Vernachlässige dich selbst nicht.
Du musst auch auf andere Dinge als Schule achten. Foto: Jeswin Thomas/Unsplash
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02. Feb 2021

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Schule ist nicht alles

Worüber sich angehende Abiturienten sonst noch Gedanken machen sollten

Partnerschaft und Liebe

Es ist kein Geheimnis, dass sich viele Schüler der Oberstufe mitten in der Pubertät befinden und alles rund um Liebe einen übergeordneten Stellenwert einnimmt. Trotzdem ist es bei vielen Schülern so, dass sie ihre natürlichen Bedürfnisse komplett außer Acht lassen und sich nur noch auf schulische Dinge konzentrieren. Zugegebenermaßen spricht nichts dagegen, das bevorstehende Abitur zu priorisieren, aber dafür das Liebesleben komplett zu vernachlässigen, ist nicht der richtige Weg. Zumal es bei Partnerschaften gewisse Aspekte gibt, über die sich sowohl Jungen als auch Mädchen Gedanken machen sollten und am wichtigsten sind dabei unumstritten die Optionen zur Schwangerschaftsverhütung. Es lässt sich schließlich nicht bestreiten, dass nur die wenigsten Schüler in diesem Alter einen Kinderwunsch haben dürften. Schon allein aus dem Grund, da eine Schwangerschaft im Jugendalter nicht gerade optimal für die weitere Karriere ist.

Glücklicherweise mangelt es in einem Industrieland wie Deutschland nicht an Verhütungsmitteln, wobei es sich hierbei keineswegs um ein Thema handelt, das nur den weiblichen Part einer Beziehung betrifft. Beide sollten sich über die Verhütung Gedanken machen und sich für eine Methode entscheiden, die einen guten Schutz bietet und den persönlichen Vorstellungen beider Partner entspricht. Grundsätzlich gilt es hierbei zwischen hormonellen und nicht-hormonellen Verhütungsmitteln zu unterscheiden. Hormonelle Verhütungsmittel wären beispielsweise Antibabypille, Hormonspirale und Vaginalring. Diaphragma und Kondome gehören hingegen zu den nicht-hormonellen Verhütungsmitteln. Welches das beste Verhütungsmittel ist, lässt sich pauschal nicht beantworten, da es hierbei immer ein Stück weit auf die persönlichen Präferenzen ankommt. Zudem ist es oftmals so, dass nicht jeder bestimmte Verhütungsmittel verträgt, weswegen es gegebenenfalls Alternativen bedarf. Zumal gerade hormonelle Verhütungsmittel häufig Nebenwirkungen haben, aber auch so etwas wie eine Kondomallergie beziehungsweise Latexallergie ist gar nicht mal so selten.

Die Verhütung ist jedoch nicht das einzige Thema, das bezüglich Liebe und Sex von Bedeutung ist. Auch Beziehungen sollten zu jedem Zeitpunkt ernst genommen werden. Leider handelt es sich hierbei immer noch um etwas, das sowohl von Eltern als auch Lehrern oftmals vernachlässigt wird, da Beziehungen und damit einhergehende Trennungen in dem Alter oft als Kinderkram abgetan werden. Das ist jedoch problematisch, da besonders Trennungen in manchen Fällen schwerwiegende Folgen haben können. Diesbezüglich gilt es unter anderem das sogenannte Broken-Heart-Syndrom zu nennen. Hierbei handelt es sich um eine Funktionsstörung der linken Herzkammer, welche durch starken Stress ausgelöst wird. Solcher Stress kann bei manchen Menschen auch im Zuge einer Trennung auftreten und obwohl es sich beim Broken-Heart-Syndrom beziehungsweise der Tako-Tsubo-Kardiomyopathie nicht um einen Herzinfarkt handelt, ist die Erkrankung dennoch gefährlich und unter bestimmten Umständen sogar lebensbedrohlich. Hinzukommen Erkrankungen wie Depressionen, die ebenfalls im Zuge von Beziehungsproblemen auftreten können. Partnerschaft und Liebe sollte also selbst bei angehenden Abiturienten eine Rolle spielen. Dazu gehört auch, offen über solche Themen zu reden und sich nicht zu 100 % auf das Lernen zu fokussieren. Zumal sich Beziehungsprobleme oder Themen wie Schwangerschaft ohnehin nicht gerade förderlich auf die Konzentration auswirken, was die Leistung beeinträchtigen kann.

