Buch Studiengänge
Ob leichte Kost oder große Klassiker: Du liebst Bücher! | Foto: Unsplash/Prasanna Kumar
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01. Jun 2017

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Studium

Mehr als Lesen & Literatur: Studiengänge für Buch-Experten

... und alle, die es werden wollen!

Rundum-Wissen von Vertrieb bis Recht

"Mich hat das Konzept, das Buch sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form zu betrachten, sehr angesprochen", so Vanessa Freundt. Die 21-Jährige studiert an der Universität Erlangen-Nürnberg den Bachelor-Studiengang "Buchwissenschaft" – und ist begeistert!

Vanessa Freundt"Das Studium vermittelt mir Rundum-Wissen, indem ein breites Themenfeld abgedeckt wird, dazu zählen unter anderem Herstellung, Vertrieb, Lesen- und Lesergeschichte sowie Buchwirtschaft und rechtliche Rahmenbedingungen." Für den ein oder die andere mag sich das Fach "Buchwissenschaft" angestaubt und wenig zukunftsorientiert anhören, doch genau das Gegenteil ist der Fall: "Wir Studierende können selbst Schwerpunkte setzen, indem wir bei der Vertiefung von Modulen beispielsweise zwischen E-Publishing und E-Commerce wählen können."

Zwar liegt der Schwerpunkt auf der wissenschaftlichen Betrachtung des Mediums Buch, doch auch der Praxisbezug kommt nicht zu kurz. "In Seminaren und Schlüsselqualifikationen lernen wir mehr über die Buchbranche und kommen teilweise auch schon mit ihr in Kontakt, zum Beispiel auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig oder bei Tagungen", erklärt Vanessa. Auch ein Praktikum ist für alle verpflichtend, die "Buchwissenschaft" als Erstfach im Zwei-Fach-Bachelor studieren.

Passt der Studiengang zu dir? Für "Harry Potter"-Fan Vanessa ist klar, wer in diesem Fach falsch aufgehoben ist: "Für Lesefaule ist der Studiengang nicht zu empfehlen. Ebenso für alle, die denken, wir würden uns mit dem Inhalt der Bücher beschäftigen – dem ist nicht so. Für den Inhalt sind die Literaturwissenschaften da."


InfoBuchwissenschaft studieren (Bachelor)

  • An der Universität Erlangen Nürnberg vermittelt der Bachelorstudiengang grundlegende Kenntnisse über das Me­dium Buch.
  • Du kannst zwischen Seminaren wie "Strukturen des Buchmarkts", "Grundlagen des Electronic Publishing und E-Commerce" oder "Buchhandelsgeschichte" wählen.
  • Du kannst dich immer zum Wintersemester einschreiben, das Fach ist nicht zulassungsbeschränkt.
  • Im Laufe des Studiums ist ein achtwöchiges Praktikum Pflicht.
  • Für alle Erstsemester organisiert die Erlanger Buchwissenschaft einen Einführungstag.
  • Mehr Infos unter www.buchwiss.uni-erlangen.de

Die Digitalisierung der Buch- und Medienbranche steht auf dem Stundenplan

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch Barbara Blum. Die 24-Jährige ist schon einen Schritt weiter als Vanessa und absolviert gerade den Master in "Buchwissenschaft": "Ich würde den Studiengang nur empfehlen, wenn man ein Interesse daran hat, sich tiefergehend auch mit den theoretischen Aspekten der Schriftmedienbranche auseinanderzusetzen. Romane lesen wir wirklich nur selten im Studium und meistens im Rahmen von Fallbeispielen für Hausarbeiten."

Im Gegensatz zum praxisorientierten Bachelor ist der Master sehr auf das wissenschaftliche Arbeiten ausgelegt. Laut Barbara sollte man sich also "im Klaren darüber sein, dass man in erster Linie Schriftmedien gegenwärtig und historisch erforscht und weniger auf konkrete Stellenausschreibungen vorbereitet wird."

