Tipps für die klassische Bewerbung
Ein echter Klassiker: die Bewerbung auf Papier | Foto: Thinkstock/kieferpix
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18. Apr 2016

André Gärisch

Ausbildung

Die klassische Bewerbung

Darauf kommt es an!

Der richtige Zeitpunkt für deine klassische Bewerbung

Generell gilt: Spätestens ein Jahr vor Ausbildungsbeginn sollte man sich mit dem aktuellen Zeugnis bewerben. Entsprechend früh sollten sich angehende Abiturienten direkt bei den Firmen über die jeweiligen Termine informieren. Vereinzelt kann man auch einen Ausbildungsplatz im Jahr des Schulabschlusses ergattern. Dies gilt vor allem für handwerkliche und gewerbliche Ausbildungsberufe. Sind Ausbildungsstellen in Zeitungen oder Online-Portalen ausgeschrieben, so gilt natürlich der vermerkte Termin des Bewerbungsschlusses als "Deadline".


Die Bewerbungsmappe

Eine klassische Bewerbungsmappe enthält Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnis, Praktikumsnachweise und mögliche Referenzen – etwa Weiterbildungsnachweise. Auf ein Deckblatt kann verzichtet werden – wird eines verwendet, so sollte dieses einen Titel, das Bewerbungsfoto, die Kontaktdaten und ein Inhaltsverzeichnis enthalten und vom Stil her zur Tätigkeit und dem Unternehmen passen.

Ähnlich wie für das Anschreiben und den Lebenslauf gelten für die Mappe gewisse Form-Ansprüche: Ein Modell, das durch seine Hochwertigkeit besticht, fällt unter herkömmlichen Klemmordnern auf. Die Farbe sollte nicht zu auffällig gewählt werden, darf sich jedoch vom oft gesehenen Schwarz differenzieren. Im Vergleich zu dreiteiligen Mappen, bei denen links das Anschreiben, in der Mitte der Lebenslauf und rechts die Zeugnisse eingeheftet werden, sind zweiteilige Mappen handlicher und platzsparender, daher bei Personalern beliebter. Die Unterlagen gilt es so in die Mappe einzusortieren, dass sie sich leicht herausnehmen lassen. Zeugnisse werden in der Reihe des Lebenslaufes eingeordnet.


Das Anschreiben

Im Anschreiben muss deutlich werden, warum der Bewerber eben jene Firma als möglichen Arbeitgeber auswählt und wie er mit ihr in Berührung kam. Außerdem: Warum soll es gerade dieser Ausbildungsberuf sein? Gepaart mit Angaben zur Schulkarriere und persönlichen Fähigkeiten und Erfahrungen wirkt der schriftliche Vortrag rund und prägnant. Unternehmen achten auf strukturierten Aufbau, flüssigen Stil und logische Schlüssigkeit, da diese Hinweise auf die Person des Bewerbers geben. Auf der Karriereseite des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé heißt es beispielsweise dazu: "Ihr Anschreiben sollte aussagekräftig, informativ und übersichtlich sein. Darüber hinaus sollten Sie erläutern, welche besonderen Qualifikationen Sie für die jeweilige Tätigkeit mitbringen. Stellen Sie bitte einen klaren Bezug zum Unternehmen und zur Position her."

Eine freundliche, aber direkte Sprache signalisiert Entschlossenheit und zeugt von Selbstvertrauen. Zu höfliches Formulieren ist "out". So sollte der Konjunktiv – "würde", "könnte", "sollte" – dosiert eingesetzt werden. Übrigens: Die Floskel "Mit freundlichen Grüßen" ist zwar nicht verkehrt, doch mittlerweile werden alternative Abschlussformulierungen bevorzugt. Grüße dürfen gerne "herzlich" oder mit dem Etikett "beste" versehen sein.


Der Lebenslauf

In den Lebenslauf, der lückenlos und nachvollziehbar gestaltet sein sollte, gehören persönliche Daten wie Name, Adresse, Familienstand und Staatsangehörigkeit. Die Eltern sowie deren Berufe sind freiwillige Angaben. Niemand muss erwähnen, dass der Vater bei der Konkurrenz arbeitet, wenn er dadurch Nachteile befürchtet.

Weiterbildungen sind zu erläutern, vorausgesetzt, sie passen zur jeweiligen Stelle. Sprachreisen, Praktika, besuchte Seminare und Spezialkenntnisse wie Fremdsprachen oder PC-Know-how interessieren den Personaler. Auch Hobbys können genannt werden. Allerdings überzeugen ehrenamtliche Tätigkeiten mehr als die Mitgliedschaft in einem Boxverein, denn ständige "Verletzungspausen" stellen für Unternehmen ein Problem dar. Generell sind Übertreibungen zu vermeiden – falsche Kenntnisse oder Fähigkeiten werden früher oder später erkannt. Das Ziel besteht in der knappen, fokussierten Übermittlung von Kernkompetenzen auf maximal zwei Seiten.


Das Bewerbungsfoto

Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland üblicher Bestandteil einer Bewerbung. Sabine Rossak, Personalerin von der Sparkasse Aschaffenburg, sagt dazu: "Ein Foto ist zwar nicht verpflichtend, doch Personaler sehen gerne, mit wem sie es zu tun haben." In ihrer Branche sei es üblich, Anzug oder Bluse zu tragen und eine angemessen seriöse Miene aufzusetzen. Auch die gute Qualität einer Aufnahme und ein einheitlicher Hintergrund seien wichtige Faktoren des optischen Gesamteindrucks.

Allgemein obliegt es dem Bewerber, ob er sich für eine Aufnahme in schwarz-weiß oder in Farbe entscheidet. Wichtig ist, dass sich dieser mit der abgebildeten Person identifizieren kann. Die Persönlichkeit sollte bestmöglich in Szene gesetzt werden und authentisch wirken.


Das Nachfassen

Manchmal raubt es einem wirklich die Nerven, wenn man wochenlang keine Rückmeldung auf eine Bewerbung erhält. Also was tun? Zum Telefonhörer greifen und sich über den Stand der Dinge informieren oder sich in Geduld üben? Prinzipiell ist zu beachten, dass je nach Firmengröße der Bewerbungsprozess zwischen drei und acht Wochen dauern kann. Bei größeren Unternehmen erscheint ein Nachfassen ab vier Wochen nach Ablauf der Bewerbungsfrist angemessen. Bei kleineren und mittleren Unternehmen ab drei Wochen. Am besten ist der telefonische Kontakt, da hierdurch eine persönliche und unmittelbare Situation erzeugt wird. Wichtig ist, sich gut vorzubereiten (Rückfragen des Personalers müssen beantwortet werden können), höflich auf den Punkt zu kommen und darauf zu achten, keinen Druck aufzubauen oder Frust abzulassen.

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