Was soll ich studieren Studierende
Die große Frage nach dem Abi: Was soll ich studieren? | Foto: Prostock-Studio /Getty Images
Autor

11. Jun 2021

Elena Weber

Abi... und dann?

Was soll ich studieren? So findest du es heraus!

Was soll ich studieren?

Du kennst sie wahrscheinlich auch, die Freundin, für die schon seit ihrer Zeit im Kindergarten klar ist, dass sie nach dem Abi Medizin studieren wird. Oder den Mitschüler, der die Schülerzeitung leitet und schon seit seinem Praktikum in der Neunten als freier Mitarbeiter bei der Lokalzeitung tätig ist, weil er schon immer wusste, dass er Journalismus studieren will. So eine Zielstrebigkeit kann einen ziemlich unter Druck setzen, vor allem, wenn man selbst vielleicht noch gar keinen Plan hat, welches Studium es eigentlich sein soll.

Wenn du zu denen gehörst, die noch nicht wissen, welches Studium sie ergreifen wollen, ist das vor allem erstmal eines: überhaupt kein Problem. Bei mehr als 20.000 Studienangeboten in Deutschland ist die Auswahl schließlich groß. Und da die Schule oft wenig Raum für individuelle Entfaltung lässt, ist es vollkommen in Ordnung, wenn du dich erstmal finden und entdecken musst, was dir besonders liegt und wie du dir dein Leben später vorstellst. Sollte für dich bereits klar sein, dass du an die Uni willst, kommst du an der entscheidenden Frage "Was soll ich studieren?" auf Dauer aber nicht vorbei. Wir zeigen dir ein paar Kriterien, die du bei deiner Entscheidung für oder gegen ein Studienfach berücksichtigen solltest.


Inhaltsverzeichnis

  1. Definition
  2. Warum studieren?
  3. Die eigenen Interessen
  4. Erste Orientierung
  5. Formale Voraussetzungen
  6. Studienfelder
  7. Studienart
  8. Studienort
  9. Wichtige Fragen
  10. Überblick
  11. Selbsttest

Definition

Das Wort "Studium" leitet sich von dem lateinischen Wort "studere" ab und bedeutet "sich um etwas bemühen, etwas eifrig betreiben, sich wissenschaftlich beschäftigen". Es bezeichnet eine akademische Ausbildung, also das wissenschaftliche Lernen an einer Hochschule.

Grundsätzlich besteht ein Studium aus dem Besuch von Vorlesungen, die durch Seminare, Tutorien, Kolloquien, Repetitorien und dem Selbststudium ergänzt werden. Das dadurch erworbene Wissen wird in Teilprüfungen während oder in Klausuren, mündlichen Prüfungen oder Hausarbeiten am Ende des Semesters abgefragt. Ein Studium schließt mit einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit ab.

Warum studieren? Gründe für und gegen ein Studium

Grundsätzlich solltest du dir eines klarmachen: Das Abitur ist die Möglichkeit zu studieren, keineswegs aber eine Verpflichtung. Denn auch wenn die Zahl der Studienanfänger /-innen seit Jahren steigt und 2020 laut Statista bei rund 55 Prozent lag, bedeutet das nicht, dass ein Studium für jeden oder jede auch wirklich das Richtige ist. Bevor du dich also entscheidest, ein Studium aufzugreifen, solltest du auch andere Optionen abwägen und dir überlegen, was aus deiner Sicht die überzeugendsten Argumente für oder gegen ein Studium sind.


Was soll ich studieren Vor der Uni


Gründe für ein Studium

Es gibt viele gute Gründe, studieren zu gehen. Diese solltest du auf jeden Fall in deine Überlegungen mit einbeziehen, um herauszufinden, ob ein Studium grundsätzlich das Richtige für dich sein könnte. Außerdem können sie dir auch bei der Entscheidung helfen, welches Studienfach du wählen solltest.