Barbara BlumDennoch beinhaltet auch der Masterstudiengang Anknüpfungspunkte an die Praxis, so wurde etwa Barbaras Projektarbeit gemeinsam mit einem Reisebuchverlag durchgeführt. "Letztlich ist es vor allem wichtig, sich auch neben dem Studium durch Praktika, Nebenjobs oder andere Engagements praktisch weiterzubilden", gibt die gebürtige Bayerin zu bedenken. Auch gibt es die Möglichkeit, sich ein Praktikum während des Masters anrechnen zu lassen.

Im Master "Buchwissenschaft" kann man sich in Erlangen zwischen zwei Schwerpunkten entscheiden: "Medienkommunikation Buch" und "Medienwirtschaft Digital und Print". In beiden Fällen erwartet die Studierenden ein leseintensives Studium: Barbara schätzt, dass sie im Semester durchschnittlich "50+ Seiten wissenschaftlicher Literatur pro Woche" liest, wobei den Großteil "natürlich die Hausarbeiten in der vorlesungsfreien Zeit ausmachen."

Trotz oder gerade wegen dem Arbeitsaufwand und der großen Wissensvermittlung fühlt sich Barbara wohl – und kann ihr Studium ebenfalls gegen Vorurteile verteidigen: "Bei 'Buchwissenschaft' sind die meisten Leute sehr irritiert, aber sobald ich 'Medienwissenschaft', 'Publishing' oder ähnliches sage, hört sich das für die meisten gleich ganz toll an."

Sie selbst empfindet den Master als durchaus zukunftsorientiert: "In meinem Schwerpunkt 'Medienwirtschaft Digital und Print' diskutieren wir oft über die digitalen Herausforderungen vor der die Buch- und Medienbranche steht. Im letzten Semester gab es sogar im Modul 'Digitale Wirtschaft' ein Seminar mit dem Titel 'Zukunft der Arbeit', in welchem wir aus verschiedenen Perspektiven und an verschiedenen Beispielen erforscht haben, wie sich die Arbeit in der Medienwelt durch Digitalisierung verändert."


InfoBuchwissenschaft studieren (Master)

  • "Buchwissenschaft" wird an Barbaras Uni in Erlangen als Ein-Fach-Master angeboten.
  • Studierende wählen zwischen den Schwerpunkten "Medienkommunikation Buch" und "Medienwirtschaft Print & Digital".
  • Die Einschreibung ist immer zum Wintersemester möglich, das Fach ist nicht zulassungsbeschränkt.
  • Voraussetzung ist ein Bachelor-Abschluss in Buchwissenschaft oder in anderen, fachverwandten (medienbezogenen) Studiengang.
  • Mehr Infos unter www.buchwiss.uni-erlangen.de

Lexikographie: Überhaupt nicht angestaubt!

Vor den Herausforderungen der Digitalisierung steht auch das Fach, für das sich Wiebke Schulte nach ihrem internationalen Bachelor der Deutsch-Italienischen Studien entschieden hat. Im Europäischen Masterstudiengang für Lexikographie – kurz EMLex – stehen alle Bereiche rund um Wörterbücher auf dem Modulplan: Von der Konzeption über die konkrete lexikographische Arbeit bis hin zur technischen Umsetzung.

Wiebke SchulteWie bitte, Wörterbücher? Sind die nicht ein Relikt alter Zeiten? "Lexikographie ist nicht angestaubt, ganz im Gegenteil", so Wiebke. "Einer der Schwerpunkte des Studiums liegt in der Computerlexikographie. Außerdem arbeiten wir viel mit elektronischen Korpora, und die Lehre bezieht sehr stark die Theorie und Praxis der Online-Wörterbücher mit ein. In der empirischen Wörterbuchbenutzungsforschung werden moderne Untersuchungsmethoden eingesetzt, wie zum Beispiel das Eye-Tracking Verfahren oder die Logfileanalyse."

Der Master der Lexikographie ist breit gefächert und interdisziplinär aufgebaut, auch gehört ein Auslandsaufenthalt im zweiten Semester bei einer Partneruniversität fest zum Ablauf dazu. Wiebke etwa studiert derzeit in Sosnowiec an der Uniwersytet Śląski w Katowicach in Polen.