Ausbildung oder Studium?

Vernachlässige deine Gesundheit nichtMit abgeschlossenem Abitur eröffnen sich viele Chancen und es ist sinnvoll, sich bereits davor Gedanken über die weitere Karriere zu machen. Ansonsten kann es schnell passieren, dass man die nächsten Jahre nur herumlungert und nicht im Leben vorankommt. Angehende Abiturienten sollten sich daher direkt überlegen, ob sie nach dem Abitur eine Ausbildung oder ein Studium machen möchten. Viele sehen eine Ausbildung allerdings als Schritt zurück und entscheiden sich daher für ein Studium, da ein solches ohnehin als der Königsweg für Abiturienten gilt. Das ist jedoch so nicht ganz richtig und oftmals wäre eine Ausbildung die bessere Entscheidung. Unter anderem wer handwerkliches Geschick vorzuweisen hat, ist mit einer Ausbildung in vielen Fällen besser beraten. Zumal viele angesehene Handwerksbetriebe Bedarf an Lehrlingen haben und Abiturienten gern gesehen sind. Außerdem sind die beruflichen Aussichten nach einer Ausbildung keineswegs zwangsweise schlechter als nach einem Studium. Nach abgeschlossener Ausbildung in einem Handwerksberuf ist es beispielsweise möglich, einen Meistertitel zu erwerben und eine gut bezahlte Stelle zu finden oder gar ein eigenes Gewerbe zu gründen.

Die eben genannte Option ist jedoch nur eine von vielen Möglichkeiten, die Abiturienten haben, wenn sie sich für eine Ausbildung statt für ein Studium entscheiden. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich hierüber ausreichend Gedanken zu machen, denn Ausbildungen bringen generell gewisse Vorzüge mit sich. So ist bei vielen Ausbildungen das Risiko einer Arbeitslosigkeit aufgrund des Fachkräftemangels verschwindend gering und zudem müssen die Gehälter nicht unbedingt schlechter sein als die von Akademikern. Im Endeffekt kommt es jedoch natürlich auf den individuellen Fall an und bei manchen Personen macht ein Studium definitiv mehr Sinn. Es ist daher umso wichtiger, sich ausreichend mit dem Thema zu beschäftigen und nicht erst darüber nachzudenken, wenn man das Abitur in der Tasche hat. Dieses wird ohnehin häufig überschätzt und genaugenommen fallen nur wenige Schüler durch. Tatsächlich sind es nicht einmal 4 % der angehenden Abiturienten, welche durch die Prüfungen fallen. Das Ganze ist also kein Hexenwerk und sollte infolgedessen kein Grund sein, um alles um sich herum zu vergessen. Es sei denn natürlich, dass hohe Ziele wie ein perfekter Notenschnitt angepeilt werden.

Fitness und Gesundheit

Unsere Gesundheit sollte immer Priorität haben und sogar einen höheren Stellenwert als die Karriere einnehmen. Schließlich bringt selbst die beste Arbeitsstelle wenig, wenn sie am Ende zu einem Burnout oder anderweitigen gesundheitlichen Problemen führt. Solche sollten generell nie unterschätzt werden und das gilt sowohl für die physische als auch psychische Gesundheit. Letztere wird häufig vernachlässigt, was jedoch problematisch ist, da manche Personen im Zuge von psychischen Problemen sogar suizidgefährdet sind. Angehende Abiturienten sollten daher immer auf ihre Gesundheit achten. Wie sie diese letztendlich sicherstellen, bleibt jedoch jedem selbst überlassen und an Möglichkeiten mangelt es beileibe nicht. Allein der regelmäßige Gang ins Fitnessstudio kann Beschwerden vorbeugen und trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Allerdings ist es ratsam, zuvor andere Schüler zu suchen, um sich gemeinsam anzumelden. Es ist schließlich einfacher, beim Training am Ball zu bleiben, wenn man sich gegenseitig motiviert.

