Work and Travel
Bei Work & Travel erkundest du selbstständig ein fremdes Land | Foto: Thinkstock/Dangubic
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26. Mär 2016

Janina Finkemeyer

Ins Ausland

Work and Travel

Erfahrungen sammeln, arbeiten und reisen

Work & Travel: Die Planung

Wohin soll die Reise gehen? Diese Frage musst du dir zuerst beantworten. Beliebte Ziele, um "Work and Travel"-Erfahrungen zu sammeln, sind zum Beispiel Australien, Neuseeland, Kanada und die USA. Aber auch ein Aufenthalt in Europa ist möglich. Danach machst du dir Gedanken darüber, ob du mit einer Organisation oder auf eigene Faust ins Ausland gehst. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Eine Organisation unterstützt dich bei der ganzen Planung und du hast vor und während der Reise immer einen Ansprechpartner. Dafür musst du jedoch auch Programmgebühren zahlen.

Für einen Aufenthalt in Australien musst du im Schnitt mit mindestens 1.800 Euro inklusive Flug rechnen. Diese Kosten sparst du dir, wenn du die Reise allein organisiert. Dann hast du allerdings auch ein höheres Risiko. Wirst du im Gastland krank, findest keine Unterkunft oder keinen Job, bist du komplett auf dich allein gestellt. Auch bei der Flugbuchung, der Beantragung des Visums und Fragen zum Thema Autokauf, zur Kontoeröffnung und zu Handytarifen hast du keine Hilfe. 

Eine weitere wichtige Überlegung ist, ob du allein reisen willst oder mit Freunden. Gruppen haben den Vorteil, dass ihr nie ganz allein seid und euch austauschen könnt. Bei der Job- und Unterkunftssuche ist es aber oft einfacher, wenn du alleine bist.

Visum beantragen

Reist du mit einer Organisation, unterstützt diese dich bei der Beantragung des Visums. Innerhalb der EU benötigst du kein spezielles Visum, darfst einfach einreisen und Jobs annehmen. Für entferntere Ziele ist ein Working-Holiday-Visum erforderlich. In Kanada, Neuseeland und Australien darfst du damit bis zu zwölf Monate lang arbeiten und reisen. Wichtig ist, dass du das Visum für deinen "Work and Travel"-Aufenthalt zum ersten Mal beantragst, du nicht die ganze Zeit bei einem Arbeitgeber verbringst und gut Englisch sprichst. Die Voraussetzungen für das Visum unterscheiden sich in den einzelnen Ländern.

  • Australien: Du musst zwischen 18 und 30 Jahren alt sein und ungefähr 4.000 Euro auf dem Konto haben. Wenn du in den zwölf Monaten mindestens drei Monate Erntearbeit leistet, kannst du das Visum um ein Jahr verlängern.
  • Neuseeland: Auch in Neuseeland musst du zwischen 18 und 30 Jahren alt sein, aber nur ca. 2.700 Euro Erspartes nachweisen. Außerdem hast du dort die Chance, das komplette Jahr bei einem Arbeitgeber zu bleiben. Eine dreimonatige Verlängerung ist möglich, wenn du im ersten Jahr mindestens drei Monate bei der Ernte geholfen hast.
  • Kanada: Wenn du nach Kanada willt, musst du dich fühzeitig um das Visum bemühen, denn die Anzahl ist begrenzt. Bei der Beantragung solltest du zwischen 18 und 35 Jahren alt sein und nicht weniger als 2.000 Euro auf dem Konto haben.
  • USA: Für die USA gibt es kein klassisches Working-Holiday-Visum. Du musst für den Aufenthalt das J1-Visum nutzen, welches du nur über eine Organisation bekommen kannst. Dafür musst du volljährig sein, rund 600 Euro auf dem Konto und eine Jobzusage haben. Vier Monate darfst du damit in den USA bleiben und anschließend noch 30 Tage reisen.

Auto kaufen für die Rundreise?

Viele Backpacker kaufen sich für ihren "Work and Travel"-Aufenthalt ein Auto. Damit bist flexibel, kannst dein Gepäck immer gut verstauen, im Auto übernachten und bist nicht auf Hostels angewiesen. Auch wenn die Kosten zunächst hoch sind, kann sich der Kauf schnell rentieren. Schließlich willst du das Land kennenlernen und rumreisen und musst dir dann um die Fahrten von einem Ort zum anderen keine Sorgen mehr machen. Lass dir aber kein Auto aufschwatzen, ohne vorher eine Probefahrt zu machen. Nur so kannst du rausfinden, wie sich der Wagen fährt und ob du damit klar kommst.

Welche Jobs sind denkbar?

Die Art der Gelegenheitsjobs hängt sehr stark vom jeweiligen Land und der Jahreszeit ab. Möglich sind zum Beispiel Tätigkeiten in der Gastronomie, in Hotels, auf einer Farm, auf dem Bau, in Fabriken oder in Callcentern. Vorkenntnisse musst du für die meisten Aushilfstätigkeiten nicht mitbringen. Wenn du allerdings in Deutschland schon mal gekellnert, im Hotel oder einer Fabrik gearbeitet hast, solltest du das bei potenziellen Arbeitgebern unbedingt erwähnen. Dann hast du bessere Chancen. Wenn du schon eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium in der Tasche hast, kannst du versuchen, in dem Bereich zu arbeiten. Du musst nur aufpassen, dass du nicht zu lange bei einem Arbeitgeber bleibst, da du sonst Probleme mit dem Visum bekommst.


Checkliste: Daran musst du vor der Reise denken

  • Visum beantragen und Flüge buchen
  • Unterkunft für die ersten Tage suchen
  • notwendige Versicherungen abschließen
  • wichtige Impfungen auffrischen
  • Frage klären: Auto – ja oder nein?
  • Handy und Konto im Gastland eröffnen bzw. Unterlagen dafür zusammenstellen
  • Notgroschen für Engpässe nicht vergessen

Im Netz findest du auch interaktive Checklisten, zum Beispiel unter www.auslandsjob.de


Mögliche Organisationen

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