Gruselgeschichten erzählen
Um gute Gruselgeschichten zu erzählen, brauchst du nicht unbedingt ein Lagerfeuer. | Foto: luminastock/Getty Images
Autor

10. Sep 2020

Elena Weber

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Gruselgeschichten: Erzählen mit Gänsehautgarantie

So erzählst du eine gute Gruselgeschichte

Gruselgeschichten erzählen: Weil Gruseln Spaß macht

Gruselgeschichten sind – klar, der Name sagt es schon– Geschichten mit gruseligem Inhalt. Doch was empfinden wir eigentlich als gruselig? Gruseln ist eine Ausdrucksweise der gehobenen Umgangssprache für ein Gefühl von Angst oder Entsetzen und wird meist mit der Wahrnehmung von etwas Unheimlichen oder Übernatürlichen verknüpft. Anders ausgedrückt: Gruseln ist, wenn wir eine Gänsehaut bekommen oder uns ein Schauer den Rücken runterkriecht, wir angespannt sind und uns fürchten, das aber nicht als unangenehm empfinden, sondern uns trotzdem irgendwie wohl dabei fühlen. Wir haben Spaß an der Angst. Und weil das Gruseln ebenso viel Spaß macht, kommt jetzt die Zeit, in der du und deine Freunde /-innen euch ganz altmodisch ein paar unheimliche Geschichten erzählen könnt. Natürlich kannst du dafür einfach nach unheimlichen Geschichten googeln. Viel unterhaltsamer ist es jedoch, wenn du selbst kreativ wirst und dir deine eigene Gruselgeschichte ausdenkst.

Sorge für eine unheimliche Atmosphäre

Um eure Kreativität ein wenig anzukurbeln, kannst du erstmal für die richtige Atmosphäre sorgen. Klar, ein Lagerfeuer im dunklen Wald, mit Baumwipfeln, die im leise flüsternden Wind wehen, der vom Knacken des Feuers begleitet wird, ist natürlich die Gruselgeschichten-Situation schlechthin. Falls das Lagerfeuer gerade nicht parat ist und du auch nicht unbedingt auf Nebel warten willst, um einen nächtlichen Ausflug zum Friedhof zu unternehmen, kannst du schon mit einfachen Mitteln gruselige Stimmung schaffen. Dafür brauchst du nicht unbedingt eine aufwendige Gruseldeko. Oft reicht es schon, das Licht zu dimmen oder künstliche Lichtquellen durch ein paar Kerzen zu ersetzen. Wenn du magst, kannst du im Hintergrund auch leise unheimliche Musik laufen lassen. Noch effektvoller kann es aber sein, wenn du in deine Gruselgeschichte ein paar Kunstpausen einbaust und es einfach still ist. Deswegen sollten du und deine Freunde /-innen auch unbedingt die Handys aus- oder zumindest auf lautlos schalten. Nichts macht eine schaurig-schöne Gruselatmo mehr kaputt als lästiges Handybimmeln.

So schaffst du eine gruselige Atmosphäre:

  • Warte, bis es dunkel ist.
  • Dimme das Licht.
  • Stelle Kerzen auf.
  • Lass im Hintergrund leise, stimmungsvolle Musik laufen.
  • Mache beim Erzählen Kunstpausen.
  • Sprich mit gesenkter Stimme.
  • Lass dich nicht von deinem Handy ablenken.
  • Macht es euch gemütlich.

So erzählst du eine Gruselgeschichte

Doch was auch immer du für ein Ambiente wählst: Es kommt auf die Geschichte an, die du erzählst. Und damit die auch wirklich schaurig-schön wird, kommen hier ein paar einfache Tipps:

Aufbau und Struktur

Grundsätzlich unterscheiden sich Gruselgeschichten in Sachen Aufbau und Struktur kaum von anderen Geschichten. Du kannst deine Geschichte ganz klassisch nach dem Muster Einleitung, Hauptteil, Schluss erzählen oder direkt ins Geschehen einsteigen. Wichtig ist ein Spannungsbogen. Verschieße also nicht alles schon am Anfang, sondern baue die Spannung langsam auf. Am Ende kann dann der große Schocker kommen. Alternativ bietet sich auch ein offenes Ende an. Und auch wenn nicht alle sterben und in Blut ertrinken müssen: Auf ein Happy End solltest du bei deiner Gruselgeschichte verzichten.

