben oft einen großen Einfluss darauf, was wir nach dem Abitur machen. Dein bester Kumpel geht zum Studieren nach Berlin. Party hard! Dann machst du das einfach auch? Ehrlich gesagt, das ist nicht so die beste Idee. Vielleicht stellst du dort fest, dass du weder große Städte magst noch 24/7 Party. Dann ist aber meistens schon viel Zeit und Geld verloren gegangen. Sei mutig und überprüfe, ob du nicht lieber deinen eigenen Weg gehen willst. Und keine Panik vor Fehlentscheidungen. Die passieren und sind kein Weltuntergang. Habe dann unbedingt den Mut, etwas Neues zu beginnen. Und wenn Berlin tatsächlich auch zu dir passt? Dann wird die Hauptstadt doch zusammen gerockt!

Der Geldfaktor

Auch wenn Kohle nicht alles im Leben ist, spielen die Gehaltsaussichten natürlich schon auch eine Rolle bei der Berufswahl. Zum Faktor Geld gehört allerdings noch ein anderer wichtiger Aspekt: nämlich die Frage, ob du dir deine gewünschte Berufsausbildung überhaupt leisten kannst. Nicht bei allen Ausbildungen bekommst du von Anfang an ein (ausreichendes) Gehalt und ein Studium kostet sehr viel mehr als nur die Studiengebühren. Ganz zu schweigen davon, wenn du von zuhause ausziehen musst. Mach dir einen Plan, was an Kosten auf dich zukommt! Und informiere dich rechtzeitig über Finanzierungsmöglichkeiten wie BAföG oder Studienkredite und ob dir deine Eltern unter die Arme greifen können.


Tipps Berufswahl


Der Instafaktor

Dir gefallen bestimmte Influencer, eine spezielle Art von Fotos oder bestimmte Motive? Auch das kann ein guter Hinweis sein, was dir liegt. Trotzdem gilt auch hier: Überprüfe, was der Post in der Realität hergibt. Interessiert du dich für Modepostings, weil du dich für Mode interessierst oder weil du gerne so aussehen würdest wie die Models? Interessieren dich Streetart-Posts, weil du dich für Kunst interessierst oder weil der Typ einfach bei all deinen Freundinnen angesagt ist? #Ehrlichkeitsfaktor. Sei neugierig und nutze das Netzwerk, um dir selbst Fragen zu stellen und zu recherchieren: Was siehst du? Was spricht dich daran an? Wie könnte es zu dem Foto gekommen sein? Wer könnte daran beteiligt sein? Welche Berufe könnten daran mitgewirkt haben?

Der Ich-will-aber-Faktor

Du bist überzeugt davon, Chemie zu studieren, weil du irgendwann mal neue Kosmetikprodukte für einen großen Beautykonzern kreieren willst. Du hast alle Faktoren überprüft und bleibst dabei, auch wenn es nicht dein Lieblingsfach in der Schule war. Du hast dein Berufsziel vor Augen. Dann kommen deine Eltern, Freunde und alle, die bei dir was zu melden haben, und erinnern dich an deine Drei in Chemie. Lass dich nicht unterkriegen!

Überprüfe deren Zweifel und Argumente und stelle deine eigene Überzeugung gegenüber. Was denkst du jetzt? Kommt deine Drei von absolutem Desinteresse oder weil einfach freitags in der ersten nichts in deine Birne geht und die Lehrerin einen totalen Knall hat? Überschätze die Schulnote nicht! Wie heißt es in dem "Schloss Einstein"-Song "Alles ist relativ" so schön: "Selbst Einstein hatte nur 'ne 4 in Mathe und war später mal total genial!" Wichtig ist, dass du dir die Sache gut überlegt hast und dahinterstehst.

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