DoSV Dialogorientiertes Serviceverfahren
Das DoSV will für Orientierung bei der Studienplatzvergabe sorgen | Foto: Thinkstock/Remains
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27. Jun 2016

Simon Sperl

Studium

DoSV: Mit diesem Verfahren einfacher zum Studienplatz?

Das "Dialogorientierte Serviceverfahren" im Check

"Dialogorientierte Serviceverfahren" auf einen Blick:

  • Die Stiftung für Hochschulstiftung vergibt auf hochschultstart.de die Studienplätze für zulassungsbeschränkte Studiengänge zentral
     
  • Freibleibende Studienplätze werden auf diese Weise vermieden und das Vergabeverfahren übersichtlicher
     
  • Noch längst nicht alle Hochschulen nehmen teil

Weniger Durcheinander dank "Dialogorientiertem Serviceverfahren"

Für das Chaos bei der Besetzung der Studienplätze ist das bisherige Vergabesystem verantwortlich: Abiturienten mussten sich für zulassungsbeschränkte Studiengänge bislang direkt bei den Hochschulen bewerben. Anhand ihrer Auswahlkriterien haben diese die Studienplätze dann an die Bewerber vergeben.

Um sicher zu gehen, in jedem Fall einen Platz zu ergattern, haben sich viele Abiturienten an mehreren Universitäten beworben. So konnte es passieren, dass einigen Interessierten für einen Platz von mehreren Unis ein Angebot unterbreitet wurde. Nimmt nun ein Bewerber das Angebot an, ohne die anderen Hochschulen darüber zu informieren, bleiben die anderen freien Plätze mindestens bis zum Nachrückverfahren unbesetzt.

Mit dem "Dialogorientieren Serviceverfahren" (DoSV) soll das vermieden werden: Das System der Stiftung für Hochulzulassung steuert die Studienplatzvergabe zentral. Die Abiturienten müssen ihre Unterlagen nun sowohl an die Universitäten schicken als auch auf der Webseite hochschulstart.de hochladen. Dort werden die eingegangenen Daten gesammelt. Nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist (für das Wintersemester 15.07.) wird für jedes registrierte Studienfach eine Rangliste aller Bewerber erstellt. Sobald jetzt ein Bewerber das Angebot einer Hochschule annimmt, verschwindet er aus dem System und der nächste Interessierte rückt im Ranking vor.

Die Vorteile: Transparenz und Schnelligkeit

Die Nachteile des alten Systems liegen auf der Hand: Viele Bewerber bekamen keinen oder erst im Laufe des Semesters einen Studienplatz. Für die Universitäten bedeutete dies Unklarheit bei der tatsächlichen Belegung der vorhandenen Plätze und Mehrarbeit. Mit dem "DoSV" soll das Vergabesystem nun transparenter und schneller werden:

  • Mehrfachzulassungen an unterschiedlichen Unis sind nicht mehr möglich und unbesetzte Studienplätze werden verhindert
  • Studieninteressierte können über das Onlineranking jederzeit den Bewerbungsstand nachvollziehen, Zulassungsangebote der Hochschulen annehmen und ihre Chancen auf einen Studienplatz einschätzen
  • Durch die Transparenz des Terminplans lässt sich der Studienbeginn besser planen

Noch nehmen wenige Hochschulen teil

Trotz der Vorteile des Verfahrens profitieren die wenigsten Studienplatzinteressierten davon. Denn bundesweit nutzten erst 89 von 180 Hochschulen das "DoSV" für die Bewerbungsphase zum Wintersemester 2015/16. In NRW waren es immerhin 25 von 28 Hochschulen, die ihre Studienplätze so vergeben – allerdings noch nicht für alle zulassungsbeschränkten Studiengänge. An der Ruhr-Uni Bochum konnten sich nur die Bewerber für die Fächer Jura, Psychologie, Management & Economics und Wirtschaftspsychologie so um einen Studienplatz bemühen.

Immerhin ist in den letzten drei Jahren der Anteil der teilnehmenden Universitäten beständig gewachsen. Als das "Dialogorientierte Serviceverfahren" im Jahr 2012 eingeführt wurde, beteiligten sich 17 Hochschulen mit 22 Studiengängen. Schon zum Wintersemester 2013/14 hatte sich die Anzahl der Hochschulen mit 47 Teilnehmern fast verdreifacht. Für zukünftige Studienplatzbewerber bleibt daher zu hoffen, dass in den kommenden Jahren mehr Studienplätze der über 4.000 NC-beschränkten Studiengänge über "DoSV" belegt werden.

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