  • Karriere: Die Karriereaussichten sind mit Studium in der Regel besser als mit einer Ausbildung. Nicht nur, dass Akademiker /-innen meist besser bezahlt werden. Auch ihre Aufstiegschancen sind besser, weil höhere Positionen bevorzugt mit Akademiker /-innen besetzt werden.
  • Berufswahl: Arzt oder Juristin werden ohne Studium ist unmöglich. Bestimmte Berufe lassen sich nur über ein Studium erreichen.
  • Schlüsselqualifikationen: Ein Studium vermittelt nicht bloß fachliche Inhalte. Du entwickelst auch Skills wie Selbstständigkeit oder Durchhaltevermögen weiter.
  • Zusatzqualifikationen: Einige Dinge, wie etwa das wissenschaftliche Arbeiten, lernst du nur im Studium.
  • Geringere Arbeitslosenquote: Insgesamt ist die Arbeitslosenquote unter Akademiker /-innen niedriger als in allen anderen Bevölkerungsgruppen. Das liegt daran, dass du als Akademiker /-in für höher qualifizierte Jobs geeignet bist und außerdem ein breiteres Einsatzspektrum hast.
  • Orientierung: Studierst du auf Lehramt oder Medizin, ist dein beruflicher Werdegang natürlich festgelegt. Viele andere Studienfächer lassen dir aber viel Raum zum Ausprobieren und Orientieren, weil sie deinen späteren Beruf eben nicht genau festlegen. Vielmehr ebnen sie dir den Weg, dich durch fachspezifischen Kenntnisse, ein breites Allgemeinwissen und Soft Skills breit aufgestellt auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren. 
  • Spaß und Freiheiten: Mit einem Studium kannst du machen, was dich wirklich interessiert. Mehr noch als in einer Ausbildung hast du die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen und dir deine Kurse und Seminare selbst zusammenzustellen. Der Unialltag ist nicht so verschult wie der Alltag eines /-r Auszubildenden, sodass du viel freier in deinen Entscheidungen bist.
  • Ausland: Ein Studium macht es dir leichter, Auslandserfahrung zu sammeln – und das liegt nicht an den vergleichsweise langen Semesterferien. Auch während des Semesters hast du die Möglichkeit, in ein anderes Land zu gehen oder sogar komplett im Ausland zu studieren.

Gründe gegen ein Studium

Auch, wenn es nach dem Abi viele von dir erwarten: Studieren ist kein Muss. Denn es gibt auch einige gute Gründe, die gegen ein Studium sprechen und die es im Vorfeld zu durchdenken gilt.

  • Geld: Auch wenn es in Deutschland aktuell keine Studiengebühren gibt: Ein Studium ist mit Kosten verbunden. Während du in einer Ausbildung bereits dein erstes Geld verdienst, musst du im Studium eventuell einen Nebenjob machen, um dein Studium zu finanzieren. Darüber hinaus können für dich im Vergleich zu anderen Studierenden Nachteile entstehen, wenn die Finanzen nicht stimmen, zum Beispiel weil du nicht ins Ausland gehen kannst, sehr viel nebenbei arbeiten musst oder dir kein Vollzeitpraktikum leisten kannst.
  • Leistungsdruck: Klausuren, Hausarbeiten, Nebenjob, Anwesenheitspflicht, Regelstudienzeit – Studieren ist keine große Dauerparty. Der Druck, der auf Studierenden lastet, ist nicht zu unterschätzen.
  • Späterer Arbeitseintritt: Als Akademiker /-in startest du deutlich später ins Berufsleben als Auszubildende. Das kannst du finanziell vielleicht durch einen höheren Verdienst ausgleichen, insgesamt sollte dir aber bewusst sein, dass sich deine Lebensplanung nach hinten verschiebt.
  • Schwammige Berufsaussichten: "Und was machst du später damit?" Diese Frage wird dir keiner stellen, wenn du Jura oder Ingenieurswissenschaften studierst. Bei anderen Studienfächern, insbesondere aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich, sind die Berufsoptionen hingegen deutlich schwammiger. Gerade Absolventen /-innen aus diesem Bereich haben es im Vergleich zu Studierenden anderer Fachrichtungen schwerer, im Berufsleben Fuß zu fassen.
  • Wo bleibt die Praxis? Ein Studium ist vor allem theoretisch ausgelegt. Während Fachhochschulen deutlich mehr Wert auf einen gewissen Praxisanteil legen, ist gerade das Universitätsstudium nach wie vor sehr theoretisch. Das Gelernte praktisch anzuwenden liegt in deiner Verantwortung, etwa durch Nebenjobs und Praktika.
  • Anforderungen: Ein Studium stellt gewissen Anforderungen an dich. Disziplin, Organisationsfähigkeit und Durchhaltevermögen sind nur einige davon. Auch die Struktur des Studiums kann anstrengend sein: Es kann gut vorkommen, dass du am Ende des Semesters von Klausur zu Klausur hetzt und auch mal zwei Prüfungen an einem Tag meistern musst. Und auch in den Semesterferien wartet mit Lernen und dem Schreiben von (teilweise mehreren) Hausarbeiten oft Arbeit auf dich.
  • Die Typfrage: Mit dem Abitur hast du die Zugangsberechtigung zum Studieren in der Tasche. Doch das heißt nicht automatisch, dass du auch der Typ für ein Studium bist. Sei hier ehrlich zu dir. Sich durchs Studium zu quälen oder es abzubrechen ist nur frustrierend.

