Festival-Typologie
Welcher Festival-Typ bist du? | Foto: Thinkstock/betyarlaca, Grafiken: Sarah Matuszewski
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02. Mai 2016

André Gärisch

Abibuzz - Funstuff

8 Typen, die du garantiert auf einem Festival triffst

Festival-Typ: Der Akkurate | Grafik: Sarah MatuszewskiDer Akkurate

Das chaotische Festival-Treiben ist ein Anblick, der dem Akkuraten leider verborgen bleibt. Denn er räumt gerade in der angemieteten Pension Klamotten ein und sortiert Hygieneartikel nach Farbe. Er hasst es, auf dicken Wurzeln zu liegen oder nachts von grölenden Besuchern geweckt zu werden. Vorbereitung ist alles – von der Anfahrt über die Unterbringung bis hin zur Konzertplanung.

Wie er feiert? Kopfnickend und fußtippend. Pferde lassen sich mit ihm nicht stehlen – ohnehin wäre ihm ein Ausritt zu gefährlich.


Der BrutzlerFestival-Typ: Der Brutzler | Grafik: Sarah Matuszewski

Ähnlich unauffällig kommt der Brutzler daher. Ihn ortet man völlig GPS-frei, anhand des Bratwurst-Duftes, den er gegen Mittag und Abend erzeugt. In einem morschen Campingsitz, der vollständig nach unten durchsackt, verweilt er mit dem Bierchen in der Hand stoisch vor seinem persönlichen Festival-Altar: dem Grill.

Doch es bleibt nicht beim Gebet. Immer zur Essenszeit suchen seine Kollegen urplötzlich Kontakt. "Ist noch Senf da?" oder "Leg noch eine Wurst drauf" sind dann beliebte Wortfolgen, "Sie braucht noch ein bisschen" oder "Fertig" übliche Erwiderungen.


Festivaltyp: Der Kenner | Grafik: Sarah MatuszewskiDer Kenner

Er ist ein absoluter Klugscheißer, ein Gespräch mit ihm gleicht einem Wettbewerb. Er möchte nicht wissen, wie die Mitglieder von Placebo heißen, er fordert deren Geburtsdaten. Er will nicht den Namen des neuen Offspring-Albums erfahren, sondern Titel, Bedeutung und Länge der Hidden-Tracks.

Im Übrigen steht der Kenner bereits um elf Uhr morgens auf der Matte, um die neue Indietronic-Band aus Brighton zu sehen, die in England gerade Platz 39 der Campus-Charts belegt.


Das GroupieFestivaltyp: Der Groupie | Grafik: Sarah Matuszewski

Weitaus unbeschwerter als der Kenner begeht das Groupie den Festival-Trip. Es geht um die gelebte Fantasie eines jungen Mädchens, das ihr Leben in die Hände eines Rockstars gibt. Die Faszination des Ruhms treibt sie an, Benzin, Geld und Schweiß zu investieren – für ein bisschen Zuneigung.

Für sie ist nicht der Auftritt das Größte, sondern die Afterhour. Aufgebrezelt wie Rihanna lungert sie dann am Tour-Bus herum und wartet auf ihren Liebling. Manchmal gibt es auch schneller Einlass – mit einem Küsschen für den Roadie.


Festivaltyp: Der Nostalgiker |  Grafik: Sarah MatuszewskiDer Nostalgiker

In einer völlig anderen Welt lebt der Nostalgiker. Mit langen, zum Zopf gebundenen Haaren, einem T-Shirt von Pink Floyd, Jesus-Latschen und seinem besten Freund wandert er wie ein Weberknecht über das Festival-Gelände. Der drahtige Mittfünfziger redet nicht viel, strahlt aber trotzdem Zufriedenheit aus.

Gleichzeitig sehnt er sich zurück in eine Zeit, in der es nur vier oder fünf große Bands gab. In der die Musik noch eine Botschaft hatte. In der Woodstock das Mekka war. So wie es nachts im Werbefernsehen beschworen wird – in schlecht übersetzten Werbespots von Time Life Music.


Der HipsterFestivaltyp: Der Hipster | Grafik: Sarah Matuszewski

Rein gar nichts gemein hat der Nostalgiker mit dem Hipster. Dieser ist ohnehin meist auf Elektro-Festivals anzutreffen. Mit Ray-Ban-Sonnenbrille, Dreiecksmuster-Shirt und fesch frisiertem Bart schreitet er lässig zum Getränkestand, um dort grinsend ein Szene-Bier zu ordern.

It’s all about the Coolness: Der Hipster achtet immer darauf, wie er sich bewegt. Außerdem arbeitet er in einem erfolgreichen Start-up, von dessen Vision er ausführlich referiert.


Festivaltyp: Der Hardliner | Grafik: Sarah MatuszewskiDer Hardliner

Der Erzfeind des Hipsters ist der Hardliner. Während der Hipster auf halber Strecke stoppt und sich einen Platz mit Armlänge Abstand zum Nachbarn sucht, stürzt sich der Hardliner direkt ins Getümmel, genauer: in den Moshpit. Er liebt die harten Klänge – und lebt sie aus.

Gestärkt durch sechs Bierdosen und eine Bratwurst vom Brutzler, geht es ihm um die Action; darum, zu zeigen, dass er ein Mann ist. Ein ziemlicher rauer Mann. Da der Hardliner mannigfache Verletzungen davonträgt, nimmt er sich am Montag Urlaub. Der Akkurate erledigt seine Aufgaben mit.


Festivaltyp: Der Friedensaktivist | Grafik: Sarah MatuszewskiDer Friedensaktivist

Metallica auf der Main-Stage – lässt den Friedensaktivisten völlig kalt. Denn er raucht in aller Ruhe vor seinem mit weißen Tauben bemalten VW-Bus einen Joint. Im Schlepptau hat er eine Gitarre und seine Angebetete, mit der er im Duett John-Lennon-Hymnen intoniert.

Ist die letzte Saite gezupft, philosophiert der passionierte Cordhosen- und Leinenhemd-Träger über Gott, die Welt und psychoaktive Pflanzen, labert damit die letzten wachen Brutzler sanft in den Schlaf.

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