YouTuber werden
Das Wichtigste: Hab Spaß auf YouTube! | Foto: Thinkstock/Poike
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03. Mai 2016

Lukas Günther

Apps & Internet

So wirst du YouTube-Star!

Der ultimative Guide für Vlogger

Content: Der Stoff aus dem Videos gemacht sind

Wer bist du? Wo liegen deine Stärken? Was begeistert dich? Fragen, die sich auf den ersten Blick anhören, als wären sie Bestandteil eines Vorstellungsgesprächs, helfen als Einstieg in die Themenfindung. Denn bevor es richtig losgehen kann, lohnt es sich, ausreichend Zeit in die Überlegung zu investieren, womit du deinen Kanal eigentlich befüllen willst. Ein guter YouTube-Channel beginnt mit gutem Content.

Neben der Analyse der eigenen Interessen und Fähigkeiten ist es ebenfalls empfehlenswert, zu recherchieren, wie es andere, bereits etablierte YouTuber umgesetzt haben. Willst du Leute unterhalten oder informieren? Bist du ständig am Zocken oder ganz heiß auf die neuesten Lifestyle-Tipps? Oder findest du dich in keiner der gängigen Kategorien wieder? Dann mach dein eigenes Ding! Wichtig dabei ist es, etwas zu finden, womit sich andere ebenfalls identifizieren können. So entsteht später eine starke Community, die deinen Channel auch außerhalb deiner sozialen Plattformen promotet. Zum Beispiel via Retweet auf Twitter oder Share auf Facebook.

Das muss:

Gib deinen Abonnenten etwas, auf das sie sich freuen können. Regelmäßige Uploads und feste Uploadzeiten helfen dabei, eine dauerhafte Basis für Interaktion und Engagement zu schaffen, die auch deinen Views zugute kommt. Immerhin möchtest du deine Inhalte mit anderen teilen und wünscht dir möglichst viel Feedback von deinen Zuschauern.

Besser nicht:

Achte beim Upload darauf, dass die Videos auch nur das beinhalten, was dir gehört. Verwende also keine Musik mit Copyright, wenn du mit deinem Channel Geld verdienen willst. Das kann bei mehrmaligen Regelverstößen letztendlich zur Sperrung des Kanals führen. Hallo, GEMA!

Profi-Tipp:

Du produzierst bereits eifrig Videos, doch der große Erfolg blieb bisher aus? Dann werde in der Rolle des Zuschauers aktiv. Je engagierter du auf der Plattform unterwegs bist und je häufiger du unter den Videos anderer kommentierst, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Leute auf deinen Kanal stoßen. Also hau in die Tasten!


Vorbild: BibisBeautyPalace

Über 10 Millionen YouTube-User (Stand: Mai 2016) haben dieses Video von BibisBeautyPalace geklickt:


Channel: Willkommen auf deiner persönlichen Werbefläche

Es ist kein Geheimnis. Wer als YouTuber bekannt werden möchte, muss auf die ein oder andere Weise die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Als erste Möglichkeit bietet sich auf der Plattform der Weg über das Kanaldesign an. Hier stehen dir verschiedene Projektionsflächen zur Verfügung, die sich zum eigenen Vorteil nutzen lassen.

  • Kanalbanner und Kanalbild werden oberhalb angezeigt und können nach deinen Wünschen gestaltet werden. Sie fallen dem Besucher deines Kanals direkt auf und sollten daher auf jeden Fall Verwendung finden. Egal, ob du die Grafiken für den Verweis auf Uploadtage/-zeiten bzw. andere soziale Plattformen nutzt oder deine Grafikdesign-Skills präsentieren willst: Achte in der Gestaltung auf eine einheitliche Linie, anhand der sich deine Abonnenten orientieren könnten.
  • Gleiches gilt für das Thumbnail-Design, den Vorschaubildern auf YouTube. Auch hier lohnt es sich, auf eine Erscheinung zu setzen, die zum Rest des Kanals passt. Zeig den Zuschauern, was sie erwarten können und was es in den Videos zu sehen gibt. Einheitlich bedeutet aber nicht gleich langweilig. Scheu dich nicht davor, auf ungewöhnliche Grafiken und knallige Farben zu setzen, die zum Klick auf das Video bewegen. Selbst ein wenig Clickbaiting, also die Verwendung reißerischer Bilder und Überschriften, ist erlaubt, solange du keine Lügen auftischt. Denn das fällt früher oder später negativ auf dich und deinen Kanal zurück.

Ziel sollte es sein, den Besucher so zu unterhalten, dass er längere Zeit auf dem Channel verbringt, deshalb gestalte den Kanalauftritt ansehnlich und intuitiv. Playlists helfen dabei, themenspezifische Listen zu erstellen, die sich je nach Einstellung automatisch abspielen lassen und so die "Watch Time", also die Zeit, die auf die Wiedergabe von Videos verwendet wird, verlängern.

