Johnny Strange Culcha Candela
Johnny Strange von Culcha Candela | Foto: Engergiesparmeister
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24. Mai 2013

Simone Zettier

Musik

UNICUM trifft: Johnny Strange von Culcha Candela

-ARCHIV-

Der Musiker engagiert sich für den Klimaschutz

"Gesellschaftliches Engagement ist wichtig"

UNICUM Abi: Wieso hast du dich vor fünf Jahren entschieden, auch beim Energiesparmeister mitzumachen?
Johnny Strange: Gesellschaftliches Engagement ist ganz wichtig. Ich war gespannt und bin es jedes Mal wieder, was die Schulen so machen. Das gibt einem selbst gute Perspektiven, an die man anknüpfen kann. Und mit jungen Menschen macht das am meisten Spaß, die sind noch so motiviert, da kann man am meisten an den Schrauben drehen und viel bewegen. Die haben noch Elan, was die Älteren oft nicht mehr haben. In diesem Punkt möchte ich immer jung bleiben. Durch meine Mitarbeit in der Jury kann ich meinen Beitrag dazu leisten.

Hast du dich immer schon für den Klimaschutz engagiert?
Ich bin in Kreuzberg schon ziemlich liberal aufgewachsen. Das war schon im Kindergarten Thema, aber es gab auch den Punkt, wo dieser Frustrationsgrad eingesetzt hat. Da hatte ich das Gefühl, dass man zwar etwas machen kann, es aber gar nichts bringt. Ich denke, dass man sich nicht total verbiegen muss. Bei bestimmten Sachen habe ich für mich gesagt, dass ich sie nicht mit meinem Lebensstil vereinbaren, aber dafür andere Sachen machen kann, um dies auszugleichen. Das war auch ein Grund für mich, hier mitzumachen.

Was für Dinge setzt du konkret um?
Erst einmal die passiven Sachen wie Ökostrom, Mitglied im Naturschutzbund oder bei Greenpeace zu werden, Sachen, die ich einfach machen kann und die mir nicht groß wehtun und die mein Gewissen erleichtern. Hinzu kommen viele Kleinigkeiten wie Wasser sparen, weniger Müll produzieren, öfter mal aufs Auto zu verzichten. Im Bioladen zu kaufen, ist auch nicht so teuer. Wenn man selbst kocht spart man zum einen Müll, aber auch Geld. Aber alles kann man nicht schaffen. Dann wird man so frustriert, dass man gar nichts mehr macht.

"Zeit ist nie genug. Was man gibt, kommt zurück"

Ihr habt mit Culcha Cundela mit Songs wie "Schöne neue Welt" auch gesellschaftskritische Songs gemacht, aber das hat abgenommen. Wieso?
Irgendwann hatten wir alle Themen durch und wollten nicht immer das Gleiche behandeln. Wir wollten nicht mehr mit dem Zeigefinger singen, etwas Zwanghaftes hat. Denn wir haben uns nicht als die Ökoband gesehen. Viele Ökos reden auch einfach nur und machen nichts. Das hat uns irgendwann genervt. Stattdessen haben wir uns selbst mehr engagiert und beim Singen mehr das Positive in den Vordergrund gestellt. Zuckerbrot statt Peitsche sozusagen. Man muss die Leute nicht belehren, kann sie aber trotzdem erreichen.

In diesem Jahr hat die Band ja Pause, trotzdem hast du viele Projekte am Start, du unterstützt auch noch Nachwuchsmusiker wie Cross Beatbox oder bist als Referent beim Nachhaltigkeitspreis. Woher nimmst du die Zeit?
Zeit ist nie genug. Was man gibt, kommt zurück. Manchmal muss ich gucken, dass ich mich auch ein bisschen um mich selbst kümmere und schauen, dass ich nicht auf der Strecke bleibe. Das muss ich noch ein wenig lernen.


Stranges Vater kommt aus Uganda und er selbst hat mit "Afrika Rise" ein Projekt ins Leben gerufen, das sich für mehr Bildungschancen in Afrika einsetzt. Mehr Infos zu Johnnys Projekt findet ihr unter Afrikarise.de.

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