Fazit: Ja oder nein?

Ob du nach dem Abi studieren solltest oder nicht, lässt sich pauschal nicht beantworten. Ein Studium hat Vor- und Nachteile, die du für dich abwägen und mit deinen Wünschen und Berufsvorstellungen abgleichen musst. Je nachdem wo deine Stärken und Talente liegen, kann ein Studium dann sinnvoll sein. Kannst du dir ein Studium grundsätzlich vorstellen, solltest du dir überlegen, welche Studienfächer für dich interessant sein könnten.


Was soll ich studieren Studentin auf Wiese


Der erste Schritt: Deine eigenen Interessen herausfinden

Wenn für dich feststeht, dass du studieren willst, oder du dir ein Studium zumindest theoretisch vorstellen kannst, gilt es im nächsten Schritt zu überlegen, was du studieren möchtest. Dafür ist es zunächst wichtig, deine eigenen Interessen auszuloten. Wichtige Fragen, die du dir in diesem Zusammenhang stellen solltest, sind:

  • Was macht mir Spaß?
  • Was erwarte ich von meinem Studium?
  • Möchte ich mein Hobby in ein Studium umwandeln?
  • Habe ich schon ungefähre Berufsvorstellungen?

Was macht dir Spaß?

Wer Spaß hat, lernt leichter. Du wirst während deines Studiums wahrscheinlich Phasen haben, in denen Studieren anstrengend und weniger spaßig ist, sei es durch Klausurstress oder die ein oder andere langweilige Vorlesung. Wenn du aber grundsätzlich Spaß an dem Fach und seinen Themen hast, fällt das Durchhalten viel leichter.

Frage dich also, woran du Freude hast: Lernst du gerne Fremdsprachen? Gehst du gerne ins Theater oder ins Musical? Malst oder schreibst du gerne? Oder hast du eher Spaß daran, technische Geräte auseinander zu schrauben und zu reparieren? Mach dir am besten eine Liste, auf der du einfach mal alles aufschreibst, was dir Spaß macht. So visualisiert du deine eigenen Interessen und machst sie dir bewusst.

Was erwartest du von deinem Studium?

Auch über die Frage, was du von deinem Studium erwartest, solltest du dir Gedanken machen. Willst du studieren, um später viel Geld zu verdienen und Karriere zu machen? Suchst du nach Selbstverwirklichung? Möchtest du endlich deinen Interessen nachgehen oder vielleicht sogar dein Hobby in dein Studium integrieren? Hast du schon vage Berufsvorstellungen?

Auch hier lohnt es sich, all diese Gedanken einmal aufzuschreiben und mit deiner Familie und deinen Freunden /-innen oder auch Akademiker /-innen zu sprechen. So entdeckst du vielleicht weitere wichtige Aspekte und bekommst einen realistischen Eindruck vom Studium.

Möchtest du dein Hobby in ein Studium umwandeln?

Hast du vielleicht immer schon gerne geschrieben? Oder bist du total sportlich und würdest Sport auch gerne im Studium machen? Du liebst Musik oder Computer, bist gerne mit anderen Menschen zusammen oder verschlingst in deiner Freizeit historische Romane? Deine Hobbys spiegeln dich und deine Interessen noch besser wider als es beispielsweise die Leistungskurse in der Schule tun. Denn Hobbys übst du in deiner Freizeit aus. Dort machen wir meist mit Leidenschaft das, was uns erfüllt.

