Erste eigene Wohung
So klappt's mit der ersten eigenen Wohnung! | Foto: Thinkstock/Ridofranz

Zukunftsweiser

06.04.2017

Kosten eigene Wohnung

Schluss mit Hotel Mama: Was die erste eigene Wohnung kostet

Der Umzug in die erste eigene Wohnung ist vieles: aufregend, anstrengend, abenteuerlich – aber vor allem teuer. In unserer Übersicht erfährst du, welche monatlichen und e ... mehr »

Autorenbild

10. Jan 2016

Marie Metsur

Wohnen

Die erste eigene Wohnung

Stressfrei in die eigenen vier Wände

Ab wann darf ich in eine eigene Wohnung ziehen?

Die Altersgrenze für eine eigene Wohnung liegt bei 16 Jahren. Wenn man minderjährig ist, sollten die Eltern die Bürgschaft übernehmen und bei der Vertragsunterzeichnung dabei sein. Somit sollte geklärt werden, ob die Eltern dem Auszug auch zustimmen und bereit sind, den Mietvertrag zu unterzeichnen. Volljährig ist alles einfacher, da du selbst für dich unterschreiben kannst und nicht zwingend jemanden brauchst, der für dich bürgt.

  • Und ganz wichtig: Bevor du über eigene vier Wände nachdenkst, solltest du dir sicher sein, wie die kompletten Kosten zukünftig finanziert werden sollen.

Was darf mich die Wohnung kosten?

Im ersten Schritt sollten alle Einnahmen wie Unterstützung der Eltern, Gehalt, Kindergeld, Sozialleistungen und sonstige Einkünfte zusammengerechnet werden. Stelle am besten einen Finanzplan auf. Du solltest in der Regel mehr Einnahmen als Ausgaben haben, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten.

Diese Fragen solltest du für dich beantworten:

  • Wie viel Geld brauchst du für das Leben (Essen, Klamotten, Haushalt, Freizeit)?
  • Welche Ausgaben kommen monatlich zusätzlich zu der Wohnung auf dich zu (Handyvertrag, Internet, GEZ, Versicherungen)?
  • Was bleibt nach allen Abzügen übrig, um die Miete zu bezahlen?

An diese Summe solltet du dich bei der Wohnungssuche richten. Bei Vermietung durch einen Makler kommt oft eine Courtage (Vermittlungsgebühr) hinzu, die meistens zwei bis drei Kaltmieten beträgt.


Wie finde ich eine Wohnung?

Es gibt verschiedene Suchquellen für Wohnungsanzeigen:

  • Internet
  • Zeitung
  • Maklerbüros
  • Soziale Netzwerke
  • Mundpropaganda

Die einfachste Variante ist sicherlich das Suchen der Anzeigen im Internet. Dort sind bestenfalls die ersten Informationen zur Wohnung angegeben wie Miethöhe, die Grösse des Objekts, eine Beschreibung zur Aufteilung der Wohnung sowie Fotos.


Wie setzt sich die Mietsumme zusammen?

In den Wohnungsanzeigen gibt es verschiedene Arten, die Miete anzugeben. Meistens wird die Kaltmiete (KM) angegeben, dort müssen die Nebenkosten sowie Heizung zusätzlich hinzugerechnet werden. Ist die Summe als Warmmiete angegeben, sind alle Betriebskosten im Preis enthalten. Warmmiete heisst aber noch nicht, dass dies die endgültige Summe bleibt: Strom wird in der Regel separat mit dem Lieferanten abgerechnet und ist in den meisten Fällen gar nicht in der Anzeige erwähnt.

Deswegen ist es auch wichtig darauf zu achten, welche Heizungsart die Wohnung hat: Beziehst du die Wärme über einen Nachtspeicherofen oder Elektrofussbodenheizung, kommt eine höhere Summe an Strom auf die Rechnung als für den Alltagsgebrauch. Ein weiterer Kostenpunkt ist die Mietkaution. Drei Netto-Monatsmieten darf der Vermieter fordern. Die Kaution muss in der Regel bei Beginn des Mietverhältnisses bezahlt werden.


Die Wohnungsbesichtigung

Zur Besichtigung, sofern nichts anderes vereinbahrt, muss nichts mitgenommen werden. Im Anschluss kann der Vermieter allerdings darum bitten, eine Selbstauskunft auszufüllen, wo Fragen zu Einnahmen, der alten Adresse und Belastungen stehen. Die häufigsten Fragen, die ein Vermieter stellen könnte sind:

  • Wie hoch ist dein monatliches Einkommen?
  • Bist du berufstätig oder hast du eine Bürgschaft?
  • Wie viele Personen ziehen ein?
  • Wie lange hast du vor in dieser Wohnung zu bleiben?

