Neuauflagen Next-Gen-Konsolen
Wir sagen: Diese drei Neuauflagen für die Next-Gen-Konsolen lohnen sich | Fotos: Hersteller
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14. Nov 2016

Christopher Lymer

Games

Skyrim, Bioshock und Batman: 3 Meilensteine in neuem Glanz

The Elder Scrolls V: Skyrim – Special Edition

Ein halbes Jahrzehnt ist vergangen, seitdem das Rollenspiel-Mammut Skyrim erstmals seine Pforten zur gleichnamigen Provinz Tamriels öffnete. Nun dürfen wir die Reise erneut antreten und seine verschneiten Berggipfel, kargen Heidelandschafen, finsteren Verliese und idyllischen Städte wiederentdecken. Dabei staunen wir nicht schlecht – denn das bereits seinerzeit wunderschöne Skyrim sieht auf Konsole heute besser aus denn je und hat auch nach fünf Jahren nichts von seinem einstmaligen Charme eingebüßt.

In der Rolle des auserwählten Drachenblutes erschaffen wir uns einen Helden nach eigener Fasson: Ob wir mit Schwert und Schild, Pfeil und Bogen oder dem Zauberstab, in leichter Rüstung oder schwerer Panzerung, als schleichender Meuchelmörder oder brachialer Schlagetot, als Alchemist oder Meisterschmied ins Abenteuer ziehen, bleibt einzig und allein unserer Spielweise überlassen. Denn anstatt sich auf vorgegebene Charakterklassen festlegen zu müssen, entwickeln wir jede nur denkbare Fähigkeit unseres Protagonisten, indem wir sie einfach anwenden – und somit alles sein können, was wir gerne sein möchten.

Skyrim Landscape


Dieses Konzept der absoluten Freiheit spiegelt sich auch in der atmosphärischen, offenen Spielwelt von Skyrim wieder. Jeder Ort, den wir in der eisigen Provinz bereisen, jeder Pfad, den wir beschreiten, konfrontiert uns nicht nur immer wieder mit atemberaubenden Landschaftspanoramen, sondern erzählt eine eigene Geschichte und hält nicht selten auch eine von unzähligen Quests für uns bereit. Kein Wunder also, dass sich hier problemlos hunderte schöne Stunden verbringen lassen, ohne dass der Abspann auch nur in Aussicht steht.

Fazit:

The Elder Scrolls V: Skyrim – Special Edition poliert die Grafik des bahnbrechenden Fantasy-Rollenspiels ordentlich auf und kommt inklusive aller bisher erschienen Erweiterungen. Außerdem bringt die Neuauflage mit der Integration von Mods ein für Konsolen bisher schmerzlich vermisstes Feature. Wer bisher nie mit diesem Meilenstein der digitalen Rollenspielgeschichte in Berührung gekommen ist, darf sich diese Gelegenheit keinesfalls entgehen lassen. Aber auch Skyrim-Veteranen werden einen erneuten Besuch im Heimatland der Nord definitiv nicht bereuen!


Bioshock: The Collection

Als der erste Teil der mittlerweile drei Kapitel umfassenden Bioshock-Reihe im Jahr 2007 erschien, brachte er in mehrfacher Hinsicht frischen Wind in das Ego-Shooter-Genre. Nicht nur kombinierte Bioshock die klassische First-Person-Shooter-Mechanik mit einer Vielzahl von Rollenspiel-Elementen und baute damit erfolgreich einen Ansatz aus, dessen Keim schon bei seinem geistigen Vorgänger System Shock 2 zu finden war; auch mit seiner dystopisch philosophischen Erzählung, die den Spieler vor moralische Entscheidungen sowie das Konzept von freiem Willen und Verantwortung in Frage stellte, konnte der Titel neue Maßstäbe setzen.

Bioshock: The Collection entführt uns nun, beinahe 10 Jahre später, erneut auf den Grund des Atlantiks in die maroden Korridore und Hallen der Unterwasserstadt Rapture. Vom Industriemagnaten Andrew Ryan in den späten 40er Jahren errichtet, sollte diese Metropole im Stil des Art-Déco einst das Utopia des freien Mannes werden – jenseits von allen staatlichen sowie kirchlichen Restriktionen. Ein Ort, an dem der Industrie, dem Fortschritt und der Wissenschaft keinerlei Grenzen gesetzt sind.

