Ausbildung Studie
Weiterhin besonders beliebt: Eine Ausbildung in kaufmännischen Berufen | Foto: Thinkstock/shironosov
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31. Jan 2018

Nina Weidlich

Ausbildung

Ausbildungscheck 2018

Die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten im Überblick

Gefragte Abiturienten

Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Im  Jahr 2017 wurden 523.300 neue Ausbildungsverträge geschlossen – das sind etwa 3.000 mehr als im Vorjahr. Und obwohl es 2017 weniger Schulabgänger gab als noch im Jahr zuvor, ist die Zahl der Ausbildungssuchenden sogar angestiegen. Der Grund: Auch Abiturienten zeigen größeres Interesse an einer Ausbildung.

Gegenüber anderen Bewerbern haben Abiturienten meist den Vorteil, zwischen mehreren Ausbildungsstellen wählen zu können. Auch viele Geflüchtete haben sich auf eine Ausbildungsstelle beworben, was die Zahl ebenfalls in die Höhe trieb. Trotz großem Interesse an einer Ausbildung hat sich die Situation für die Jugendlichen verbessert. Das Ausbildungsangebot ist 2017 noch stärker gestiegen als die Nachfrage – nämlich um +8.500 auf insgesamt 527.200 angebotene Stellen.

Top oder Flop? - Ausbildungsberufe im Ranking

Obwohl es über 300 verschiedene Ausbildungsberufe gibt, finden sich unter den Top 5 jedes Jahr die "üblichen Verdächtigen". Gemäß den Zahlen des statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2016 diese Berufe bei den angehenden Azubis besonders beliebt:

  1. Einzelhandelskaufmann/-frau (+ 29.142 Auszubildende)
  2. Kaufmann/-frau für Büromanagement (+ 27.930)
  3. Verkäufer/-in (+ 22.983)
  4. Kfz-Mechatroniker/-in (+ 20.817)
  5. Industriekaufmann/-frau (+ 17.703)

Welche Berufe Machen besonders glücklich? Um das herauszufinden, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) über 12.000 Azubis aus den 25 häufigsten Ausbildungsberufen befragt. Insgesamt haben 71,9 Prozent an, mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Hier die Gewinner und die Verlierer der Studie:

  1. Mechatroniker/-in
  2. Industriekaufmann/-frau
  3. Fachinformatiker/-in
  4. Elektroniker/-in für Betriebstechnik
  5. Zerspanungsmechaniker/-in

Der gefragte Ausbildungsberuf des/der Einzelhandelskaufmanns/-frau landet bei den befragten Azubis in punkto Zufriedenheit nur im Mittelfeld, genauso wie die Berufe Bürokaufmann/frau, der Verkäufer/-in und Kfz-Mechatroniker/-in. Am unzufriedensten sind im Übrigen die folgenden Azubis:

  1. Anlagenmechaniker/-in
  2. Zahnmedizinische/-r Fachangestellte/-r
  3. Friseur/-in
  4. Hotelfachmann/-frau
  5. Fachverkäufer/-in im Lebensmittelhandwerk

Ausbildung Mechatroniker


Money, money, money!

Die Ausbildungsvergütungen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – im Jahr 2017 allerdings deutlich geringer als in den Jahren zuvor. Außerdem gibt es immer noch ein großes Gehaltsgefälle zwischen West und Ost: Im Durchschnitt bekommt ein Azubi im Westen laut BIBB 881 Euro pro Monat und im Osten nur 827 Euro.

In den beliebtesten Branchen sieht die Verteilung wie folgt aus (West/Ost, jeweils in Euro)

  1. Industriekaufmann/-frau (1.008/942)
  2. Einzelhandelskaufmann/-frau (869/788)
  3. Verkäufer/-in (813/735)
  4. Kfz-Mechatroniker/-in (785/669)
  5. Bürokaufmann/-frau (767/720)

Zum Vergleich: das höchste Ausbildungsgehalt liegt bei 1.110/915 Euro pro Monat. Mit diesem Gehalt können vor allem Azubis in handwerklichen Berufen rechnen, unter anderem Maurer/-innen, Straßenbauer/-innen und Zimmerer/-innen. Bei den Binnenschiffer/-innen fällt das Gehalt mit 1.072 Euro pro Monat in Ost und West ähnlich hoch aus. Am wenigsten Kohle gibt´s für Schornsteinfeger/-innen (518/518), auch Florist/-innen (622/587) und Bäcker/-innen (637/637) bekommen ein vergleichsweise niedriges Gehalt.

Großkonzern vs. Familienbetrieb

Es kann einen großen Unterschied machen, ob du deine Ausbildung in einem großen Unternehmen (mehr als 500 Mitarbeiter) oder einem Kleinbetrieb (bis zu 20 Mitarbeitern) machst, denn laut DGB-Ausbildungsreport lässt sich generell sagen: Je größer der Betrieb, desto glücklicher die Azubis. Dafür sprechen vor allem die folgenden Argumente:

  • In kleineren Betrieben musst du häufiger Aufgaben erledigen, die nicht zu deiner Ausbildung gehören. Konkret bedeutet das: 17,8 Prozent der Azubis in kleinen Betrieben müssen ausbildungsfremden Tätigkeiten nachgehen, in großen Unternehmen sind es nur 7,8 Prozent.
  • Die Qualität der Ausbildung wird von 28,3 Prozent der Azubis in Kleinbetrieben als "sehr gut" bewertet, in Großbetrieben sind es sogar 44,4 Prozent.
  • Auch in Sachen Überstunden sieht es in großen Betrieben etwas rosiger aus: 95,5 Prozent der Azubis geben an, maximal fünf Überstunden pro Woche machen zu müssen, in kleineren Betrieben sind es nur 77,5 Prozent.

Ausbildung: Traumberuf oder "besser als nix"?

Gute Bezahlung, hohes Ansehen und wenig Überstunden: All das nützt nichts, wenn der Auszubildende keinen Spaß an seinem Beruf hat. Von den über 12.000 Azubis, die der DGB befragt hat, geben immerhin 33 Prozent an, in ihrem Wunschberuf zu arbeiten; 39,5 Prozent finden ihren Beruf zumindest interessant. Auf der anderen Seite hat gut ein Fünftel gar nicht geplant, in dem von ihm gewählten Beruf zu arbeiten, 7,2 Prozent sehen ihre Ausbildung sogar nur als Notlösung an.

Das erklärt wohl auch die hohen Abbrecherzahlen: Eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarktforschung (IAB) hat ergeben, dass in Bayern etwa jeder 5. Azubi hinschmeißt. Viele Abbrecher gibt es vor allem unter den Koch-Azubis, die durch TV-Shows falsche Vorstellungen vom dem Berufsbild des Kochs haben und von der Härte der Ausbildung überrascht werden. Aber auch Fachverkäufer und Friseure ziehen die Ausbildung oft nicht bis zum Ende durch. Seltener kommt es hingegen bei Bank- und Industriekaufleuten sowie Mechatronikern zum Ausbildungsabbruch.

Die Gründe sind dabei vielseitig: Während Ausbildungsleiter fehlende Grundfertigkeiten und Sozialkompetenz der Azubis als Ursache für die vorzeitige Beendigung der Ausbildung nennen, führen die Auszubildenden selbst häufig ein schlechtes Betriebsklima an. Einige Jugendliche haben aber auch schlichtweg ein Problem damit, jeden Morgen pünktlich aus dem Bett zu kommen.


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