Food Manager werden
Im Interview: Christopher Paksi macht eine Ausbildung zum Handelsfachwirt mit dem Schwerpunkt Food

Ausbildung

 

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Ausbildung

Neue Ausbildungen braucht die Food-Branche!

"Ich habe einen ziemlich kurvigen Karriere-Weg hinter mir"

UNICUM: Chris, du machst derzeit eine Ausbildung zum Handelsfachwirt bei IKEA. Wie können wir uns das vorstellen?
Christopher PaksiChristopher Paksi: Die Handelsfachwirtausbildung besteht aus drei Abschnitten: Zuerst macht man den Kaufmann im Einzelhandel, dann als Aufstiegsfortbildung den Handelsfachwirt und danach den Ausbildereignungsschein. Normalerweise braucht man für alles zusammen viel länger, aber bei IKEA ist die Ausbildung komprimiert auf drei Jahre.

Die Ausbildung findet sowohl theoretisch als auch praktisch statt …
Ja, die Theoriephasen finden in einer privaten Wirtschaftsakademie statt. Den praktischen Teil absolviert man in drei Einrichtungshäusern in Deutschland.

Drei Häuser? Da kommt man ja ziemlich rum!
Ich habe in Leipzig begonnen und habe dort den Einzelhandelskaufmann gemacht. Dort konnte ich alle Bereiche für mehrere Monate durchlaufen – von der Logistik über den Verkauf bis Food. Danach musste ich mich für zwei Facheinarbeitungen entscheiden, die noch einmal in zwei anderen Häusern stattfinden. Für mich ging es nach Hamburg und nach Braunschweig – meinem jetzigen Standort.

Warum hast du dich für die Ausbildung zum Handelsfachwirt entschieden?
Ich habe einen ziemlich kurvigen Karriere-Weg hinter mir – das ist gar nicht mal so IKEA-unüblich. Nach der Schule wollte ich nicht direkt studieren oder eine Ausbildung anfangen. Ich habe also erst den Zivildienst in einer Behindertenunterkunft gemacht. Danach war ich mir sicher, dass ich in diese Richtung gehen will, doch dann bin ich für meine Freundin nach Berlin gezogen – das hat mich total geflasht! Ich komme nämlich aus einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. In Berlin haben alle um mich herum Filme gedreht und Musik gemacht, also habe ich damit auch angefangen.

Du bist einfach so ins Film- und Musikbusiness eingestiegen?
Seit meiner Zeit in Berlin lege ich als DJ viel auf. Ich habe aber hauptsächlich Filme gedreht: Zuerst habe ich Praktika bei verschiedenen Produktionsfirmen gemacht und mich dann relativ schnell hochgearbeitet. Am Ende habe ich etwa als Regie-Assistent oder in der Aufnahmeleitung gearbeitet. Die fünf Jahre in Berlin waren wahnsinnig spannend und aufregend, aber man muss auch immer den Jobs hinterherlaufen. Wenn man selbstständig ist, dann dauert der eine Job mal zwei Monate, der andere nur einen Monat. Das war irgendwann nicht das, womit ich 60 Jahre alt werden wollte.

Von Vorurteilen sollte man sich nicht lenken lassen!

Wie bist du dann auf IKEA gekommen?
Ich habe mir die Profile von einigen großen Unternehmen angesehen, beworben habe ich mich dann für interessante Ausbildungsgänge, die eine schnelle Karriere ermöglich. Ich hatte schließlich schon fünf Jahre ins Land gehen lassen und wollte nicht noch weitere sieben Jahre studieren. Ich wollte durchstarten – und das hat mit IKEA auf Anhieb geklappt. Beim Assessment Center in Hamburg habe ich gemerkt, dass IKEA genau das ist, was ich mir vorstelle – das passt einfach in vielen Punkten, wie den Werten und der gesamten Unternehmenskultur.

Entspricht denn die Ausbildung deinen Erwartungen?
Ich habe darauf gehofft, schnell die Möglichkeit zu bekommen, selber mit anpacken zu können. Das war zum Glück von Anfang an der Fall. In den ersten anderthalb Jahren kann man sich bei IKEA ausprobieren. Im Stammhaus lernt man viele Leute kennen und guckt, wohin es für einen gehen kann. Bei den Facheinarbeitungen habe ich mich anfangs für Food und Verkauf entschieden, doch schon nach dem ersten halben Jahr war für mich klar, dass ich im Foodbereich meinen Platz gefunden habe. Ich habe dann in der Abteilung auch meine zweite Facheinarbeitung gemacht.