Alternativ ist es auch möglich, Workouts von zu Hause aus durchzuführen, denn im Internet gibt es hierzu genügend Bild- und Videomaterial. Wichtig ist lediglich, die Spreu vom Weizen zu trennen und sich an seriöse Informationsquellen zu halten. In puncto Gesundheit geht es jedoch nicht nur um Sport, sondern auch um weitere Themen wie beispielsweise Depressionen und Sexualität. Was letztendlich von Bedeutung ist, variiert jedoch von Schüler zu Schüler. Nicht jeder hat dieselben gesundheitlichen Probleme und im Jugendalter dürften die meisten ohnehin relativ fit sein. Das bedeutet aber nicht, dass gesundheitliche Dinge komplett außer Acht gelassen werden sollten. Zumindest regelmäßige Routineuntersuchungen beim Arzt sind nahezulegen und zwar nicht nur dann, wenn gerade eine Krankmeldung benötigt wird.

Persönlichkeitsentwicklung

Zugegebenermaßen handelt es sich bei der Persönlichkeitsentwicklung um einen komplexen Prozess. Das heißt jedoch nicht, dass wir uns nicht bereits im Jugendalter darüber Gedanken machen sollten. Wer sich mit seiner Persönlichkeit beschäftigt, lernt sich selber besser kennen und hat gute Voraussetzungen, ein gesünderes Selbstbild zu entwickeln. Ein solches kann dabei helfen, besser mit Rückschlägen umzugehen, emphatischer gegenüber anderen Menschen zu sein, Herausforderungen gekonnt zu bewältigen, unabhängiger zu denken und seine Stärken gezielt zu fördern. Die Vorteile lassen sich also nicht leugnen, aber die meisten von uns wissen gar nicht so recht, wo sie bei der Persönlichkeitsentwicklung am besten anfangen. Ein Pauschalrezept dafür gibt es nicht, da jeder Mensch unterschiedlich ist. Es ist jedoch zu empfehlen, sich erst einmal auf Dinge zu fokussieren, bei denen mit schnellen Erfolgen zu rechnen ist. Auf diese Weise verlieren Schüler nicht direkt die Motivation und haben somit einen Anreiz, kontinuierlich an der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu arbeiten.

Um loszulegen, sollten Schüler erst einmal einen Plan mit Bereichen erstellen, bei denen sie einen Verbesserungsbedarf sehen. Allerdings sollte es sich hierbei nicht nur um Dinge wie Schulnoten handeln, da auch andere Aspekte für die Persönlichkeitsentwicklung von Relevanz sind. Zumal die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit sich unabhängig von den Schulnoten positiv auf die Karriere auswirken kann. In jedem Fall sollten die einzelnen Bereiche nicht nur kurz auf Papier aufgeführt werden, sondern spezifische Ziele enthalten. Diese Ziele sollten jedoch realistisch sein und zudem ist es wichtig, über deren Umsetzung nachzudenken. Ansonsten kann es ebenfalls passieren, dass die Motivation direkt verloren geht, da keine Orientierungsbasis vorliegt. Die größten Entwicklungen der Persönlichkeit finden übrigens vor dem 30. Lebensjahr statt, was es umso wichtiger macht, sich rechtzeitig damit zu beschäftigen. Allerdings handelt es sich um einen Prozess, der nie gänzlich abgeschlossen ist, denn bekanntermaßen lernt man nie aus und die Persönlichkeitsentwicklung ist davon nicht ausgeschlossen. Sich dabei zu übernehmen, ist jedoch nicht zu empfehlen, da dies kontraproduktiv sein und sogar zu einem Burnout führen kann.