Du musst dein Hobby nicht zwangsläufig in ein Studium umwandeln. Manchmal ist das ja auch gar nicht möglich. Aber wenn du zum Beispiel richtig gerne Schach spielst, lohnt es sich, zu überlegen, warum du das tust und welche Fertigkeiten damit verknüpft sind. Möglicherweise bist du so für Studiengänge geeignet, in denen logisches und analytisches Denken gefragt sind.

Hast du schon ungefähre Berufsvorstellungen?

Du musst deinen Berufswunsch nicht genau benennen können, um zu wissen, dass manche Dinge für dich gar nicht funktionieren. Vielleicht bist du dir bereits sicher, dass du auf keinen Fall den ganzen Tag im Büro sitzen oder mit Menschen arbeiten möchtest. Vielleicht weißt du, dass dir ein geregelter Arbeitstag wichtig ist oder du in deinem Job organisieren und Probleme lösen willst. All das sind Aspekte, die dir bei deiner Studienwahl helfen können.


Literaturverzeichnis Hinweis In der Schule gab es sicher Fächer, in denen du weniger gut warst oder die du einfach nicht ausstehen konntest. Wenn du Deutsch zum Beispiel furchtbar nervig fandest und mit Lyrik und Epik so gar nichts anfangen kannst, ist es natürlich Quatsch, Germanistik zu studieren. Wenn du Physik aber zum Beispiel nur wegen des /-r Lehrers /-in oder deines Kurses abgelehnt hast, heißt das nicht unbedingt, dass Physik für dich grundsätzlich uninteressant sein muss.


Was soll ich studieren? So kannst du dich orientieren

Um dich grob zu orientieren, musst du dich ausführlich informieren. Das bedeutet, dass du dir anschaust, welche Studienfelder und -fächer es gibt, wo und wie du diese studieren kannst und was mögliche Berufe sind. Weitere Möglichkeiten herauszufinden, was du studieren sollst, sind:

  • an Hochschulen gehen und dort probeweise ein Seminar oder eine Vorlesung besuchen.
  • den Tag der offenen Tür an einer Hochschule wahrnehmen und dich vor Ort über interessante Studiengänge informieren.
  • ein Studienvorbereitungsjahr absolvieren. Viele Hochschulen bieten inzwischen ein solches Jahr an und geben dir die Möglichkeit, dich bis zu zwei Semester lang auszuprobieren und in verschiedene Studiengänge reinzuschnuppern.

Alternativ bietet es sich auch an, die Zeit nach dem Abitur für ein Gap Year nutzen. Das sogenannte Lückenjahr ermöglicht es dir, nach dem Abi eine Pause einzulegen und zum Beispiel beim Work & Travel, Volunteering oder WWOOFing neue Erfahrungen zu sammeln und dir neue Perspektiven für den kommenden Lebensabschnitt aufzeigen.


Was soll ich studieren Seminarraum


Formale Voraussetzungen für ein Studium

Die wichtigste formale Voraussetzung erfüllst du bereits mit deinem Abitur: Als Hochschulzugangsberechtigung ist es dein Zugang an Uni oder Fachhochschule. Doch abhängig vom Studiengang kann es weitere Voraussetzungen geben, die du erfüllen musst, um ein bestimmtes Fach studieren zu können. Das können sein:

  • ein Numerus clausus (NC)
  • mögliche Eignungsprüfungen (z.B. für Studiengänge wie Sport, Musik, Schauspiel oder Kunst)
  • eventuell Fremdsprachenkenntnisse auf einem bestimmten Niveau
  • Praktika vor Studienbeginn

Informiere dich im Vorfeld darüber, ob du in deinem Studienfach bestimmte Voraussetzungen erfüllen musst und ob du diese erfüllen kannst. Wenn du dich beispielsweise für Sport interessierst, die hohen Anforderungen bei der Aufnahmeprüfung aber nicht leisten kannst oder möchtest, ist das vielleicht kein geeignetes Studienfach für dich.

Studienfelder eingrenzen

Hast du noch keine Vorstellung, in welche Richtung dein Studienfach gehen soll, hilft es, wenn du dir die einzelnen Studienfelder anschaust und nach Interesse eingrenzt. Im zweiten Schritt kannst du dir die Studienfelder dann genauer ansehen und schauen, welche einzelnen Fachbereiche sie umfassen und wie das Studienangebot in ihrem Bereich aussieht. Das kann ziemlich zeitaufwendig sein. Diese Zeit solltest du dir aber nehmen.

