Outside the Box Urbanatix
Urbanatix: Auch 2014 ein Spektakel mit vielen talentierten Artisten | Foto: © Rocketchris
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14. Nov 2014

Barbara Kotzulla

Freizeittipps

Die Nachwuchs-Artisten der Street-Art-Show Urbanatix

-ARCHIV-

Junge Talente treffen auf internationale Künstler

Urbanatix steht für Vielfalt und Kreativität

"Think outside the Box": Dem wörtlich übersetzten "Querdenken" haben sich die Macher der "Urbanatix"-Shows mit Leib und Seele verschrieben. 2014 wollen sie weitere Grenzen sprengen und neue Strukturen schaffen. So werden die Artisten u.a. erstmals von zwei Live-Percussionisten begleitet, zudem darf man sich auf spannende Video-Sequenzen freuen.

Doch nicht nur diese kreative Vielfalt ist es, die Fabian aus Unna an dem Projekt begeistert. Der 20-Jährige ist 2010 durch ein Casting zu Urbanatix gekommen, damals hatte ihn sein Parkour-Trainer darauf gebracht. Warum er seitdem immer wieder an der Show teilnimmt, liegt für Studenten der Erziehungswissenschaften an drei Punkten: "Erstens lernt man unzählige Menschen und Künstler aus aller Welt kennen. Dann gibt es jedes Jahr einfach ein neues Setting, neue Musik, neue Objekte. Und dazu kann man sich ständig neu definieren, sich neu darstellen. Man lernt ja immer mehr und kann dies dann zeigen."

Akrobatik als Beruf(ung)

Auch für die gleichaltrige Anna aus Herne übt Urbanatix einen einmaligen Reiz aus. 2014 kann sie zwar nicht dabei sein, schwärmt aber weiterhin von dieser anderen Welt: "Hier gibt es so eine super Energie hinter der Bühne. Und die Artisten aus allen Ländern sind so offen, einfach gute Herzensmenschen."

Anna ist ebenfalls 2010 durch ein Casting in die Truppe gestoßen, im Vorfeld hat sie lange geturnt – doch die Zusammenarbeit mit den vielen Künstlern hat sie "geflasht" und sie auf neue Ideen gebracht. "Ich habe mir vorher keine Gedanken darüber gemacht, dass man Akrobatik als Beruf ausüben kann. Doch die Profis bei Urbanatix haben mir von den Schulen in Paris oder Montreal erzählt und mich ermutigt, mich dort zu bewerben. Da war ich erst 16, aber ich wusste: Das will ich unbedingt machen!"

Nach hartem Training hat es in diesem Jahr dann geklappt: Die blonde Artistin hatte sich gleich an mehreren Artisten-Schulen beworben – und wurde überall angenommen. Letztendlich fiel Annas Wahl dann auf das belgische Brüssel. Dort spezialisiert sie sich im Team mit zwei weiteren Studierenden auf die "Hand auf Hand"-Akrobatik. "Das Studium dauert drei Jahre, danach habe ich den Bachelor of Circus Arts. In den ersten drei Stunden des Tages konzentrieren wir uns auf meine Spezialgebiete. Dann stehen Sachen wie Krafttraining, Dehnung, Akrobatik oder Trampolin auf dem Plan – aber auch klassisches Ballett, Contemporary Dance und Theater. Wir werden also so gesehen zum Schauspieler, Tänzer und Artisten ausgebildet. Das ist dann ziemlich breit gefächert".

Nach der Show ist vor der Show!

Was Anna nach dem Studium erwartet, ist noch nicht klar – und ihr derzeit auch noch nicht so wichtig: "Ich versuche, nicht zu weit vorauszuplanen. Einfach, weil ich gerade glücklich bin. Das ist wirklich mein Traum." Beruflich stehen ihr viele Wege offen, wie etwa Anstellungen in Varietés, bei großen Companys, Auftritte bei Galas oder Festivals. "Ich könnte auch in Richtung Regisseur gehen, es ergeben sich da viele Möglichkeiten – gerade durch die Kontakte, die sich bilden. Es spricht aber ja auch nichts dagegen, später nochmal etwas zu studieren."

Fabian hat sich dagegen mit Erziehungswissenschaften für ein Studienfach entschieden, das auf den ersten Blick wenig mit seiner großen Sportleidenschaft zu tun hat. Und das aus pragmatischen Gründen: "Man braucht ein zweites Standbein. Bei einer Verletzung kannst du bei einer Show nix mehr machen. Dann lieber sicher sein."

Für die Zukunft kann sich der Parkour-Läufer eine Laufbahn als professioneller Trainer vorstellen, schließlich arbeitet er neben Studium und Bühne schon länger in diesem Bereich. "Das Fach Erziehungswissenschaften ist vor allem dafür da, damit man sich mit Menschen auskennt und weiß, wie man ihnen etwas beibringen kann. Irgendwann bin ich zu alt für das Artisten-Ding und dann habe ich die Fähigkeiten, um als Trainer zu arbeiten."

Bis dahin bleibt Fabian Urbanatix treu und freut sich auch in diesem Jahr auf ein begeistertes Publikum. Von diesem wünscht er sich aber ein wenig mehr Verständnis im Alltag: "Wir machen ja nicht wirklich Parkour auf der Bühne, sondern zeigen eine Choreografie mit vielen Elementen. Das ist Bewegungskunst, für die man bejubelt wird. Wenn wir dagegen in der Stadt trainieren, werden wir eher weggeschickt. Die gleichen Leute sitzen dann aber wieder bei Urbanatix im Publikum. Das ist schon lustig."


Weitere Infos unter www.urbanatix.de

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