BFD
BFD: Gemeinsam Einsatz zeigen | Foto: Thinkstock/dolgachov
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20. Mai 2015

UNICUM Onlineredaktion

Freiwilligendienste

BFD: Was ist das?

Freiwilliges Engagement für eine bessere Gesellschaft

Das Konzept hinter dem BFD

Die Wohlfahrtsverbände reagierten skeptisch, als der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg 2011 verkündete, das deutsche Heer von einer Freiwilligen- zu einer Berufsarmee umzubauen. In Zuge dessen wurde auch die Wehrpflicht abgeschafft – und mit ihr der Zivildienst.

Soziale Einrichtungen mahnten, dass dadurch das komplette Sozial- und Pflegesystem im Land zusammenbrechen würde. Die Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) würden nicht ausreichen, um die Lücke der 90.000 Zivis zu stopfen.

Ein Ersatz musste her. Und so war der Bundesfreiwilligendienst (BFD) geboren. Er ist als direkter Ersatz für den Zivildienst gedacht, orientiert sich bei den arbeitsrechtlichen Belangen und der Vergütung jedoch am FSJ.

  • Der Freiwilligendienst steht Männern und Frauen offen, die die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben.
  • Im Gegensatz zum FSJ (Vollendung des 27. Lebensjahrs) gibt es jedoch keine Altersobergrenze.

Wie ist der Bundesfreiwilligendienst geregelt?

  • Bewerbungen richten sich direkt an die Institution deiner Wahl.
  • Die Arbeit erfolgt in der Regel über zwölf Monate, in Vollzeit.
  • Eine Verkürzung auf sechs oder eine Aufstockung auf 18 Monate (max. 24 Monate) ist möglich.
  • Darüber hinaus können "BFDler", die das 27. Lebensjahr vollendet haben, ihren Dienst auch in Teilzeit von mindestens 20 Stunden pro Woche leisten.
  • Nebentätigkeiten müssen von der jeweiligen Dienststelle genehmigt werden.
  • Vollzeittätige haben pro Kalenderjahr einen Anspruch auf 24 Tage Urlaub.

Da es sich bei dem Freiwilligendienst um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt, bekommst du kein Gehalt im eigentlichen Sinn. Die Einsatzstellen vergüten den Dienst mit einem Taschengeld von maximal 363 Euro. Der Träger kann zudem einen Zuschuss für Verpflegung, Dienstkleidung und Unterkunft gewähren. Was du letztlich verdienst, ist Verhandlungssache.

BFDler sind über ihre Institution in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Eine etwaige Familienversicherung ruht für die Zeit des Dienstes. Privatkrankenversicherte müssen eine Aussetzung hingegen mit ihrer Versicherung klären. Lässt die sich nicht darauf ein, sind weiterhin Versicherungsbeiträge zu zahlen. BFDler sind darüber hinaus renten-, unfall- und pflegeversichert, sowie sozialversicherungsbeitragpflichtig.


Ein BFD als Studienleistung

Wie im Zivildienst, sind BFDler dazu verpflichtet, an Seminaren teilzunehmen:

  • Während eines einjährigen Freiwilligendienstes sind 25 Seminartage Pflicht.
  • Teilnehmer über 27 Jahre müssen nur "in angemessenem Umfang" an Seminaren teilnehmen.

Was das bedeutet, legen die Einsatzstellen im Einzelfall fest. Diese stellen am Ende des Dienstes auch ein Arbeitszeugnis aus.

An manchen Unis kann man sich bei der Aufnahme eines entsprechenden Studiums das BFD als Praktikum angerechnet, ob das aber wirklich möglich ist, liegt an der Hochschule und der Studienordnung. Eine gesetzliche Anrechnungspflicht existiert nicht.

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