  • Lies auf den Seiten der Fakultäten die Inhalte deines Studienfaches nach.
  • Informiere dich über Spezialisierungen, mögliche Berufe und die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. 
  • Im Netz findest du außerdem Erfahrungsberichte zu vielen Studiengängen, die dir bei deiner Entscheidung weiterhelfen können.

Literaturverzeichnis HinweisNutze eine Studienberatung, beispielsweise an deiner Schule, einer Uni oder bei der Agentur für Arbeit. Eine objektive, professionelle Meinung kann dir ganz neue Perspektiven eröffnen.


Die Studienbereiche im Überblick:

  • Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften
  • Erziehungs- und Bildungswissenschaften
  • Ingenieurwissenschaften
  • Mathematik und Naturwissenschaften
  • Medizin, Psychologie, Gesundheitswissenschaften und Sport
  • Rechts- und Sozialwissenschaften
  • Öffentliche Verwaltung
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Sprach- und Kulturwissenschaften
  • Kreative Studiengänge
  • Lehramt

Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften

Von Agrarwissenschaften und Forstwirtschaft über Gartenbau bis zu Ernährungswissenschaften und Getränketechnologie – der Studienbereich Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften ist breit gefächert. Je nach Studienfach begegnen dir hier naturwissenschaftliche Fächer wie Botanik, Zoologie und Chemie oder Sozialwissenschaften und BWL.

Erziehungs- und Bildungswissenschaften

In diesem Bereich steht die Pädagogik im Fokus. Als Absolvent /-in arbeitest du zum Beispiel in Kindergärten, sonderpädagogischen Einrichtungen oder in der Erwachsenenbildung und berätst Einzelpersonen und Gruppen in verschiedenen Lebensbereichen.

Ingenieurwissenschaften

Um die technische Umsetzung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse geht es in den Ingenieurwissenschaften. Studienfächer sind beispielsweise Maschinenbau, Umwelttechnik- und Ressourcenmanagement, Elektrotechnik oder Architektur. Ingenieure /-innen brauchen für ihre Tätigkeit ein breites Grundlagenwissen aus Naturwissenschaft und Technik.


Was soll ich studieren Maschinenbau


Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften

In diesen Bereich fallen die sogenannten exakten Naturwissenschaften wie Physik, Chemie, Geologie und Astronomie sowie die biologischen Naturwissenschaften, die Phänomene der belebten Natur bzw. Materie untersuchen. Zu ihnen zählen Fächer wie Biologie, Genetik, Anthropologie und Physiologie.

Medizin, Psychologie, Gesundheitswissenschaften und Sport

Körper und Geist stehen im Fokus dieses Studienbereichs. Seine Fächer heilen und lindern psychische wie physische Krankheiten oder Verletzungen bei Mensch und Tier und beugen diesen vor. Zudem forschen sie nach Ursachen und Therapieansätzen. Fundierte Kenntnisse der menschlichen oder tierischen Anatomie, Physiologie und Psyche sind dazu ebenso erforderlich wie Kenntnisse der Naturwissenschaften.

Rechts- und Sozialwissenschaften

In den Studienbereich der Rechts- und Sozialwissenschaften fallen Studienfächer wie Jura, Soziologie oder Politikwissenschaften. Da sie sich im Kern mit dem gesellschaftlichen (Zusammen-)Leben der Menschen beschäftigen, sind Absolventen /-innen auch in Unternehmen, in den Medien oder in der Meinungsforschung gefragte Arbeitskräfte.

Öffentliche Verwaltung

Kommunalverwaltung, Polizei oder Bundeswehr sind einige möglichen Einsatzbereiche dieses Studienbereichs. Arbeitgeber /-innen sind Bund, Länder und Gemeinden. Auch klassische Verwaltungstätigkeiten sind mit einem Studium aus dem Bereich "Öffentliche Verwaltung" möglich.

Wirtschaftswissenschaften

Hier dominieren zwei große Disziplinen: Volkswirtschaftslehre (VWL) und Betriebswirtschaftslehre (BWL). Weitere Studienfächer sind Wirtschaftspädagogik, Marketing oder Eventmanagement.

