Ausbildung oder Studium
Ausbildung oder Studium? Was passt zu dir? | Foto: Wavebreakmedia, Photoco, Shironosov/Getty Images
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03. Mai 2018

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Ausbildung

Ausbildung vs. Studium: Das große Battle

Studentin Andrea: "Für mich kam eine Ausbildung nicht in Frage"

Andrea Börgermann ist 24 und studiert an der FH Münster im Fachbereich Energie-Gebäude-Umwelt mit Schwerpunkt Energietechnik. Andrea hat ihren Bachelor letztes Jahr abgeschlossen und ist gerade in ihr drittes Mastersemester gestartet. Für sie war eigentlich schon immer klar, dass sie studieren möchte. Warum, hat sie uns im Interview erklärt.


Studium Ausbildung Andrea Börgermann


UNICUM: Warum hast du dich für ein Studium entschieden?
Andrea: Nach dem Abi stellte sich die Frage, ob ich eine Ausbildung mache, nicht wirklich. Ich selber sehe auf jeden Fall viele Vorteile darin, wenn man eine Ausbildung macht. Für mich selbst kam das allerdings nicht in Frage, weil ich kein sehr disziplinierter Typ bin. Früh aufstehen, wenig Urlaub – so blöd das klingt, aber da hat das Studium schon wirklich Vorteile. Als ich mich schlau gemacht habe, was ich später mal machen könnte, war mir klar, dass es in die naturwissenschaftliche Richtung gehen sollte. Als Ingenieur – das hat mich einfach gereizt, als ich das gesehen habe. Da ist ein Studium dann ja sozusagen sowieso Pflicht. Bei mir hat sich das dann also einfach so ergeben.

Welches Studium hast du dir dann letztendlich ausgesucht?
Ich studiere im Fachbereich Energie-, Gebäude-, Umwelttechnik. Da kann man sich für eine der drei Vertiefungen entscheiden, ich habe die Vertiefung Energietechnik gewählt. Außerdem gibt es im Bachelor noch den Unterschied, ob man Ingenieurwesen oder Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Ich habe mich für den Wirtschaftsingenieur entschieden. Mein Masterstudium heißt jetzt "Master der Energie-, Gebäude-, Umwelttechnik" und da habe ich dann auch wieder die Vertiefung Energietechnik gewählt.

"Besser könnte ich es gar nicht haben!"

Welche Vorteile hat das Studium für dich? Was schätzt du besonders?
Ich schätze, dass ich mir meine Zeit weitgehend selbst einteilen kann. Man ist eigentlich so flexibel wie nie in seinem Leben. Diese Flexibilität hat natürlich auch Nachteile – klar: Manchmal beneide ich berufstätige Leute. Wenn man arbeitet, kommt man nach Hause und hat Feierabend. Im Studium hat man mindestens im Hinterkopf noch irgendwo, dass man eigentlich etwas machen müsste. Man muss sich selber Feierabend geben, und das fällt mir häufig schwer. Aber andererseits kann man auch sagen: Zu der Veranstaltung gehe ich nicht hin, wenn es gerade nicht passt. Die Flexibilität ist eigentlich der größte Vorteil. Ich bin im letzten Jahr Mama geworden und studiere weiter, und besser könnte ich es gar nicht haben! Das Studium kann ich weiter machen und selber entscheiden, ob ich an einer Vorlesung teilnehme oder vielleicht ein bisschen langsamer mache und die erst im nächsten Semester mitnehme. Ich muss jetzt nicht komplett aufhören, sondern kann mir das Studium so einteilen, wie es passt. Und mir natürlich auch viel von Zuhause selber beibringen. Gerade in dem Rahmen ist das wirklich optimal, jetzt im Master so weiter zu machen.

