FIFA 18 Atlético Madrid
Noch detailreicher: FIFA 18 | Foto: EA Sports
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12. Okt 2017

Max Brücher

Games

Fifa 18

Ein neues Jahr, ein neues Fifa

Die Stärken und Schwächen von FIFA 18

Auch wenn natürlich nicht alle Spieler derart detailliert in Szene gesetzt werden, fühlt sich FIFA 18 wieder ein Stück individueller an: Die physischen wie auch technischen Stärken halten weiteren Einzug ins Gameplay und in die taktische Finesse. Kleine, schlanke Spieler kommen im Sprint schneller auf Höchstgeschwindigkeit und ziehen großen Gegnern wie zum Beispiel Mats Hummels gerne davon, sind diesem im direkten Zweikampf aber körperlich unterlegen.

Sehr schön anzusehen ist auch die KI. Die gesamte Mannschaft bewegt sich mehr ohne Ball, fordert den Ball und insbesondere die Außen versuchen immer neue Wege zu finden, um mit Bällen in die Spitze bedient werden zu können. Während Fifa 17 vor allem durch die Mitte ging, ist EAs neuer Teil breiter angesetzt. Ballbesitz ist ein wichtiges Thema. Es braucht Zeit, das Spiel aufzubauen und sich Stück für Stück Richtung Tor zu bewegen.

Hier zeigt FIFA 18 aber auch seine Schwäche. In der Defensive ist das Zentrum nun deutlich besser besetzt, lange flache Pässe auf die Außen kommen aber zu oft ans Ziel. In der Offensive sind die Flanken dann wieder zu ungenau und erreichen zu selten das gewünschte Ziel. Auch ist die Manndeckung an der Strafraumgrenze ist teils fahrlässig, was hochkarätige Spieler dann allzu gern ausnutzen. Es ist daher umso wichtiger, die Räume gut zu decken, statt den direkten Zweikampf zu suchen, was erst nach einiger Einarbeitungszeit funktioniert.

Die wichtigsten Unterschiede zu FIFA 17

Insgesamt spielt sich FIFA 18 etwas langsamer als der Vorgänger, wodurch in der Offensive mehr Zeit für einen geordneten Aufbau und das Warten auf den tödlichen Pass bleibt, während in der Defensive die Räume besser zugestellt werden können. Grätschen müssen besser getimt werden, da die Spieler deutlich länger brauchen, um wieder auf die Beine zu kommen.

Den Ball ins Tor bringt man gerne mit schicken Volleys und Direktabnahmen, die nun deutlich mehr Druck haben und realistischer und flüssiger wirken. Hier hat es EA etwas zu gut gemeint: Der Ball findet zu oft aus eigentlich ungefährlichen Situationen und über 25 Metern seinen Weg ins Netz. Ein 4:4 zur Halbzeit ist keine Seltenheit.

Eine unspektakuläre, aber sinnvolle Neuerung: Quick-Subs. Vor Spielbeginn können feste Auswechselpaare bestimmt werden, die dann während des Matches ohne Unterbrechung umgesetzt werden können. Alternativ kann man dem (KI-)Co-Trainer den Wechsel überlassen, hat dann aber keinen Einfluss auf den Tausch.

Die Elfmeter werden wieder wie in Fifa 16 geschossen, man kontrolliert den Anlauf also nicht mehr selbst. Wir begrüßen das sehr, haben wir bei FiFA 17 doch auch zuletzt so manchen Strafstoß kläglich verschossen.

700 Mannschaften in 30 Ligen

Die großen Spielmodi "Karriere" und "Ultimate Team" sowie die zweite Auflage der Journey-Kampagne, bei der man einen Amateurspieler auf seinem Weg von unten nach ganz oben spielt, sind weitestgehend gleich geblieben. Hier hätte etwas frischer Wind gut getan.

Immerhin wurde an der Atmosphäre gearbeitet. Deutlich mehr Zwischensequenzen lassen uns tiefer eintauchen. Diese wiederholen sich aber doch recht schnell und werden dann irgendwann eher lästig. Ein Schritt in die richtige Richtung ist auch der erweiterte Transfermarkt, der nun auch Zusatzklauseln wie Provisionen beim Weiterverkauf bietet.

Für die Playstation4-Spieler gibt es eine schöne Neuigkeit: Der Exklusivvertrag mit Microsoft ist ausgelaufen und somit ist das Spiel auf allen Konsolen identisch. Beliebte Legenden wie Pelé oder Maradonna geben daher nun auch auf der PS4 im "Ultimate Team" ihr Debüt.

Auch der Einzug der 3. Liga wird so manchen deutschen Gamer freuen, wenngleich die Mannschaften nicht unbedingt fair bzw. sehr schlecht gewertet sind. Aber Fans von Sportfreunde Lotte oder Preußen Münster werden darüber hinwegsehen können. Insgesamt gibt es nun 700 Mannschaften in 30 Ligen zu spielen – das ist Weltklasse.

Fazit zu FIFA 18

Alles in allem bietet Fifa 18 das gewohnte Spielerlebnis – mit verbesserter Grafik, Atmosphäre und Animation, mit massig Teams, Ligen, Turnieren sowie Spielmodi, die uns ein Jahr bei Laune halten werden. Wie jedes Jahr, fühlt sich die Fußball-Simulation wieder ein Stück weit realisitischer an und macht Spaß. Doch leider hat es EA wieder einmal versäumt, echte Innovationen oder große Neuerungen einzuführen. Wir hätten uns zum Beispiel mal wieder einen Hallen-Modus gewünscht, den wir vor genau 20 Jahren so gerne gespielt haben.


FIFA 18 PS4 PackshotUNICUM Gaming-Tipp

FIFA 18

EA Sports

Erhältlich für: PC, PS3, PS4, XBox360, XboxOne, Nintendo Switch

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