Sprach- und Kulturwissenschaften

Von Klassikern wie Germanistik und Anglistik bis zu Exoten wie Tibetologie oder Kristallographie bietet dieser Studienbereich vielfältige Studienmöglichkeiten. Auch Literatur- oder Religionswissenschaften, Geschichte, Theologie oder Gender Studies gehören in dieses bunte Feld der Geisteswissenschaften.

Kreative Studiengänge

Darstellende Künste wie Schauspiel, Tanz und Gesang aber auch Bildhauerei, Kunst und Musik im Allgemeinen, Grafik- oder Modedesign gehören zu diesem Studienbereich. Diese Fächer kannst du meistens nicht einfach so studieren, sondern musst in einem Eignungstest deine Fähigkeiten und Begabungen nachweisen.

Lehramt

Wenn du Lehrer /-in werden möchtest, kommt es darauf an, in welchem Bundesland du auf Lehramt studierst. Da Bildung Ländersache ist, sind Voraussetzungen, Studieninhalte sowie die praktische Ausbildung überall anders geregelt. Informiere dich also unbedingt ausführlich darüber.


Wusstest du, dass…

…. es derzeit rund 18.600 Studiengänge, darunter etwa 9.000 Bachelorstudiengänge sowie 8.000 Masterstudiengänge gibt? Die Auswahl ist also riesig. 


Studienart

Einen weiteren Aspekt, den du bei der Frage, was du studieren möchtest, bedenken solltest, ist die Art deines Studiums. Studieren kannst du

  • in Vollzeit,
  • in Teilzeit oder
  • dual.

Die meisten Studiengänge sind als Vollzeitstudium angelegt. Aber auch ein Teilzeitstudium oder ein duales Studium, also die Kombination aus Ausbildung und Studium, sind möglich. Je nachdem, welche Art des Studiums du bevorzugst, kann das Auswirkungen auf deine Studienwahl haben. So werden beispielsweise nur bestimmte Studienfächer als duales Studium angeboten.

Vollzeitstudium

Wenn du dich für dein Studium entschiedest, ist das dein Vollzeitjob. Auch wenn du Zeit für einen Nebenjob hast und manche Semester vielleicht weniger voll sind als andere - auch, weil du dir deinen Stundenplan oft selbst zusammenstellen kannst - bist du in erste Linie Studierender. Dieser Status hat Vor- und Nachteile.

Vorteile eines Vollzeitstudiums sind:

  • Du kannst dich voll auf dein Studium konzentrieren.
  • Du merkst schnell, on das Studium was für dich ist und kannst ggfs. wechseln.
  • Du hältst dir den Weg einer Karriere an der Uni und in der Forschung offen.
  • Du lernst auch andere Fachrichtungen kennen.
  • Du kannst dich intensiv mit den Studieninhalten auseinandersetzen.
  • Als Vollzeitstudierender hast du durch deinen Studierendenausweis gewisse Vergünstigungen.

Nachteile eines Vollzeitstudiums sind:

  • Ein Studium ist oft zu theoretisch.
  • Praxiserfahrung musst du zusätzlich zum Studium nebenbei in Praktika oder über Nebenjobs sammeln.
  • Wenn du nebenbei arbeiten musst, um deinS tudium zu finanzieren, kann das sehr stressig sein.

Teilzeitstudium

In einem Teilzeitstudium ist die Auslastung deutlich geringer als in einem Vollzeitstudium. Das liegt daran, dass die Hochschule hier berücksichtigt,  dass Studierende neben dem Studium noch andere Verpflichtungen haben, beispielsweise die Betreuung von Kindern, die Pflege von Angehörigen oder einen festen Job. Die durchschnittliche wöchentliche Arbeitsbelastung liegt zwischen 20 bis 30 Stunden. Um in Teilzeit studieren zu dürfen, musst du jedoch einen Antrag stellen, den du nur bewillsigt bekommst, wenn du gewisse Voraussetzungen erfüllst. Deswegen ist ein Teilzeitstudium vor allem für diejenigen interessant, die zum Beispiel Kinder betreuen oder Angehörige pflegen müssen.

