Meeresforscher werden
FS POSEIDON vor der Insel Panarea | © Maike Nicolai/GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
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01. Mär 2017

Iris Möbius

Abi... und dann?

Wie wird man... Meeresforscher?

5 Ausbildungs- und Studienwege in die Meeresforschung

Studiengänge in der Meeresforschung

Geowissenschaften

Ablagerungen in der Tiefsee dokumentieren das Klima der Vergangenheit und sind eine Schatztruhe für Rohstoffe. Dies zu erforschen ist Aufgabe der marinen Geowissenschaften.

Im Bachelor Geowissenschaften steht dabei zunächst ein grundlegendes Verständnis des System Erde im Vordergrund. Neben Grundlagenwissenschaften bilden Labor- und Mikroskopiekurse einen wichtigen Bestandteil des Studiums. Außerdem geht es bei unzähligen Exkursionen raus aus dem Vorlesungssaal und rein in die Natur. Der Master Marine Geosciences bereitet die Studierenden durch verschiedene Spezialisierungen auf akademische und angewandte Laufbahnen vor. Auf dem Stundenplan stehen Themen wie Küstengeologie, Marine Geochemie, Paläoklimaforschung und marine Ressourcen.

Nach dem Abschluss lockt das Forscherleben – oft mit Expeditionen auf See, um die Veränderungen des Klimasystems der Vergangenheit mit geowissenschaftlichen Methoden zu rekonstruieren. In der industriellen Forschung ergründen Absolventinnen und Absolventen Lagerstätten von natürlichen Ressourcen wie beispielsweise Kohlenwasserstoffe und seltene Metalle. Außerdem gibt es Möglichkeiten im Küstenschutz oder der Planung von Offshore-Windanlagen aktiv zu werden.

Der Bachelor of Science in Geowissenschaften wird meist zulassungsfrei an vielen deutschen Universitäten angeboten, der Master of Science in Marine Geosciences in Kiel und Bremen.

Geowissenschaften Meeresforschung

Meerestechnik

Meeresforschung und die wirtschaftliche Nutzung der Ozeane ist in zunehmendem Maße mit hohem technischen Aufwand und Know-how verbunden. Um qualifizierte Nachwuchskräfte auszubilden, vereint der Ingenieurstudiengang Meerestechnik an der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth technische und ozeanografische Inhalte.

Nach einem dreijährigen, praxisnahen Studium erwerben Absolventinnen und Absolventen einen Bachelor of Engineering mit guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie haben die Möglichkeit, bei der Konstruktion von bemannten und unbemannten Unterwasserfahrzeugen mitzuwirken, Messsysteme zu optimieren, sowie Offshore- und Unterwassertechnologien zu verbessern. Auch Energiegewinnung aus dem Meer und Umwelttechnik sind wichtige Arbeitsfelder.

Diejenigen, die das Forschungsfieber packt, sind ebenfalls bestens vorbereitet. Der aufbauende Masterstudiengang Marine Sensorik (Master of Science) an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg bietet die Möglichkeit, sich wissenschaftlich weiter zu qualifizieren.

Meerestechnik Studium

Marine Mikrobiologie

Marine Mikroorganismen beeinflussen unsere unmittelbare Umwelt und das Weltklima. Dennoch wissen wir erst sehr wenig über diese Lebewesen. Es wird sogar davon ausgegangen, dass nur ein Prozent aller Arten bekannt ist.

Absolventinnen und Absolventen mit einem Abschluss in Marine Mikrobiologie können helfen, den Einfluss von Mikroorganismen aus dem Meer auf Stoffkreisläufe und Ökosysteme besser zu verstehen. Weiterhin gilt es, ihr volles Zukunftspotenzial zu entschlüsseln, sei es für die medizinische und pharmazeutische Entwicklung, die nachhaltige Energiegewinnung oder um Lösungsansätze für globale Umweltprobleme zu finden.

Zugangsvoraussetzung ist ein Bachelor of Science, beispielsweise in Biologie. Der Studiengang der Uni Bremen gestaltet sich als Kombination aus einem Master in drei Semestern mit anschließender dreijähriger Promotion, zum Beispiel am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie Bremen. Die Studierenden arbeiten und lernen in einem internationalen Forschungsumfeld mit Fachsprache Englisch und werden bestens auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereitet.

Marine Mikrobiologie


Ausbildungsberufe für Nachwuchs-Forscher

Chemielaborant/in

In der Meeresforschung wird viel und oft mit verschiedenem Probenmaterial für unterschiedlichste Anwendungsgebiete gearbeitet, seien es Wasserproben oder Gesteine vom Meeresboden. Diese müssen in Laboren aufbereitet und chemisch analysiert werden, in den meisten Fällen mit Hilfe von komplizierten Messinstrumenten und Versuchsaufbauten.

Dafür sind Chemielaborantinnen und Chemielaboranten mit Präzision und Fingerspitzengefühl gefragt. Um Routineanalysen durchzuführen und neue Methoden zu entwickeln, arbeiten sie Seite an Seite mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, manchmal auch auf einem Forschungsschiff. Die von ihnen gewonnenen Daten sind die Basis vieler Forschungsprojekte.

Die dreieinhalbjährige duale Ausbildung kann man an vielen Meeresforschungsinstituten absolvieren, beispielsweise am GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel oder auch am GeoForschungsZentrum Potsdam.

Chemielaborant Meeresforschung

Fachinformatiker/in

Bei Forschungsexpeditionen, Messanalysen und Modellierungen von Ozean- und Atmosphärenströmungen entstehen riesige Datenmengen. Moderne Computertechnologie ist notwendig, um diese zu verarbeiten und auszuwerten. Aber auch Tauchroboter werden damit gesteuert.

Fachinformatikerinnen und -informatiker der Fachrichtung Systemintegration sind daher in Einrichtungen der Meeresforschung und auf Expeditionen eine unverzichtbare Stütze für die Forscherinnen und Forscher. Zu ihren Aufgaben gehört es, Computer mit ihren Betriebssystemen zu betreuen und zu konfigurieren. Sie richten Netzwerke ein, installieren Software und unterstützen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Bedienen der elektronischen Hilfsmittel und Computer.

Die dreijährige duale Ausbildung kann an vielen Meeresforschungsinstituten durchgeführt werden, darunter am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und am Helmholtz-Zentrum für Material- und Küstenforschung Geesthacht (HZG).

Fachinformatiker Meeresforschung


InfoDas Wissenschaftsjahr 2016*17 Meere und Ozeane

Meere und Ozeane sind Klimamaschine, Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum – und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Ozeane seit langem; und doch sind sie noch immer geheimnisvoll und in weiten Teilen unerforscht. Die Meeresforschung ist Thema des Wissenschaftsjahres 2016*17.

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD).

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