Warum das?
Nach der Ausbildung soll man direkt als Teamleiter bei IKEA starten – doch Food ist einfach eine sehr spezielle Abteilung. Durch die zweite Facheinarbeitung wollte ich eine gewisse Sicherheit bekommen. Vom Auszubildenden zum Teamleiter: Das kann schon eine harte Nummer sein.

Du hast dich also bewusst für IKEA Food entschieden.
Ich interessiere mich sehr für Essen, Ernährung und Kochen. Mein Vater hat selbst ein Restaurant und ist passionierter Koch. Daher war das für mich immer eine Option. Aber Food hat nicht gerade den besten Ruf: Viele mögen es nicht, mit Essen zu arbeiten oder an der Pommes-Fritteuse zu stehen. Von den ganzen Vorurteilen habe ich mich anfangs ein bisschen lenken lassen. Dann hatten wir im ersten Ausbildungsjahr einen Orientierungstag, bei dem wir Vertreter der einzelnen Bereiche kennengelernt haben. Die haben uns dann ihre Abteilung mit allen Vor- und Nachteilen vorgestellt. Und mit dem Vertreter für Food war ich sofort auf einer Wellenlänge.


Handelsfachwirt Food


In der Ausbildung gleicht kein Tag dem anderen

Was war der entscheidende Punkt für dich?
In der Gastronomie ist es sehr stressig, hektisch und wild. Für mich war klar: Wenn ich das mache, dann will ich wirklich etwas verändern können. Ich bin was meine Ernährung anbetrifft nachhaltig eingestellt: Ich versuche auf Zusatzstoffe zu verzichten und esse kein Fleisch. Auf den ersten Blick ist es dann schwierig, in einem Bereich zu arbeiten, der seinen Hauptumsatz mit Köttbullar und Schnitzel macht. Doch der Vertreter von Food war auch Vegetarier und hat mir deutlich gemacht, dass das gehen kann. IKEA schlägt ja nach und nach eine ähnliche Schiene ein. Wir haben jetzt z.B. ganz viele Bio-Produkte im Schwedenshop. Mein Ziel für die Zukunft soll es sein, das ganze Ding ein wenig in diese Richtung zu lenken und in eine Position zu kommen, in der ich Dinge bestimmen kann, um aus dem alten, eingefahrenen Food-System rauszukommen.

Wie genau sieht deine Ausbildung im Bereich IKEA Food konkret aus?
Das lässt sich schwer in ein, zwei Sätzen zusammenzufassen. Kein Tag, keine Woche ist gleich – es gibt so viele Aufgaben, die man in einem so großen Bereich hat, immerhin haben wir hier 40 Mitarbeiter. Die Abteilung ist an sich in zwei Bereiche unterteilt: Es gibt das Restaurant sowie das Mitarbeiterrestaurant auf der einen Seite, auf der anderen Seite das Bistro und den Schwedenshop. Meine beiden Hauptaufgaben liegen als Teamleiter darin, sowohl die Kunden als auch meine Mitarbeiter glücklich zu machen. Zum Tagesgeschäft gehören dann z.B. der Einkauf, die Verkaufssteuerung und die Planung von Verkaufsaktionen. Dabei arbeite ich Hand in Hand mit den Teamleitern anderer Abteilungen und den lokalen Marketingverantwortlichen zusammen.

Arbeitest du nur im Büro oder auch mal in der Küche?
In der Ausbildung arbeitet man noch ziemlich oft "an vorderster Front", weil man einfach die Basics kennenlernen muss. Wenn ich nicht weiß, was die Mitarbeiter den ganzen Tag machen, dann kann ich nur schwer ihren Einsatz planen oder ihre Arbeit verbessern. Jetzt, in meinem letzten Ausbildungsjahr, schaue ich aber ganz viel dem Teamleiter über die Schulter und versuche, mir möglichst viel abzugucken. Dabei sitze ich mit in Meetings oder im Büro und unterstütze bei der strategischen Steuerung. Außerdem erhalte ich die Möglichkeit, eigenverantwortliche Projekte zu bearbeiten.