Auf dem ersten Blick sehen die zu vermietenden Wohnungen oft schön aus. Es lohnt sich dennoch, alles genauer unter die Lupe zu nehmen und auf versteckte Schäden zu achten:

  • Sind die Wände und Decken schimmelfrei?
  • Sind die Fenster und Türen alle in Ordnung und lassen sich ohne Probleme öffnen?
  • Sind alle sanitäre Objekte in einem guten Zustand?
  • Wie sehen die Böden aus?

Werden Defizite festgestellt, kann der Vermieter darauf aufmerksam gemacht werden und eine Lösung gefunden werden. Es ist einfacher, vor der Unterzeichnung des Mietvertrages die Schäden zu beheben, als nach dem Einzug. Denn sonst kannst du auf den Kosten sitzen bleiben, da nicht nachgewiesen werden kann, dass die Probleme schon vor dir da waren.


Brauche ich eine Hausratsversicherung?

Eine Hausratversicherung beinhaltet die Kosten, die aufgrund von Beschädigungen an allen Gegenständen entsehen können, die in der Wohnung sind. Darunter gehören Möbel, Elektrogeräte, aber auch Kleidung. Die Versicherung übernimmt den Schaden, wenn Ereignisse wie ein Brand, Wasserrohrbruch, Einbruch oder Diebstahl die Gründe für den Schaden sind. Du solltest dennoch genau überlegen, ob eine Versicherung nötig ist:

  • Was bringt mir die Versicherung, welche Vorteile habe ich davon?
  • Welche Leistungen bekomme ich und wie hoch sind die Beiträge?

Wenn du dich für eine Versicheung entscheidest, solltest du vergleichen, bei welchem Anbieter die Konditionen am besten sind.


Juhu, ich habe die Wohnung bekommen! Und nun?

Beim Unterschreiben des Mietvertrags sollte dieser gründlich gelesen werden, denn dort stehen alle wichtigen Informationen zur Hausordnung, baulichen Veränderungen wie Tapezieren oder Wändestreichen sowie zur Tierhaltung drin. Es ist wichtig, alles im Vertrag stehende zu lesen und nachzufragen, falls etwas unklar ist, damit es später keine Probleme gibt. Vor dem Umzug ist es ausserdem ratsam, sich um die Verträge für Internet und Strom zu kümmern. Oft brauchen diese ein paar Wochen bis zu Monaten, damit die Umstellung erfolgt.


Wie spare ich Geld beim Umzug?

Für den Umzug stehen zwei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Eine Speditionsfirma zu beantragen oder den Umzug selbst zu meistern. Vor allem bei der ersten eigenen Wohnung ist es nicht notwendig, jemanden zu engagieren, da es meist nicht so viele Sachen sind, die ins neue Heim müssen. So ist es sinnvoll, Familie und Freunde um Hilfe zu bitten. Kartons können oft in Lebensmittelläden umsonst erworben werden, so sparst du viele Euros. Online gibt es gebrauchte Möbeln, die in einem guten Zustand und dennoch preiswert sind.

Zur Grundausstattung einer Wohnung gehört eine Küche. Dafür brauchst man einen Kühlschrank, Herd und Ofen, eine Spüle sowie eine Arbeitsfläche. Im Internet sind viele günstige gebrauchte Küchen zu finden, es lohnt sich also rechtzeitig zu vergleichen. Je nachdem, ob die Wohnung ein oder mehrere Zimmer hat, werden auch Möbel benötigt. Notwendig ist dabei ein Schlafplatz (Schlafsofa oder Bett), ein Arbeitsplatz (Schreibtisch, Regale, Stuhl).

Artikel-Bewertung:

3.09 von 5 Sternen bei 360 Bewertungen.

Deine Meinung:

Veröffentlicht am 13. Okt 2015 um 16:47 Uhr von Christoph Kofoet
Hallo, ich hätte noch Tipps, was die Kosten beim Umzug angeht. Gerade Schüler und Studenten haben meistens ja nicht so viel Geld und sind froh wenn sie das ganze etwas kostengünstiger gestalten wollen. Wie ihr schon geschrieben habt, würde ich auf jeden Fall abraten ein Umzugsunternehmen zu beauftragen. Die sind nämlich oft sehr teuer und den Umzug kann man auch alleine organisieren. Bei den Kartons würde ich aber euren Tipp widersprechen. Man sollte schon ein paar vernünftige Umzugskartons haben, gerade wenn man weiter weg zieht. Diese müssen auch nicht unbedingt teuer sein. Entweder man kauft sie im Baumarkt, oder man guckt in einem Onlineshop. Bei den Onlineshops muss man aber beachten, dass meistens noch Porto dazu kommt. Wenn man die Kartons nicht mehr verbraucht, kann man sie weiter verkaufen, z.B. über Ebay Kleinanzeigen. Dann halten sich die Investitionen für die Kartons in Grenzen. Oder man guckt einfach direkt bei Ebay Kleinanzeigen, ob man jemanden findet, der seien alten Kartons loswerden will. Dabei sollte man aber trotzdem darauf achten, dass sie nicht beschädigt sind. LG Christoph