Gymnasiale Oberstufe
Oberstufe: Der direkte Weg zum Abitur | Foto: Thinkstock/IPGGutenbergUKLtd
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01. Jul 2015

Simon Sperl

Auf einen Blick

Die Oberstufe

Mehr Selbstbestimmung, mehr Verantwortung

Die Oberstufe auf einen Blick

  • Beim Abitur nach 8 Jahren (G8) an der weiterführenden Schule entfällt die Einführungsphase auf die Jahrgangsstufe 10. Die Qualifizierungsphase umfasst die Stufen 11 und 12 und endet mit dem Abitur.
  • Solltest du an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule mit 9 Schuljahren (G9) sein, findet die Einführungsphase in der 11 statt und die Qualiphase in den Stufen 12 und 13.
  • Innerhalb von minimal zwei und maximal vier Jahren musst du die Zulassung zum Abitur erreichen. Ansonsten musst du die Schule ohne Abitur verlassen.

Die Einführungsphase – Neue Arbeitsmethoden

Bevor die Oberstufe mit der zweijährigen Qualifikationsphase zum Abitur so richtig losgeht, hast du erst einmal ein Jahr Zeit, dich zu orientieren. Während der Einführungsphase lernst du, selbstständiger zu arbeiten. Der Unterricht wird weniger vom Lehrer gestaltet, sondern maßgeblich von dir. Ebenfalls immer wichtiger werden die Gruppenarbeiten: weg vom Einzelkämpfer hin zum Teamplayer.

Außerdem musst du dich an neue Arbeitsmethoden gewöhnen: um dich auf die Uni und das Studium vorzubereiten, wird das Lernen und Arbeiten wissenschaftlicher.  So zeigen dir die Lehrer,

  • wie du eigenständig Fragestellungen entwickelst,
  • wie du Grafiken, Statistiken oder Versuchsergebnisse interpretierst,
  • wie du Literatur recherchierst und verwendest
  • oder gute Referate und Präsentationen aussehen.

Anspruchsvoller, aber auch selbstbestimmter

Die Oberstufe wird also deutlich anspruchsvoller als die Unterstufe. Erstmals in deiner Schülerkarriere kannst du jedoch mitbestimmen, welche Fächer du bis zum Abitur belegen willst. Das heißt aber leider nicht, dass du Mathematik, Deutsch oder andere verhasste Fächer abwählen kannst. Während der gesamten Zeit musst du Fächer aus dem

  • sprachlich-literarisch-künstlerischem (Deutsch, Englisch,…)
  • gesellschaftswissenschaftlichem (Geschichte, Geographie,…),
  • mathematisch-naturwissenschaftlich-technischem (Mathematik, Informatik,…)

Aufgabenfeld belegen. Keines dieser Felder darfst du komplett abwählen oder gegen ein anderes austauschen. Trotzdem kannst du diejenigen Fächer aus diesen Gebieten wählen, die du besonders gut beherrscht. Beachte aber vor allem, dass du nur die Fächer als Grundkurs und Leistungskurs wählen darfst, die du bereits seit der Einführungsphase belegst. Spätestens mit Beginn der Qualifizierungsphase musst du in deinen Abiturfächer noch dazu Klausuren geschrieben haben.

Die Qualifizierungsphase: Jeder Punkt kann wichtig sein

Da du und alle deine Mitschüler freier in der Fächerwahl sind, wird in der Qualifizierungsphase der Klassenverband durch das Kurssystem abgelöst. So kann es passieren, dass du in jedem Kurs andere Stufenkollegen sitzen hast. Nicht nur das: in der Oberstufe wirst du vielleicht für Kurse, die an deiner Schule nicht angeboten werden, zu einem anderen Gymnasium müssen.

Neu ist auch, dass die Bewertung deiner Leistungen in Punkten dargestellt wird. Noten werden zwar nicht abgeschafft, aber in Punkte umgewandelt. 15 Punkte entsprechen der Note "sehr gut plus", für die schlechteste Note "ungenügend" bekommst du null Punkte. Je nachdem wie viele Kurse du belegst, kann jeder Punkt mehr oder weniger Einfluss auf deine Abiturnote haben. Anders als in der Unterstufe ist jedes Halbjahr wichtig. Denn wenn du innerhalb der Qualifizierungsphase weniger als 200 Punkte sammelst, musst du das erste oder zweite Jahr wiederholen. Das klassische "Sitzenbleiben" mit zwei "Fünfen" existiert dafür nicht mehr.

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