Schüler Bafög
An den Finanzen darf dein Schulbesuch nicht scheitern | Foto: Thinkstock/Jacek Chabraszewski
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28. Mai 2015

Anke-Elisabeth Schoen

Geld

Schüler-BAföG

Damit eine gute (Aus-)Bildung nicht am Geld scheitert

Diese Schulformen werden gefördert

Die Liste der förderungswürdigen Schulen ist lang:

  • Dazu zählen weiterführende allgemeinbildende Schulen, wie Haupt- Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien.
  • Beim Besuch einer Berufsfachschule oder bei Klassen aller Formen der beruflichen Bildung, wie beispielsweise beim Berufsförderungsjahr, kannst du eine solche Finanzspritze erwirken.
  • In beiden Fällen gilt: eine Förderung ist ab der zehnten Klasse möglich.
  • Schüler von Fach- und Oberschulklassen, deren Besuch keine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt und Berufsfachklassen und Fachschulklassen, wenn sie innerhalb eines zweijährigen Bildungsgangs einen berufsqualifzierenden Abschluss vermitteln, gelten ebenfalls als berechtigt.
  • Beim Besuch einer Fach- und Fachoberschulklasse, die eine abgeschlossene Berufausbildung voraussetzt, bekommst du ebenfalls Unterstützung.
  • Für deinen Abschluss an einer Abendschule, eine Berufsaufbauschule oder einem Kolleg, steht dir ein finanzieller Zuschuss zu.

Die Voraussetzungen für das Schüler-BaföG

Wenn du...

  • an einer allgemeinbildenden Schule
  • an einer Berufsfachschule oder
  • an einer Fach- oder Fachoberschule ohne abgeschlossene Berufsbildung lernst...

...ist eine eigene Wohnung abseits des Elternhauses erforderlich, um BAföG zu bekommen.

Notwendig wird diese, wenn die Ausbildungsstätte zu weit entfernt ist: die tägliche Hin- und Rückfahrt dauert dann mehr als zwei Stunden.

Bist du verheiratet, lebst in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft, führst einen eigenen Haushalt oder lebst mindestens mit einem Kind zusammen. Auch dann sind die notwendigen Voraussetzungen für das Schüler-BAFöG gegeben.

Auch ausländische Schüler ohne einen deutschen Pass haben ein Recht auf Schüler-BaföG, brauchen dafür aber eine sogenannte Bleibeperspektive.

Du bist...

  • gesellschaftlich integriert
  • verfügst über ein Daueraufenthaltsrecht in Deutschland oder nach dem Freizügigkeitsgesetz der EU, die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG oder eine Niederlassungserlaubnis.

Um gefördert zu werden, muss erkennbar sein, dass du als Schüler das angestrebte Ausbildungsziel tatsächlich erlangst. Es reicht schon, die Schule regelmäßig zu besuchen. Sogar wenn du eine Ehrenrunde drehst, bist du noch BaföG-berechtigt. Und auch während der Ferien bekommst du Geld.

Hier gelten andere Regeln. Regulär erhalten Schüler ihr BAföG in den letzten drei Halbjahren der Ausbildung. Vorher wird von ihnen erwartet, dass sie arbeiten und sich somit selbst finanzieren. Wenn dies nicht geleistet werden kann, greift unter Umständen Hartz IV. Da Bildung aber Ländersache ist, ist dies in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Unbedingt vorher beim zuständigen Amt erkundigen!

Wie beantrage ich Schüler-BaföG?

Du musst zunächst einen entsprechenden Antrag stellen:

  • Wenn du das 15. Lebensjahr vollendet hast, kann der BAföG-Antrag von dir und deinen Eltern bzw. dem gesetzlichen Vertreter unterschrieben werden.
  • Wenn du Schüler oder Auszubildender an einem Abendgymnasium, an einem Kolleg, an einer Fachschule oder Akademie bist erhaltst du dies bei dem Amt für Ausbildungsförderung in dem Ort, an dem sich auch eure Ausbildungsstätte befindet.
  • Als Schüler einer allgemeinbildenden Schule wirst du in der Stadt/Kreisverwaltung des elterlichen Wohnorts fündig.
  • Oder du lädst die gewünschten Unterlagen einfach auf den Seiten des Bundesministeriums für Forschung und Bildung unter dem Menüpunkt Antragstellung runter. Hier gibt es auch weitere nützliche Hinweise wie Adressen, Telefonnummern und Interverbindungen der zuständigen Ämter für Ausbildungsförderung: www.bafög.de

Der Antrag ist durch – und nun?

Wenn dein Antrag bewilligt wurde, bekommst du zunächst ein Jahr lang BAföG, ab dem Antragsmonat. Leistungen können nicht rückwirkend bezahlt werden. Deshalb reich deine Unterlagen besser heute als morgen ein.

Wenn du bei der Antragstellung noch nicht alle erforderlichen Nachweise zusammen hast, ist dies auch kein Beinbruch. In der aller größten Not reicht auch ein formloses Schreiben. Der Tag der Antragstellung zählt, dementsprechend bekommst du eine größere oder kleinere BAföG-Rückzahlung.

Wenn du nach deinem ersten Jahr weiter gefördert werden möchtest, musst du zwei Monate vor Ablauf einen Antrag auf Weiterförderung stellen. Als Schüler bist du sowieso in der komfortablen Lage, dass du einen Vollzuschuss bekommst, das Geld also nicht zurückzahlen musst.


Sonderfälle beim Schüler-Bafög

  • Das kannst du beantragen, wenn der Aufenthaltsort deiner Eltern nicht bekannt ist, sie im Ausland leben oder sie keinen Unterhalt leisten können.
  • Es greift auch, wenn du an einem Abendgymnasium oder Kolleg lernst.
  • Oder wenn du bereits das 30. Lebensjahr vollendet hast, aber aus zwingenden Gründen noch weiter gefördert werden müsst.
  • Oder wenn du nach deinem 18. Lebensjahr schon fünf Jahre erwerbstätig warst oder nach einer dreijährigen berufsqualifizierenden Ausbildung mindestens drei Jahre gearbeitet hast.
  • Wenn deine Ausbildungszeit kürzer war, kann dies durch eine längere Berufstätigkeit kompensiert werden. Es müssen also sechs Jahre sein.
  • Außerdem musst du während dieser Zeit deinen Lebensunterhalt selbst bestreiten.

Die Altersgrenze liegt bei 30 Jahren: Allerdings gibt es auch hier einige Ausnahmen:

  • Wenn du deinen Abschluss auf dem zweiten Bildungsweg machst, lohnt sich der Gang zum BAföG-Amt, auch wenn du schon älter bist.
     
  • Wenn du im Alter von 30 bzw. von 35 eigene Kinder unter 10 Jahren hast, diese ununterbrochen erzieht und dabei wöchentlich nicht mehr als 30 Stunden arbeitest, kannst du solange BAföG empfangen, bis dein Kind ein Lebensalter von zehn Jahren erreicht hat. In diesem Fall kannst du auch einen Mietkostenzuschuss zusätzlich zum Schüler-BAföG erhältst.
     
  • Selbst wenn du älter als 30 bist, lohnt sich auch ein Antrag auf Vorabentscheidung, den du rechtzeitig vor Ausbildungsbeginn einreichst. Bei Bewilligung gilt dieser Entscheid für die gesamte Ausbildung. Dieser verfällt allerdings, wenn die Ausbildung nicht binnen eines Jahres beginnt.

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