Lang lebe der Tod
Out now: Lang lebe der Tod! | Foto: Sony Music/Christian Alsan
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05. Sep 2017

Sophia Bosold

Musik

Casper: Lang lebe der Tod

Das vierte Album des Musikers ist seit dem 01. September erhältlich

Caspers neues Album: Ein Jahr Verspätung

Eigentlich sollte das neue Album schon ein Jahr auf dem Markt sein. Kurz vor dem Datum der eigentlichen Veröffentlichung hat Casper dann aber die Reißleine gezogen, weil für ihn einfach noch etwas gefehlt hat. Es folgte also ein weiteres Jahr voller Arbeit: Tüfteln an den Texten, experimentieren mit Beats im Studio und noch mehr Feinarbeiten. Eine Zeit lang kam Casper überhaupt nicht weiter, weil er die Inhalte seiner Lieder selbst kritisch hinterfragte. Erst im Februar dieses Jahres haben die neuen Stücke an Struktur und Casper an Zufriedenheit gewonnen.

Mit seinen ersten drei Studio-Alben hat Casper für sich eine Trilogie abgeschlossen: "Hin zur Sonne"  beschäftigte sich damit, wie Casper in Bielefeld lebte und wie er dort Musik machte, "XOXO" drehte sich dann um seine eigene, ganz persönliche Geschichte und "Hinterland" wäre eigentlich eher zwischendrin als "Coming-of-Age"-Story einzuordnen.

Tod? Oder doch eher Angst?

"Lang lebe der Tod" spielt für Casper im Hier und Jetzt. Es beinhaltet unbequeme Musik für unbequeme Zeiten, in der ein diffuses Gefühl in Bezug auf Politik, Gegenwartsgefühl und Unbehagen in vielerlei Hinsichten besteht. Der Tod als Leitmotiv war dabei eigentlich nicht geplant. Die erste veröffentlichte Single, die den gleichen Namen trägt wie die Platte, kam allerdings sehr gut an. Für Casper geht es in diesem Lied auch gar nicht unbedingt um den Tod. Sondern viel mehr um Voyeurismus, Schaulustigkeit und die herrschende Sensationsgeilheit.

Die Songtexte sind einzigartig und aussagekräftig. So auch das Album. Es ähnelt einem Wechselbad der Gefühle, so wie es in der heutigen verrückten Zeit täglich erlebt werden kann. Laut Casper besteht in der Gesellschaft ein konstantes Gefühl, dass man sich immer kurz vor dem Ernstfall befindet.

Keine Angst

Beim dritten Song "Keine Angst" bekommt man direkt gute Laune. Die Lust zu Tanzen wird sowohl durch die Klänge der Musik als auch durch die Verse geweckt. Es heißt "Keine Angst, denn alles was hier war, ist morgen vielleicht schon egal". Es verleitet dazu, im Hier und Jetzt zu leben und einfach mal den Moment zu genießen.

"Lass sie gehen" benennt zwar viele Sorgen, die aber auch sofort wieder abgeschüttelt werden. Die Zeilen regen zum Nachdenken an, aber auch dazu, einfach mal die negativen Gedanken "gehen zu lassen".

Das letzte Lied "Flackern und Flimmern" setzt noch einen oben drauf. Erst klingt es relativ ruhig und bedacht, aber im Refrain hat man das Gefühl, ein Feuerwerk beendet die neue Platte von Casper, als würde der Kreis sich schließen.

Lang Lebe der Tod: Für jeden Geschmack etwas dabei

Die Beats wechseln sich ab. Erst hart, dann geheimnisvoll oder sogar leicht romantisch. Die Vielfalt macht es möglich, dass für jeden Hörer etwas dabei ist, nicht nur für Casper-Fans. Egal ob man auf ruhige, melancholische, poppige oder Gute-Laune-Musik steht: auf diesem Album wird man auf jeden Fall fündig. Vorausgesetzt man mag Caspers Stimme und deutschen Gesang.


Lang Lebe der Tod AlbumcoverUNICUM Musik-Tipp

Lang Lebe der Tod

Casper

Columbia/Sony Music

VÖ: 01. September 2017

Artikel-Bewertung:

3.43 von 5 Sternen bei 35 Bewertungen.

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