Bankkaufmann werden
Jobs bei der Bank: Gehen oder bleiben? | Foto: Rob Bye/Unsplash
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04. Mai 2018

Marie-Charlotte Maas

Ausbildung

Karriere im Bankenwesen: Wieviel Zukunft haben Jobs bei der Bank?

Duales Studium bei der Sparkasse: solide und zukunftsfähig?

Anna Moryn Sieberg (22) wollte beruflich etwas Solides machen. Etwas Zukunftsfähiges. In einer Branche, die es immer geben wird. Nach dem Abi vor rund zwei Jahren bewarb sich die Solingerin darum erfolgreich für ein duales Studium bei der Sparkasse KölnBonn.

Bankkauffrau? In diesen Zeiten? Dass Anna auf der Suche nach einem krisensicheren Job gerade in die Finanzwelt möchte, wirkt auf den ersten Blick etwas merkwürdig, denn dass die Branche es zurzeit nicht leicht hat, hört und liest man überall. Eine Untersuchung der KfW und der Uni Siegen hat ergeben, dass die Banken und Sparkassen seit dem Jahr 2000 jede vierte Zweigstelle dichtgemacht haben.

Onlinebanking sorgt für Stellenabbau

Folglich werden immer mehr Stellen abgebaut – mehr als in jeder anderen Branche. Die Zahl der Arbeitsplätze zwischen 2008 und 2017 um zehn Prozent gesunken. Schuld daran sei, so heißt es, die unaufhaltsam voranschreitende Digitalisierung. Immer mehr Aufgaben werden heute von Computer übernommen. Und immer mehr Kunden erledigen ihre Geldgeschäfte online. Sollten sie den Weg zur Filiale auf sich nehmen, kommen sie höchstens bis in den SB-Bereich.

"Die Digitalisierung ist doch was Positives!"

Bankkauffrau Anna Moryn SiegbergAnna Moryn können solche Krisen-Szenarien nicht abschrecken. Dass sie in Zukunft immer häufiger mit Kunden via Videotelefonie kommunizieren wird, statt am Schalter in der Filiale, ist für sie eine Selbstverständlichkeit. "Wir merken, dass die Kunden – und zwar von jung bis alt – der Digitalisierung positiv gegenüber stehen, und das sollten wir als Mitarbeiter auch tun."

Probleme hatte sie mit dieser Entwicklung bisher keine. Als Kind der Generation "Ich bin immer online", in der Smartphone, Tablet und Co. zum Alltag gehören, lernt sie neue digitale Herangehensweise ganz intuitiv. "Älteren Kollegen kann das anders gehen. Darum gibt es für alle Mitarbeiter Schulungen zu dem Thema."

Dass es eines Tages keine Filialen mehr geben könnte und Bankgeschäfte ausschließlich online getätigt werden, hält sie indes für undenkbar. "Das Bankwesen lebt stark vom zwischenmenschlichen Kontakt. Man muss auf die Person individuell eingehen und das kann ein Roboter nicht leisten." Ist das Wunschdenken?

Roboter können Bankangestellte nicht ersetzen

Nein, sagt Claus-Peter Praeg, Themenbeauftragter Finanzdienstleister und Projektleiter des Innovationsforums "Bank & Zukunft" vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart: "Die Betreuung von Kunden, sowohl im Privatkunden- als auch Firmenkundenbereich, wird auf absehbare Zeit ein wichtiger Erfolgsfaktor für Banken bleiben. Daher wird dieser Beruf immer für Menschen interessant sein, die Wert auf einen persönlichen und individuellen Umgang und Austausch mit anderen legen."

Auch was die Zahl der Mitarbeiter angeht, ist Praeg optimistisch: "Aufgrund der anhaltenden Kostensenkungsmaßnahmen halten sich Banken derzeit mit Neueinstellungen noch zurück. Dies wird sich aller Voraussicht nach aufgrund der demografischen Entwicklungen nicht mehr lange der Fall sein."

Bankwesen? Na sicher!

Gute Aussichten also? Anna sieht ihre Zukunft jedenfalls ganz klar bei ihrem jetzigen Arbeitgeber. Ihre Entscheidung für die Bankenbranche habe sie noch keine Sekunde bereut. Für sie bietet der Beruf nach wie vor die Sicherheit, nach der sie gesucht hat: "Das Bankwesen gibt es schon so lange es Menschen gibt, ich bin zuversichtlich, dass es noch ein paar Jahre bestehen bleiben wird", lacht sie.

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