Die Hauptfiguren

Geister, Hexen und Vampire haben natürlich einen hohen Gruselfaktor. Doch auch Alltagssituationen haben jede Menge Nervenkitzel zu bieten und sind glaubwürdiger als übernatürliche Kreaturen, an die die meisten ohnehin nicht glauben. Grundsätzlich gilt: Je mehr Identifikationspotenzial deine Zuhörer und Zuhörerinnen mit den Personen in deiner Geschichte haben, desto mehr fürchten sie sich.

Der Handlungsort

Auch hier gilt: Von alltäglich bis gruselig ist alles möglich. Klassische Schauplätze für unheimliche Ereignisse sind natürlich Friedhöfe, verfallene Häuser, alte Burgen oder Schlösser sowie einsame Wälder oder Landstraßen. Auch die  Irrenanstalt, aus der ein gefährlicher Geisteskranker ausgebrochen ist, ist ein Klassiker. Doch auch eine Turnhalle, eine Schule oder ein Freizeitpark kann sich in eine echt unheimliche Location verwandeln, zumal die meisten Geschichten ja ohnehin am Abend oder in der Nacht spielen.

Weitere originelle Locations für deine Geschichte:

  • ein verlassenes Parkhaus
  • eine Kirche oder Kapelle
  • ein Hausflur oder Treppenhaus
  • Landschulheim oder Jugendherberge
  • ein Mais- oder Getreidefeld

Die Liste lässt sich endlos fortsetzen, denn theoretisch kann ja an jedem Ort etwas Gruseliges passieren. Du kannst deinen Ort zunächst auch ganz harmlos wirken lassen, um ihn dann im Laufe deiner Erzählung in einen Ort des Gruselns zu verwandeln.

Der Inhalt

Nochmal zu dem geistekranken Irren, der aus der Anstalt ausgebrochen ist: Diese Gruselgeschichte findest du in jedem zweitklassigen Horrorfilm. Sollen sich deine Freunde und Freundinnen wirklich gruseln, erzähle also nicht das, was eh schon jede /-r kennt. Was man schon x-mal gehört hat, ist selten wirklich spannend. Das heißt jedoch nicht, dass du nicht bekannte Muster und Motive in deiner Geschichte aufgreifen kannst. Du musst dir nicht alles komplett neu ausdenken. Es gibt so viele unheimliche Geschichten und Begebenheiten, dass du sie als Grundlage für deine Geschichte verwenden kannst. Doch erzähle nicht einfach nur alles eins zu eins nach, sondern überlege dir eigene Wendungen. Manchmal reicht es, schon kleine Aspekte der Geschichte, wie die Charaktere oder das Setting, zu verändern, um einer vermeintlich bekannten Story originelle neue Aspekte hinzuzufügen.

Die Erzählweise

Die beste Geschichte nützt nichts, wenn du sie nicht zum Leben erweckst. Sprich mit gedämpfter Stimme, lege dramatische Pausen ein oder verstelle deine Stimme. Auch kannst du bestimmte Geräusche imitieren, beispielsweise das Klopfen an der Tür. Die Spannung kannst du außerdem erhöhen, wenn du klangvolle Beschreibungen wie kratzen, keuchen oder klatschen benutzt. Nähe zum Zuhörer schaffst du, indem du ihn und deine Umgebung in die erzählte Situation miteinbeziehst, beispielsweise so: "Sie hatte langes braunes Haar und Sommersprossen – genau wie du, Lisa."

Gruselgeschichten spontan ausdenken

Mit Hilfe dieser einfachen Tipps kannst du deine Geschichte gruselig gestalten. Du musst dich jedoch nicht sklavisch daran halten, denn gerade, wenn du spontan eine Gruselgeschichte erzählen willst, solltest du dich von deinen Ideen leiten lassen. Viele Wendungen entwickeln sich ganz plötzlich beim Erzählen – probiere es einfach mal aus. Du kannst dich auch von Motiven aus Horrorfilmen oder Urban Legends inspirieren lassen und diese umerzählen. Auch Situationen, in denen du dich erschreckt oder gefürchtet hast, eigenen sich als Grundlage für deine Geschichte. Und wenn du keine Monologe halten willst, kannst du eine Geschichte anfangen und jeder deiner Freunde erzählt sie ein Stück weiter. Dabei kommt bestimmt etwas Gruseliges heraus! Und wenn nicht, dann habt ihr zumindest was zum Lachen.


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