Bioshock: The Collection


So zumindest erklärt es uns der Propaganda-Film, der uns im Innern der Tauchkugel entgegenflimmert, die uns zu Spielbeginn gen Rapture in die Tiefe befördert. Doch schon bei unserer Ankunft wird klar, dass die Realität anno 1960 anders aussieht: Die Unterwasserstadt verrottet, ihre Einwohner sind dem Wahnsinn verfallen. Und so beginnt ein fesselnder Überlebenskampf, in dem wir die Geschichte Raptures sowie unsere Rolle darin ergründen. Dafür steht uns nicht nur stetig wachsendes Arsenal an aufrüstbaren Feuerwaffen zur Verfügung, sondern auch eine ganze Palette an paranormalen Fähigkeiten wie Pyro-, Kryo- oder Telekinese, die wir durch das konsumieren genverändernder Plasmide freischalten können.

Fazit:

Damit die beeindruckende Atmosphäre der ikonischen Schauplätze auch auf den Current-Gen-Konsolen für Gänsehaut sorgt, wurde bei Bioshock: The Collection nochmal ordentlich an der Grafikschraube gedreht. Hochauflösende Texturen, eine erhöhte Framerate sowie neu eingefügte Details machen einen erneuten Ausflug in den Kosmos von Bioshock zu einem fesselnden Erlebnis. Und das gilt für die gesamte Trilogie, die mit Bioshock, Bioshock 2 und Bioshock: Infinite sowie allen dazugehörigen Single-Player DLCs in Bioshock: The Collection enthalten ist.


Batman: Return To Arkham

Mit Batman: Arkham Asylum fiel 2009 für den dunklen Ritter der Startschuss für eine steile Videospielkarriere. Im Zwei-Jahres-Takt sollte der Meisterdetektiv im Fledermaus-Kostüm von nun an über die heimischen Mattscheiben flattern. Während uns im vergangenen Jahr mit Batman: Arkham Knight der vorerst letzte Teil der vierteiligen Action-Adventure-Reihe vorgelegt wurde, schickt uns Batman: Return to Arkham – wie der Name schon sagt – zurück auf berüchtigte Gefängnisinsel und lässt uns erneut gegen den Joker antreten.

Wie schon vor sieben Jahren überzeugt Batman: Arkham Asylum auch in der Neuauflage durch sein markantes Comic-Design, das seinerzeit bewusst auf eine eigene Bildsprache setzte, um sich von der parallel im Rampenlicht stehenden Film-Trilogie Nolans abzuheben. Überflüssig zu erwähnen, dass der erneute Ausflug nach Arkham durch die Current-Gen-Technologie nun noch eindrucksvoller ist, da die atmosphärisch düstere Kulisse von einer höheren Auflösung, verbesserten Details und Lichteffekten profitiert.

Umso größer ist die Freude, wieder in den kultigen Kampfanzug des dunklen Rächers zu schlüpfen und von Wasserspeier zu Wasserspeier zu schwingen, unachtsame Gegner lautlos auszuschalten, knifflige Rätsel zu lösen und allerlei technische Gadgets zu nutzen, um die aus der Anstalt entflohenen Schurken nach und nach wieder in ihre Zellen zu sperren.

Batman: Arkham Asylum


Dabei kommt natürlich auch die für die Batman-Reihe wohl prägendste Spielmechanik zum Einsatz – das Freeflow-Kampfsystem: Mit Fausthieb und Dropkick nehmen wir unsere Gegner auseinander, sammeln fleißig Kombo-Punkte, um Spezialangriffe auszuführen, und passen unsere Kampfmanöver dynamisch den verschiedenen Gegnertypen an, die zum Teil mit Messern, Stromstöcken oder Feuerwaffen auf uns losgehen. All das geht auch 2016 noch so geschmeidig von der Hand, dass wir nur zu gut nachvollziehen können, weshalb sich nachfolgende Action-Kracher wie Mad Max, Shadow of Mordor oder Assassin‘s Creed an diesem System erfolgreich bedient haben.

Fazit:

Wer bisher noch nicht die Gelegenheit ergriffen hat, sich die Anfänge der beliebten Batman-Reihe einzuverleiben, bekommt mit Batman: Return to Arkham ein grafisch aufpoliertes Remaster, das mit Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City sowie den dazugehörigen DLCs stundenlangen Spielspaß vorprogrammiert. Einziger Wermutstropfen sind die zuweilen auftretenden Performance-Probleme. Hier gilt es für die Entwickler, mit zeitnahen Patches nachzuhelfen.

Artikel-Bewertung:

2.84 von 5 Sternen bei 132 Bewertungen.

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