Auch innerhalb der Videos besteht die Möglichkeit, mit sogenannten YouTube-Cards auf ein weiteres Video aufmerksam zu machen oder auf eine externe Website zu verlinken. Mechanismen wie diese tragen dazu bei, den Zuschauer möglichst lange für die von dir erstellten Inhalte zu begeistern.

Das muss:

In der Regel erscheinen Thumbnails interessanter, auf denen eine Person zu sehen ist. Aufmerksamkeitserregend sind auch starke emotionale Gesichtsausdrücke. Fordere deinen inneren Shakespeare heraus!

Besser nicht:

Vermeide rote Kreise oder Pfeile bei den Vorschaubildern. Das mag zwar die ersten Male häufig geklickt werden, nervt aber nach einer Weile tierisch. Wir alle haben Augen im Kopf.

Profi-Tipp:

Du hast eine besondere Eigenart, die dich einzigartig macht? Dann bau diese in deine Videos ein. Auch eine spezielle Redeweise oder Mimik und Gestik hilft den Zuschauern, dich wieder zu erkennen und von anderen YouTubern zu unterscheiden.


Vorbild: Gronkh

Gronkh zockt Games – und hat es damit zum erfolgreichsten deutschen YouTuber gebracht!


Community: Der Katalysator des Erfolgs

Dein Kanal lebt von den Menschen, die ihn regelmäßig besuchen. Deshalb ist es wichtig, den Kontakt zu den Zuschauern zu pflegen. Im besten Fall werden diese nämlich zu deinen Abonnenten.

Gib den Leuten, die deine Aktivitäten auf und außerhalb der Plattform verfolgen, das Gefühl, dass sie dir wichtig sind. Wertschätzung ist das A und O! Konkret bedeutet dies, das Publikum regelmäßig miteinzubinden. Stell ihnen Fragen, die sie in den Kommentaren beantworten können, lass sie an der Kanalgestaltung teilhaben oder fordere sie zu Einsendung von eigenen Beiträgen auf.

Neben der Bezugnahme auf die Zuschauer ist auch eine aktive Rolle innerhalb der YouTube-Community wichtig. Du hast eine/n Lieblingsyoutuber/in, mit dem/der du ein gemeinsames Video produzieren willst? Dann nutz die Möglichkeit der Crosspromotion! Damit erschließt du dir nicht nur neues Publikum, sondern kurbelst nebenbei sogar dein Abonnentenwachstum an.

Neben YouTube gibt es natürlich noch weitere soziale Plattformen, die viele Menschen nutzen. Falls du auf einer oder mehreren einen Account besitzt, dann nutzt diese effektiv zur Einbindung deines Kanals. Kreier einen eigenen Hashtag, mit dem sich alle Postings, die sich auf dich beziehen, bündeln lassen. Eventuell bietet sich auch eine eigene Facebook-Page für deinen Channel an. Werde kreativ und begeistere deine Zuschauer mit unterschiedlichen Facetten, die auf den verschiedenen Social-Media-Seiten zur Geltung kommen.

Das muss:

Sharing is caring! Teile die Beiträge deiner Community auch außerhalb von YouTube. Damit zeugst du den Menschen Anerkennung für ihr großes Engagement.

Besser nicht:

Zuviel Eigenwerbung machen. Das erzielt am Ende das genaue Gegenteil.

Profi-Tipp:

Nutze die Stärken des jeweiligen Social-Media-Kanals! Während Instagram eher für Ästhetik-Liebhaber gedacht ist, lebt Twitter von witzigen Kommentaren.


Vorbild: Julien BAM

Im Musikvideo von Julien BAM spielt sogar Star-Sängerin Lena Meyer-Landrut mit – belohnt wurde der Clip bislang mit über 6 Millionen Klicks (Stand: Mai 2016)!


Last but not least: Hab Spaß und produzier Videos, die dir gefallen

Das YouTuber-Dasein ist also nicht ganz so entspannt, wie es zunächst scheint. Ein YouTuber ist nämlich ein Konzeptionist, Produzent, Regisseur, Cutter, Designer und Manager in einer Person. Setzt man sich damit näher auseinander, dann wird klar, wie anspruchsvoll diese Tätigkeit wirklich ist – vorausgesetzt, man produziert regelmäßig Videos.

Für viele bleibt es ein zeitaufwendiges Hobby, das mindestens ebenso viel zurückgibt, wie es abverlangt: Neben neuerlernten Fähigkeiten ist die Begeisterung der Community auf der Plattform ein unbeschreibliches Gefühl, das all die Mühe lohnt. Am Ende zählt nur eine Sache: Hauptsache, du hast Spaß! Und wer weiß, vielleicht kommt die Zeit, in der du deine eigene Duschschaumkollektion herausbringst.


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