Vorteile eines Teilzeitstudiums sind:

  • Mehr Flexibilität: Studium, Familie oder Weiterbildung und Beruf lassen sich besser miteinander vereinbaren.
  • Du hast mehr Zeit für deine sportliche Karriere oder ein Ehrenamt.
  • Beim Wechsel von Voll- auf Teilzeit ist das Teilzeitsemester offiziell bescheinigt.
  • Du bist berechtigt, Wohngeld oder Hartz IV zu beantragen.
  • Längere Regelstudienzeit: Üblicherweise zählen zwei Hochschulsemester als ein Fachsemester.

Nachteile eines Teilzeitstudiums sind:

  • Als offizieller Teilzeitstudierender verlierst du deinen BAföG-Anspruch.
  • Wenig Angebote: Nicht alle Hochschulen bieten für alle Studiengänge ein Teilzeitstudium an.
  • Privilegien, wie ein kostenloses Konto für Studierende, entfallen.
  • Bei der Krankenkasse fallen eventuell höhere Beiträge an.
  • Den Semesterbeitrag musst du trotzdem voll bezahlen.

Duales Studium

Dual zu studieren bedeutet, eine Mischung aus Ausbildung und Studium zu absolvieren. Den praktischen Teil lernst du direkt in einem Unternehmen, für den theoretischen geht es an die Uni.

Vorteile eines dualen Studiums sind:

  • hoher Praxisanteil
  • Du sammelst erste Berufserfahrung und knüpfst berufliche Kontakte.
  • Oft ist eine Übernahme nach dem Studium möglich.
  • Du verdienst Geld.

Nachteile eines dualen Studiums sind:

  • Nicht alle Studiengänge sind dual möglich.
  • Du bist schon früh auf eine /-n Arbeitgeber /-in festgelegt.
  • Zusätzlicher Leistungsdruck, weil dein Unternehmen dein Studium finanziert.
  • wenig Freizeit
  • viel Disziplin erforderlich

Studienort

Es ist nicht das wichtigste Kriterium für die Wahl eines Studienfaches, sollte aber berücksichtigt werden: der Studienort. Möglicherweise hast du Städte, in denen du unbedingt oder auf keinen Fall studieren möchtest. Oder du hast gar nicht die finanziellen Mittel, dir deinen Studienplatz deutschlandweit zu suchen. Überlege auch hier, was möglich ist.


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Wichtige Fragen

Welches Studium ist das richtige für mich?

Die Frage, welches Studium das richtige für dich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Im Optimalfall kannst du in deinem Studium dich selbst und deine Interessen verwirklichen, hast Spaß am Lernen und kannst danach einen Beruf ergreifen, der ebenfalls zu dir und deinen Interessen passt und von dem du gut leben kannst.

Was wird am meisten studiert?

Das beliebteste Studienfach in Deutschland ist Betriebswirtschaftslehre (BWL). Weitere Fächer, die in Deutschland oft studiert werden, sind Medizin, Jura und Maschinenbau.

Wie sinnvoll ist studieren?

Wie sinnvoll studieren ist, hängt vor allem von dir ab: Bist du der Typ zum Studieren? Gibt es ein oder mehrere Fächer, die du dir vorstellen kannst, zu studieren? Berücksichtigen solltest du außerdem, ob dir ein Studium Spaß machen würde und ob du damit deine Interessen abdecken kannst. Grundsätzlich hast du als Akademiker /-in gute Karriereaussichten und verdienst meistens mehr, als wenn du eine Ausbildung machst.

Überblick

  • Es gibt zahlreiche Studienbereiche und -fächer, aus denen du wählen kannst. Informiere dich daher ausführlich.
  • Mach dir deine Interessen bewusst und überlege, woran du Spaß hättest.
  • Probiere dich aus, etwa beim Tag der offenen Tür an Hochschulen oder einem Orientierungsstudium.
  • Wäge ab, was du von einem Studium erwartest und was dir besonders wichtig ist.
  • Sei ehrlich zu dir: Wenn du nicht der Typ für ein Studium bist, ist das völlig in Ordnung.

Selbsttest

Die Frage, was du studieren sollst, lässt sich nicht so einfach beantworten. Dafür solltest du dir wirklich Zeit nehmen, dich ausführlich informieren und mit Familie, Freunden, Akademiker /-innen und der Studien- und /oder Berufsberatung sprechen. Vor allem aber solltest du auf dich selber hören, und etwas machen, woran du Spaß hast. Ob studieren überhupt das Richtgie für dich ist, kannst du in unserem Selbsttest schon einmal überprüfen.


 

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