Billigladen
Im Schnäppchenmarkt kann man ruhig mal zuschlagen, oder? | Foto: Getty Images/jackf
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04. Mai 2018

Birte Schmidt

Freizeittipps

Billigladen: Lohnt sich der Schnäppchenkauf?

Das Konzept Billigladen: großes Angebot, kleine Preise

Die Idee hinter den Billigketten ist simpel: Ein großes Angebot zu möglichst günstigen Preisen anbieten. Ob Haushaltsgeräte, Büroartikel, Deko oder Spielwaren – all das und noch viel mehr gibt es dort zu wahren Schnäppchenpreisen. Auf den ersten Blick ist die Mischung manchmal ein wenig verwirrend. Doch: Die Kunden lieben es! Allein Marktführer TEDi betreibt hierzulande 1.700 Filialen – und ständig kommen mehr dazu. Insgesamt 5.000 sollen es in ganz Europa einmal werden.

"Die Non-Food-Discounter besitzen eine hohe Preiskompetenz und setzen mit wechselnden Sortimenten immer wieder neue Kaufimpulse. Als spezialisierte Anbieter werden sie stärker wahrgenommen als Unternehmen, bei denen diese Sortimente als Nebensortimente geführt werden", sagt Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung GmbH.

Wie können die so günstig sein?

Handschuhe, Notizbücher und sogar Markenbatterien gibt es für zwei Euro, Geschirr für unter einen Euro und eine Schreibtischlampe für einen Fünfer. Möglich sind die günstigen Preise vor allem, weil die Ketten riesige Mengen der einzelnen Produkte abnehmen und mit ihrer Marktmacht die Konditionen diktieren können. Weil sie außerdem kostengünstig arbeiten, wie beispielsweise Action, die damit werben, dass selbst der Chef Economy fliege. Und, weil sie Ladenflächen günstig anmieten können, wenn alteingesessene Einzelhändler pleitegehen.

Kann man dort mit gutem Gewissen einkaufen?

Die Deutschen finden: Ja. Und fahren mehr als ihre europäischen Nachbarn auf die günstigen Produkte ab. Und das bleibt natürlich auch im Ausland nicht unbemerkt. Längst schon haben ausländische Investoren die Möglichkeiten entdeckt, die ihnen der Markt hier bietet und eröffnen ebenfalls eine Filiale nach der nächsten. Action, die niederländische Kette beispielsweise, hat zu Weihnachten die 200. Filiale eröffnet. Rusta, der schwedische Discounter, plant 500 Filialen in den nächsten Jahren allein in Deutschland.

Dass aus diesen Vorhaben allerdings nicht zwangsläufig immer Realität wird, hat Black.de gezeigt. Die TEDi-Ableger wurde im November letzten Jahres nach nur einem Jahr wieder eingestampft.

Lohnen sich die Schnäppchen wirklich?

Das kommt ganz auf das einzelne Produkt an. Gerade Eigenmarken, die günstig in Fernost produziert werden, fehlt es häufig an Kennzeichnungen wie Herstellerangaben, Inhaltsstoffe und Gütesiegel. Der Kunde kann so nur schwer erkennen und beurteilen, woraus ein Produkt gefertigt ist und wie qualitativ es ist. Daher liegt die Vermutung nahe, dass manch ein Artikel noch nicht einmal sein geringes Geld wert sein könnte.

Lohnen kann sich der Besuch dennoch und zwar vor allem dann, wenn Topmarken zu Schnäppchenpreisen angeboten werden. Dabei handelt es sich häufig um Restposten oder Insolvenzware, was die Qualität der Produkte natürlich nicht mindert. Allerdings haben bereits mehrere Stichproben gezeigt, dass einzelne Produkte, allen voran Drogerieartikel, bei anderen Händlern zum Teil noch günstiger zu haben sind. Ein Preisvergleich lohnt sich hier definitiv.

Und wie geht’s für die Billigketten weiter?

Dass sie in Zukunft weiter expandieren, steht für die Unternehmen außer Frage. Ihr Ziel: irgendwann den großen Kaufhäusern Konkurrenz machen. Ob es dazu kommt? Das bestimmt allein die Nachfrage der Kunden.  

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Veröffentlicht am 02. Jun 2018 um 23:56 Uhr von wj
Das Projekt BLACK.de war erfolgreich. Von diesen Umsätzen die dort täglich gefahren wurden - egal wo - träumt eine jede TEDI Filiale. Angefangen mit der Warenpräsentation... Kartons vor die Regale stellen war "verboten". Angesichts des hohen Abverkaufs lies sich das jedoch nicht vermeiden. Ein Wechsel in der Geschäftsführung bei TEDi zum 14.11.17 und eine anschließende Pressemitteilung dass das ganze beendet wird hat das ganze Kunden und Mitarbeitern "mal eben so" mitgeteilt. https://www.tedi.com/presse/presse-detail/unter-neuer-fuehrung-tedi-forciert-wachstumskurs/ In den ehemaligen BLACK.de Filialen ist trotzdem noch alles "schwarz". Einrichtung usw... Das ganze heißt nun intern "TEDi BLACK" und ist als ein Versuch für große Flächen anzusehen. (vielleicht auch nur weil die Mietverträge mind. 5 Jahre laufen). Vielleicht wird ja `mal ein Schuh draus und hoffentlich nicht zu Lasten der Mitarbeiter...