Würdest du denn sagen, dass man in dem Bereich mit einem Studium viel mehr Möglichkeiten hat, als wenn man sich für eine Ausbildung entscheidet?
Ja, das würde ich schon so sagen. Im Bereich Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik hat man vielfältige Möglichkeiten. Ehemalige Kommilitonen von mir arbeiten jetzt in ganz unterschiedlichen Feldern. Wenn man eine Ausbildung macht, wird man in erste Linie für einen Bereich ausgebildet und ist dadurch eventuell eingeschränkter.

Studieren alleine reicht nicht.

Wie hast du den fehlenden Praxisbezug im Studium ausgeglichen?
Vorm Studium an der FH habe ich ein Vorpraktikum absolviert. Am Ende des Studiums gibt es außerdem eine verpflichtende Praxisphase. Da geht man dann für mindestens drei Monate in einen Betrieb und ist quasi als Ingenieur eingestellt. Häufig schreibt man im gleichen Betrieb später auch die Bachelorarbeit. Ich selbst habe diese Phase jedoch für ein Auslandssemester auf den Marshall Inseln genutzt. Es war mir bewusst, dass ich dort nicht unbedingt relevante Praxiserfahrung sammeln würde, deshalb habe ich meine Bachelorarbeit auch extra in einem Betrieb geschrieben. In einem Planungsbüro für Windkraftanlagen. Die drei Monate dort waren für mich sehr interessant, um zu schauen, ob das auch wirklich etwas ist, was ich später machen möchte. Darüber hinaus habe ich viel nebenbei an der FH gearbeitet – an Projekten für meine Professoren zum Beispiel.

Würdest du sagen, dass man selbst Initiative ergreifen sollte, um den fehlenden Praxisbezug auszugleichen?
Genau. Jetzt im Master arbeiten fast alle nebenbei. Dabei lernt man dann nochmal vieles, was man für das spätere Berufsleben gut gebrauchen kann. Nur das Studium alleine bereitet einen sicherlich nicht hundertprozentig auf das Arbeitsleben vor.

Welche Eigenschaften muss man mitbringen, um so ein Studium hinzubekommen?
Gute Selbstorganisation und auch Motivation. Das hätte ich von mir selber im Abi auch nicht gedacht, dass ich das hätte. Das lernt man zum Teil auch im Studium, aber das ist auch unglaublich wichtig – dass man sich selber bei der Stange hält. Weil man eben für sich selber verantwortlich ist und sich selber motivieren und anspornen muss. Das ist glaube ich mit das Wichtigste.


Auszubildende Natalie: "Ich wollte direkt praktische Berufserfahrung sammeln."

Natalie Hacker ist 21 Jahre alt und arbeitet aktuell als Fachkraft beim Ruhrverband in Hemer. Ihre Ausbildung zur Konstruktionsmechanikerin mit der Fachrichtung Ausrüstungstechnik hat sie vor einem Jahr abgeschlossen. Uns hat sie erklärt, wieso eine Ausbildung für sie genau das Richtige war.


Auszubildende Natalie Hacker


UNICUM: Wieso hast du dich für eine Ausbildung entschieden?
Natalie: Mir war schon immer klar, dass ich eine Ausbildung machen möchte und kein Studium. Ich bin niemand, der sich gerne hinsetzt und lernt. Ich mache immer lieber etwas Praktisches. Deswegen habe ich mich auch für eine Ausbildung im Bereich Handwerk entschieden und keine im Büro. Es war mir auch wichtig, eine Ausbildung zu machen, um schnell mein eigenes Geld zu verdienen. Das war für mich auch ein grundlegender Aspekt: Das man früher unabhängig von den Eltern ist und eigenes Geld zur Verfügung hat, ohne die Eltern nach Zustimmung fragen zu müssen. Außerdem war es mir wichtig, direkt praktische Berufserfahrung zu sammeln.