Umwelt und Nachhaltigkeit

In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein der Menschen gewandelt und Themen rund um Umwelt spielen eine zunehmende Rolle. Das ist auch gut so, da der Klimawandel eine der größten Bedrohungen unserer Zeit darstellt. Es handelt sich hierbei also um ein Thema, das jeden von uns angeht. Deswegen die Schule zu schwänzen und auf Demonstrationen zu gehen, ist jedoch nicht notwendig. Trotzdem steht außer Frage, dass es sinnvoll ist, sich mit dem Thema zu befassen und aktiv an einer besseren Zukunft mitzuwirken. Im Grunde reichen dafür bereits kleine Maßnahmen aus, da jeder einzelne von uns etwas für die Umwelt tun kann. Schüler können beispielsweise versuchen, ein nachhaltigeres Leben zu führen, indem sie sich weniger von den Eltern fahren lassen (oder selber fahren) und stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Generell gibt es viel, was getan werden kann, um sich für die Umwelt einzusetzen. Eine weitere potenzielle Möglichkeit wäre ehrenamtliches Engagement in entsprechenden Organisationen. In den letzten Jahren haben sich diesbezüglich viele Möglichkeiten eröffnet und junge Menschen sind bei den meisten Organisationen gern gesehen. Wer sich ehrenamtlich engagiert, kann aktiv etwas bewegen und zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Das kann übrigens auch in puncto Karriere von Vorteil sein, da sich viele Unternehmen in eine nachhaltigere Richtung entwickeln. Wer in seinem Lebenslauf langjähriges Engagement in einer Umweltorganisation nachweisen kann, hat also gegebenenfalls bessere Aussichten auf eine Anstellung. Doch auch unabhängig davon ist es sinnvoll, sich für unsere Umwelt einzusetzen – schon allein zum Wohl der zukünftigen Generationen.

Politische Situation

Leider ist Politik immer noch ein Bereich, der viele junge Menschen nicht interessiert. Das ist jedoch schade, da dies einer der Hauptgründe dafür ist, dass junge Menschen in der Politik unterrepräsentiert sind. Bei einigen Parteien wird das bereits jetzt zum Problem, da sich viele junge Menschen nicht angesprochen fühlen und infolgedessen nicht einmal wählen gehen oder aus Protest eine Partei wählen, die nicht mit ihren Überzeugungen übereinstimmt oder keine realistische Chance auf Sitze im Bundestag hat. Allein deswegen ist es ratsam, sich näher über die politische Situation Deutschlands zu informieren, denn wer sich früh mit entsprechenden Themen beschäftigt, entwickelt ein besseres Verständnis dafür.

Gegebenenfalls bietet es sich sogar an, aktiv in einer Partei mitzuwirken. Das ist übrigens auch aus karrieretechnischer Sicht nicht verkehrt, da politische Aktivität von vielen Arbeitgebern geschätzt wird. Ganz zu schweigen davon, dass eine politische Karriere beste Zukunftsaussichten eröffnet. Zudem macht politische Bildung einen weniger anfällig für fragwürdige Theorien. Wer sich regelmäßig mit Politik auseinandersetzt, hat ein deutlich geringeres Risiko, sich im späteren Leben von Ideologien und Verschwörungstheorien beeinflussen zu lassen. Möglicherweise liegt sogar die nötige Wissensgrundlage vor, um andere Menschen mit fragwürdigen Überzeugungen in eine positive Richtung zu beeinflussen. So oder so ist Politik ein Thema, das auch angehende Abiturienten betrifft. Frühere Erfolge wie die Abschaffung von Studiengebühren sind ein gutes Beispiel dafür.

 

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