Abi Studium
Nach dem Abi folgt ein Sprung in neue Abenteuer | Foto: Thinkstock/lzf
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23. Mai 2016

Kathrin Enenkel

Abi... und dann?

Mach was draus: Die Zeit zwischen Abi und Studium oder Ausbildung

Für Soziale

Freiwilliges soziales Jahr (FSJ), Bundesfreiwilligendienst (BFD) und Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ)

Rund 170.000 Einsatzplätze gab es in den letzten Jahren des Zivildienstes, die "Zivis" waren damit ein fester Teil der sozialen Infrastruktur. Besonders im sogenannten "Dienst am Menschen", zum Beispiel in Kindertagesstätten, Krankenhäusern oder Behinderteneinrichtungen, waren sie wichtige Helfer. Dass diese Einsatzplätze nach dem Wegfall des Zivildienstes nicht ersatzlos bleiben, ist das Werk des Bundesfreiwilligendienstes.

Der "Bufdi" (umgangssprachlich) wurde Mitte 2011 von der Bundesregierung ins Leben gerufen und bietet Frauen und Männern jeden Alters die Möglichkeit, sich im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz zu engagieren. Auf die drei Dienste BFD (Bundesfreiwilligendienst), FSJ (Freiwilliges soziales Jahr) und FÖJ (Freiwilliges ökologisches Jahr) verteilt, tun das aktuell um die 100.000 Freiwillige.

Beim FSJ arbeitet man unterstützend in einer gemeinwohlorientierten Einrichtung beispielsweise im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitspflege oder Kultur und Denkmalpflege. Mit der Abschaffung der Wehrpflicht wurde 2011 der BFD ins Leben gerufen, der sich allerdings wenig vom FSJ unterscheidet. Beispielsweise hat der BFD eine größere Spannbreite an Einsatzbereichen, aber kann nicht wie das FSJ auch im Ausland absolviert werden. Der Einsatzbereich des FÖJ ist die Natur und wird unter anderem im Rahmen der Landschaftspflege, bei Vogelschutzwarten oder Forstämtern absolviert.

Das Jahr startet bei den drei Optionen meistens am 1. August oder September und dauert mindestens sechs und höchstens 18 Monate, in der Regel jedoch genau ein Jahr. Die Freiwilligen erhalten während ihres FSJ Taschengeld und haben Anspruch auf eine Unterkunft und Verpflegung.

Weitere Infos:

Europäischer Freiwilligendienst

Ganz ähnlich dem FSJ, aber mit dem Fokus auf das europäische Ausland ist der Europäische Freiwilligendienst ausgestaltet, der zwischen 2 Monaten und einem Jahr dauert. So kann man beispielsweise in einem Kinderheim in Bulgarien oder einer kulturellen Institution in Luxemburg arbeiten – die Länderauswahl und das Projektspektrum sind umfassend und auch hier fallen in der Regel keine Kosten an.

Weitere Infos:

Weltwärts

Wer über die Grenzen der Europäischen Union hinausgehen möchte und sich für entwicklungspolitische Projekte interessiert, für den könnte "weltwärts" etwas sein. Der Freiwilligendienst des BMZ bietet Menschen zwischen 18 und 28 Jahren die Mitarbeit in einem Projekt in einem Entwicklungsland an. Die Dauer liegt zwischen 6 und 24 Monaten.

Weitere Infos:

Das sagt der Experte:

Soziales Engagement ist absolut keine vergeudete Zeit! Man tut etwas für die Gesellschaft und verbessert dabei noch seine social skills – was wiederum gut für den Lebenslauf ist.


Zeit nach Abi


Für Wissbegierige

Orientierungsstudium und Studium Generale

  • Die TU Berlin ermöglicht beispielsweise unter dem Namen "Mintgrün" ein einjähriges Orientierungsstudium in den MINT-Fächern, bei dem man ausprobieren kann, was einem liegt. Entscheidet man sich für eine Option, kann man sich die Kurse anrechnen lassen.
  • Am Leuphana-College in Lüneburg machen alle das erste Semester gemeinsam, welches aus Kursen vieler Fachbereiche besteht – allerdings hat man sein Hauptfach bereits vorher gewählt.
  • Am Leibniz-Kolleg in Tübingen hingegen studiert man ein Jahr lang Fächer in fast allen Disziplinen – von Natur-, Geistes- bis zu Rechtswissenschaften – und lebt währenddessen mit den etwa 50 anderen Studierenden zusammen.
  • Nach dem Abitur bietet das Salem Kolleg in einem Orientierungsjahr Einblicke in Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Das Angebot beinhaltet eine umfassende Studien- und Berufswahlberatung.

Freiwilliges wissenschaftliches Jahr

Das FWJ gibt es zurzeit an nur wenigen Orten und ist an der Medizinischen Hochschule Hannover und kooperierenden Institutionen verankert. Das FWJ gibt forschungsinteressierten Schulabgängern dort die Möglichkeit, Einblicke in die naturwissenschaftliche Forschung zu bekommen. Die Abiturienten arbeiten dabei ein Jahr lang in einem Projekt beispielsweise zu Stammzellen oder Impfstoffen. Da das FWJ in Hannover großen Erfolg hat, wollen nun immer mehr Hochschulen nachziehen.

Das sagt der Experte:

Diese Option eignet sich vor allem für diejenigen, die nicht wissen, was sie genau studieren sollen oder überprüfen wollen, ob ihnen die im Vergleich zur Schule viel komplexeren Fächer liegen.


Für Karrieristen

Praktika

Ein Praktikum nach der Schule bieten sich vor allem für die Personen an, die überprüfen wollen, ob ihr Traumjob tatsächlich der richtige ist. Des Weiteren wird für einige Studiengänge bereits im Voraus praktische Erfahrung verlangt. Allerdings wird man bei dem Absolvieren eines Praktikums vermutlich auch noch auf zusätzliche Geldquellen zurückgreifen müssen, da Schulabgänger mit keiner oder sehr geringen Vergütung rechnen müssen.

Das sagt der Experte:

Obwohl Praktika gut auf dem Lebenslauf aussehen, muss man beachten, dass sie zwischen Bachelor und Master angebrachter sind, da hochwertige Praktika (in Bezug auf Einkommen und Aufgaben) eher an Personen mit fortgeschrittener Semesterzahl vergeben werden.

Freiwilliger Wehrdienst

Obwohl die gesetzliche Wehrpflicht abgeschafft wurde, gibt es immer noch die Möglichkeit, nach dem Abitur für einige Zeit bei der Bundeswehr reinzuschnuppern. Der Freiwillige Wehrdienst kann je nach persönlicher Entscheidung bis zu 23 Monate dauern.

Das sagt der Experte:

Eignet sich vor allem für Personen, die eine Karriere bei der Bundeswehr anstreben und wissen möchten, ob sie mit den hierarchischen Strukturen klarkommen. Wer sich für einen Dienst ab 12 Monaten entscheidet, muss außerdem damit rechnen, auch für Auslandseinsätze eingesetzt zu werden.

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