Hast du dich vor deiner Entscheidung irgendwo beraten lassen?
Ich war mit der Schule einmal im Berufsinformationszentrum, da hatte man die Möglichkeit in den ganzen verschiedenen Bereichen mal rumzustöbern. Allgemein habe ich mich eher selbst darum gekümmert und mir rausgesucht, was ich gerne machen möchte. Ich war schon von klein auf eine begeisterte Handwerkerin und habe auch gerne Dinge repariert oder selbst gebaut und immer gerne mit angepackt, wenn Hilfe gebraucht wurde. Deswegen wollte ich in dem Bereich auch gerne eine Lehre machen. Über den Girls‘ Day habe ich dann schon mal ein paar Einblicke in das Berufsfeld bekommen. Da war ich bei der Deutschen Bahn, wo ich anschließend auch ein Praktikum gemacht habe. Das hat mich darin bestärkt, dass eine Ausbildung in diesem Bereich das Richtige für mich ist. Daher habe ich mich dann für die Ausbildung zur Konstruktionsmechanikerin beim Ruhrverband entschieden.

Wichtig in der Ausbildung: Eigeninitiative und Kritikfähigkeit

Was genau waren die Inhalte deiner Ausbildung?
Als Konstruktionsmechanikerin mit der Fachrichtung Ausrüstungstechnik geht es vor allem darum, Dinge zu konstruieren. Beispielsweise Geländer, Halterungen für Pumpen, aber auch Montagearbeiten gehören dazu. In den ersten Monaten meiner Ausbildung wurden mir erst mal die grundlegenden Sachen beigebracht: Metall feilen, bohren – ganz einfache Sachen. Aber auch Schweißen, Drehen und Fräsen sind Bestandteil der Ausbildung. Vier Tage die Woche habe ich in der Ausbildungswerkstatt mitgearbeitet und einen Tag die Woche hatte ich Berufsschule.

Was sollte man für eine Ausbildung mitbringen?
Die Eigenschaften sind immer ein wenig berufsbildabhängig. Allgemein ist es aber wichtig, dass man Interesse an dem Beruf zeigt, Lernbereitschaft mitbringt und logische Schlüsse zieht. Man sollte auch gut mit Kritik umgehen können, wenn man mal etwas nicht richtig gemacht hat oder etwas verbessern könnte. Man sollte selbstständig sein und auch selbst erkennen, wenn etwas zu tun ist und nicht nur rumstehen und darauf warten, dass man eine Aufgabe zugeteilt bekommt. Und wenn man sich für eine Ausbildung im handwerklichen Bereich entscheidet, sollte man natürlich auch körperlich belastbar sein.

"Fachkräfte werden gesucht!"

Was würdest du Leuten raten, die gerade kurz vorm Schulabschluss sind und vor der Entscheidung stehen, ob sie nun eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren?
Diese Entscheidung ist natürlich sehr individuell. Ich beispielsweise habe ja von vornherein eine Ausbildung angestrebt. Ich würde jedoch sagen, dass die Leute, die gerne früh finanziell unabhängig sein möchten und schnell eigenes Geld verdienen möchten, eine Ausbildung machen sollten. Es ist nicht so, dass ein Studium automatisch auch mehr Wert ist. Eine Fachkraft kann auch sehr wichtig sein. Ich würde allen, die überlegen eine Ausbildung zu machen, raten, es auf jeden Fall zu tun. Mittlerweile herrscht Fachkräftemangel und eine Ausbildung ist deshalb viel Wert. Außerdem kann man auch nach einer Ausbildung noch ein Studium absolvieren, wenn man möchte.

Kannst du dir vorstellen, später noch ein Studium zu absolvieren?
Ich strebe aktuell kein Studium an. Ich bin in der Firma, in der ich meine Ausbildung gemacht habe, fest angestellt. Es war auch mein Ziel, im Anschluss an meine Ausbildung eine feste Anstellung dort zu bekommen. Vielleicht könnte ich mir vorstellen, noch den Meister zu machen. Aber eigentlich reicht es mir vollkommen aus, als Fachkraft zu arbeiten.


Jetzt bist du dran: Ausbildung oder Studium – mach den Test!

 

 


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