Welcher Teil deiner Ausbildung ist besonders herausfordernd?
Definitiv die Samstage bei IKEA! Man muss wirklich Massen an Kunden zufriedenstellen und dabei noch die Mitarbeiter bei Laune halten. Und gerade an verkaufsstarken Tagen ist es für Führungskräfte ganz wichtig zu signalisieren: "Ich bin einer von euch". Dann gebe ich auch den ganzen Tag Hot Dogs aus, wenn es sein muss. Solche Situationen so zu meistern, dass alle glücklich nach Hause gehen – und der Shop dann noch gut aussieht – das ist wirklich eine Herausforderung.

Wirst du auf solche Situationen nur in den Praxis- oder auch in den Theoriephasen vorbereitet?
Wir lernen in den Theoriephasen wirklich sehr viel – vor Kurzem hatte meine IKEA-Klasse noch ein Führungsseminar. Dabei haben wir auf Basis der Unternehmenswerte gelernt, wie man ein Team führt und wie das Verständnis von IKEA zu diesem Thema ist. Das kann man dann direkt in der Praxis umsetzen.

"Ich habe ziemliche Angst vor Langeweile, doch die gibt es hier nicht"

Nach deiner Ausbildung wirst du als Teamleiter beginnen – wird das nur eine Einstiegsposition bleiben?
Ich sehe die Teamleiterposition als Karriere-Schritt, etwa für die nächsten zwei Jahre. Dann habe ich schon vor, Abteilungsleiter zu werden, und danach – mal schauen. Eine Möglichkeit wäre unsere Zentrale, die alle Häuser steuert, – oder der Weg nach Schweden. Da habe ich richtig Lust drauf.

Bleibst du denn weiterhin im IKEA Braunschweig?
Nein, ab Februar werde ich in Kaarst als Teamleiter im Bereich Bistro/Schwedenshop anfangen. Das wird sehr spannend und cool werden. Es handelt sich dabei um eine Neueröffnung – und um ein internationales Vorbildprojekt: Dieser IKEA-Store soll das nachhaltigste Möbelhaus der Welt werden! Ich hoffe, ich kann dem Ganzen meinen Spirit mitgeben. Ich bin wirklich sehr glücklich über diese Chance!

Es gibt also nicht diesen Moment, in dem du dir wünschst, wieder Filme zu machen?
Den gab es tatsächlich noch nicht. Es bleibt einfach immer spannend. Ich habe ziemliche Angst vor Langeweile, doch die gibt es hier nicht. Ich komme morgens zur Arbeit, gehe abends heim und die Zeit vergeht wie im Flug. Ich kann hier Probleme lösen, spontan sein, kann ganz viele Dinge, ganz schnell verändern. Wenn mir was nicht gefällt, dann setze ich es um. Es ist nie so, dass man eine Aufgabe immer nach dem selber Muster erledigt: Man darf hier neue Ideen und Mut zum Anderssein haben.

Letzte Frage: Für wen eignet sich die Ausbildung im Bereich IKEA Food? Was muss man mitbringen, wann ist man falsch?
Diese Passion für Food ist wichtig. Wenn man das nicht hat oder es eklig findet, mit warmen Lebensmitteln zu arbeiten, dann ist es wirklich nichts für einen. Ansonsten ist es wichtig, spontan zu sein: man muss ganz schnell auf verschiedene Sachen reagieren. Es ist kein Tag wie jeder andere. Wenn man sich ausruhen will oder einen gemütlichen Büro-Job sucht, dann ist es absolut nicht das Richtige. Man muss Energie haben und Lust, Mitarbeiter zu motivieren und zu entwickeln. Außerdem muss es ein Bedürfnis sein, Kunden glücklich zu machen – dann mach es richtig viel Spaß!


InfoKurz & kompakt: Die Ausbildung zum Food-Manager

  • Die Ausbildung zum Handelsfachwirt ist die perfekte Vorbereitung, um später Führungsaufgaben in unterschiedlichen Bereichen übernehmen zu können.
  • Bei IKEA beginnt der Handelsfachwirt mit der Ausbildung zum/zur Einzelhandelsmann /-frau, danach entscheiden sich die Auszubildenden nach und nach für "ihren" Bereich.
  • Zur Auswahl stehen: Verkauf, Logistik, Kundenservice, Recovery oder IKEA FOOD.
  • Die Ausbildung dauert 33 Monate, führt dich durch 3 verschiedene Einrichtungshäuser und endet mit 3 IHK-Abschlüssen.
  • Voraussetzung ist das Abitur oder die Fachhochschulreife, doch die Schulnoten sind eher zweitrangig.
  • Mehr Infos unter www.ausbildung.ikea.de

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