Die Internationalität des Studiengangs zeichnet sich jedoch nicht nur durch das Auslandssemester aus, wie die 24-Jährige berichtet: "Das EMLex-Programm bietet jedem die Möglichkeit, sich um ein "Erasmus Mundus"-Stipendium zu bewerben. Außerdem verbringt man nicht nur das 2. Semester im Ausland, man kann sogar im 3. Semester an eine der Partneruniversitäten wechseln."

Am EMLex-Programm nehmen Studierende aus der ganzen Welt teil, Wiebkes Kommilitonen kommen aus Malaysien, Russland, Italien, Österreich, Lettland, Ungarn, der Ukraine und von den Philippinen. "Die Lehrenden reisen für die Blockseminare jeweils von den Partneruniversitäten oder Instituten an. Sie betreuen uns und vermitteln uns ihr Spezialwissen. Der Unterricht findet entweder auf Englisch oder Deutsch statt", erklärt die gebürtige Norddeutsche.

Studieninteressierten kann Wiebke auf den Weg geben, dass es sich um einen Master mit hohen Ansprüchen handelt: "Man muss sich sehr viel selbst erarbeiten und viel lesen. Auch spielen eine hohe Motivation, Selbstdisziplin und Spaß am Lernen eine wichtige Rolle. Das Studium sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Aber es zahlt sich definitiv aus. Denn man macht einzigartige Erfahrungen und entwickelt sich selbst weiter."


InfoLexikographie studieren

  • Der Masterstudiengang EMLex will lexikographische Theorien auf hohem internationalen Niveau und einen ausgeprägten Bezug zur Praxis der Wörterbucherstellung vermitteln.
  • Das Studium beginnt jeweils zum Wintersemester, zu den Voraussetzungen gehören neben einem überdurchschnittlichen ersten berufsqualifizierenden Abschluss ein Eignungsfeststellung sowie gute Grundkenntnisse in der deutschen und englischen Sprache.
  • Das zweite Semester wird an einer Partneruniversität im Ausland absolviert, etwa in Polen, Spanien oder Italien.
  • Mehr Infos unter www.emlex.phil.fau.de

Und, was willst du damit werden?

Eine Frage, die nicht nur unser aller Großeltern beschäftigt ist: Was macht man dann damit?

Wiebke hat noch keine konkreten Pläne für die Zeit nach dem Master, doch "mir würde es gefallen an einem Deutsch-Italienischen Wörterbuch zu arbeiten. Ich interessiere mich aber auch sehr für das Terminologiemanagement und die Terminologiearbeit, vielleicht mit interkultureller Ausrichtung. Eine Promotion ziehe ich ebenfalls in Betracht."

Barbara absolviert neben ihrem Master ein PR-Praktikum in einer Kommunikationsagentur. Sie würde aber auch gerne weiter in einem wissenschaftlichen Umfeld, z.B. an der Uni, in einem Museum oder einer Bibliothek arbeiten: "Im Idealfall finde ich eine Möglichkeit, kreativ in einem dieser Bereiche zu arbeiten oder diese zu verbinden:"

Vanessa hatte vor ihrem Bachelorstudium eine Ausbildung zur Medienkauffrau Digital und Print abgeschlossen. Ihre Zukunft sieht sie daher in einem Verlag. Sie empfindet die Zukunftsperspektiven generell als vielfältig: "Je nach selbst gewähltem Schwerpunkt und durch erste Berufserfahrungen wie Praktika und Studentenjobs kommen unter anderem Jobs in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, im Marketing oder im Vertrieb in Frage."


TippNichts für dich dabei? Wie wäre es mit dem Bachelor-Studiengang "Literatur und Buch"!

  • Seit 2015 bietet die Universität Erlangen-Nürnberg den 1-Fach-Bachelor "Buch und Literatur" an.
  • Studienbeginn ist immer zum Wintersemester, das Fach ist zulassungsfrei.
  • Das Studienfach verknüpft frankoromanistische und germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft mit der Buchwissenschaft.
  • Es handelt sich um einen von der Deutsch-Französischen Hochschule geförderten Studiengang, der in Kooperation mit der Université Blaise Pascal in Clermont-Ferrand angeboten wird.
  • Ein zweisemestriger Auslandsaufenthalt an der Partnerhochschule ist Pflicht.
  • Mehr Infos unter meinstudium.fau.de

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