Ausland studieren wo
Viele Deutsche zieht es zum Studium nach London | Foto: Thinkstock/lofilolo
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11. Jan 2016

Sandra Ruppel

Studium

Ins Ausland zum Studieren – wohin?

Die fünf beliebtesten Ziele im Überblick

Eine andere Kultur kennenlernen, die eigenen Sprachkenntnisse aufbessern, neue Kontakte zu knüpfen, über den Tellerrand der Lehre an den heimischen Uni hinausschauen und einmalige wie unvergessliche Erfahrungen sammeln:

Allein im Jahr 2012 haben nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 138.500 Deutsche ihre Chance genutzt und im Ausland studiert – wobei hier nicht genau erfasst ist, ob es sich dabei um ein Auslandssemester oder ein ganzes Studium handelt.

An diese Studienorte zieht es Deutsche besonders oft hin

Top 20 Ziele für das Auslandsstudium


Top-Ziel Österreich

Da die Sprachbarriere vergleichsweise gering ist, ist Österreich perfekte Wahl für diejenigen, die zwar ein anderes Land, eine andere Stadt, eine andere Uni kennenlernen möchten, denen es bei dem Ausflug ins Ausland aber nicht primär um die Verbesserung von Sprachkenntnissen geht. So waren 2012 32.192 Deutsche an österreichischen Hochschulen eingeschrieben. Das Studiensystem ist mit dem deutschen zu vergleichen, Studiengebühren gibt es, abgesehen von einer geringen Verwaltungsgebühr, keine.

Allerdings sind die Lebenshaltungskosten ein wenig höher als in Deutschland. Gerade in Wien sollte man sich nicht wundern, wenn auch mal 3,50 Euro für ein Bier fällig werden. Wer an der ältesten und größten Uni des Landes studieren will, versucht einen Platz an der 1365 gegründeten Universität Wien zu bekommen – und mischt sich damit unter die insgesamt 92.000 Studierenden, die sich in der Hauptstadt tummeln. Wem das zu voll wird, der wählt Graz, Innsbruck oder Salzburg als Gastheimat.

Niederlande – Nummer 2 auf der Beliebtheitsskala

Niederländische Universitäten sind hervorragend ausgestattet, die Gebäude modern, die Bibliotheken sind auf dem neuesten Stand und die Betreuung durch die Lehrenden ist ebenfalls gut. Um in den Genuss zu kommen, unter solchen Bedingungen studieren zu können, muss man nicht einmal unbedingt fließend niederländisch sprechen: Zahlreiche Kurse und sogar ganze Studiengänge werden hier komplett auf Englisch angeboten. Das hat allerdings auch seinen Preis – wer ein ganzes Studium im Land der Tulpen absolvieren will, der muss mit 1.951 Euro Studiengebühren im Jahr rechnen.

Gaststudenten haben es da etwas leichter, wer nur ein Semester lang zum Studium in Amsterdam, Delft, Groningen, Leiden, Maastricht oder etwa Rotterdam bleiben möchte, und über Förderung wie Erasmus+ verfügt, muss keine Studiengebühren entrichten. Die Lebenshaltungskosten liegen in den Niederlanden etwas über jenen in Deutschland, vor allem die Mieten machen es Studierenden schwer, unter Ausgaben von monatlich 1.100 Euro zu bleiben. Passender Wohnraum für Studierende ist knapp, Studentenwohnheime sind rar. Es empfiehlt sich daher, sich frühzeitig um einen Platz im Studentenwohnheim zu bewerben, oder ausreichend Zeit einzuplanen, um sich auf privatem Wege eine WG zu suchen.

Bronze für die Schweiz

Hervorragend ausgestattete Hochschulen und gute Lebensqualität zogen 2013 etwa 14.800 deutsche Studierende für das Studium in die Schweiz. Wer an der ältesten Uni in der Schweiz etwas lernen will, geht an die 1460 gegründete Universität Basel, wer dahin will, wo es die meisten Studierenden gibt, nach Zürich. Hier verteilen sich insgesamt 42.000 Studierende auf zwei Hochschulen, die Universität Zürich und die ETH Zürich. Beschaulich wird’s in Luzern, hier sind etwa 3.000 Wissensdurstige eingeschrieben.

Jedoch sollte jeder, der damit liebäugelt, der Schweiz einen studienbezogenen Besuch abzustatten, ein gutes finanzielles Polster – oder ein Stipendium – haben. Die anfallenden Kosten sind hoch, und eine Förderung über Erasmus+ ist seit dem akademischen Jahr 2014/15 leider nicht mehr möglich. Wen die Alpenregion mit seiner kulturellen und sprachlichen Vielfalt dennoch lockt, der sollte sich beim International Student Office der eigenen Uni, sowie beim DAAD über Stipendien und Fördermöglichkeiten, wie etwa PROMOS, dem Programm zur Steigerung der Mobilität deutscher Studierender, informieren.

Welcome, Dear – Platz 4 für Großbritannien

Eines der Hauptkriterien für die Wahl des Landes, in dem man studieren möchte, ist sicherlich die Landessprache. Vor allem der Wunsch nach Verbesserung der eigenen Englischkenntnisse steht für viele weit oben auf der Prioritätenliste. Was würde sich hier besser anbieten, als ein Aufenthalt in Great Britain? Ob in London, Cambridge, Oxford oder doch lieber Manchester, Newcastle oder Edinburgh in Schottland, der Flug ist kurz und am Ende des Unitages wartet schon das kühle Bier im Pub, welches gesellig mit Mitstudierenden aus aller Herren Länder eingenommen wird. Je nach Region muss man hierfür 4,00 bis 5,50 Euro pro Pint einplanen, im Norden ist es etwas günstiger als im Süden. Wer seinen Aufenthalt nicht über Erasmus+ organisiert, der muss außerdem je nach Uni und Region mit bis zu 9.000 Pfund Studiengebühren (ca. 12.330 Euro) pro Studienjahr rechnen.

The American Dream auf Platz 5 – USA

Wer seine Sprachkenntnisse hier aufpolieren und sich so den Traum von einem Aufenthalt in den USA erfüllen will, der muss dafür einiges tun. Der Aufwand ist deutlich höher als bei einem Aufenthalt innerhalb der EU. Dennoch zieht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten deutsche Studierende in Scharen über den großen Teich, 2012 waren es mehr als 9.800 Reise- und Wissbegierige. Wichtig ist hier vor allem die frühzeitige Planung, neben der Finanzierung muss auch ein Visum beantragt und organisiert werden. Weil hohe Studiengebühren und Lebenshaltungskosten anfallen, ist es empfehlenswert, sich beim International Student Office der eigenen Uni gut beraten zu lassen und sich parallel beim DAAD um ein (Teil-)Stipendium zu bewerben.

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