Vokabeln lernen
Mit der richtigen Technik lernt man Vokabeln leichter | Foto: Thinkstock/gpointstudio
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19. Jan 2016

Christine Kellermann

Lernen

Vokabeln lernen leicht gemacht

Alles eine Frage der Technik!

Erster Schritt: Die Selbsteinschätzung

Laut moderner Lernforschung kann man Lerntypen in vier Kategorien einteilen. Du kannst demnach ein auditiver, visueller, kommunikativer oder motorischer Typ sein.

  • Auditive Lerntypen können sich Dinge am besten merken, wenn sie sie hören.
  • Visuelle Typen dagegen lernen am effektivsten mit Bildern.
  • Der kommunikative Typ muss mit anderen über die zu lernenden Dinge und Wörter diskutieren, sie erklären und erklärt bekommen.
  • Für den motorischen Lerntyp hingegen ist es wichtig, Dinge zu begreifen. Er muss sie anfassen können, selber erfahren.

Die meisten Menschen lernen allerdings mit einer Mischung aus diesen Lernformen am besten. Es gibt oft eine Tendenz zu einem der Lerntypen, aber trotzdem lernt kein Mensch mit nur einem Sinn. Je mehr Sinne beteiligt sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, sich etwas zu merken.


"Pick du Schwein!" - Lernen mit Eselsbrücken

Die Mnemo-Methode basiert auf Merkhilfen wie Sätzen, Bildern oder Grafiken. Dazu gehören u.a. Eselsbrücken, um sich Vokabeln besser zu merken.

Ein Beispiel: Das englische Wort für das Verb "ziehen" lautet "to tow". Ein Assoziationssatz könnte nun sein: "Ich ziehe an einem Tau". Je kreativer und verrückter die Sätze, desto einfacher kann sich das Gehirn neue Wörter und auch Zahlen merken.

Mit Bildern zum Erfolg

Fremdwörter kann man auch rein visuell mithilfe von Bildern lernen. Es gibt mittlerweile ganze Wörterbücher, die nur aus Bildern und dem dazu passenden Wort bestehen. 

Zur Unterstützung des bildlichen Lernens kannst du beispielsweise Zettel an Gegenstände heften, etwa ein Post-it mit dem Wort "door" an deine Zimmertür. Problematisch sind jedoch abstrakte Begriffe und Konjunktionen. Woran klebt man das englische "soul" für "Seele"? Oder "dass"?

Entspannung ist das halbe Leben

Im entspannten Zustand ist das Gehirn am aufnahmefähigsten, das glauben zumindest Verfechter der Superlearning-Methode. Die Lernenden zünden sich Kerzen an, legen sich aufs Sofa und hören ruhige Musik. Dabei lesen sie sich die Vokabeln durch. Zwischendurch werden Entspannungsübungen gemacht, zum Beispiel Yoga. Kann so eine Methode funktionieren?

Es kann sicherlich helfen, beim Lernen zu relaxen, um sich so besser zu konzentrieren. Allerdings ist fraglich, ob die Methode auch für Menschen sinnvoll ist, die sich bereits entspannt und konzentriert fühlen. Wer gerne und problemlos lernt, benötigt diese Technik demnach nicht.

Vokabeln mit Apps lernen

Die Auswahl an Smartphone-Apps ist groß und mindestens so vielfältig wie die Methoden zum Vokabellernen selbst. Viele Programme sind kostenlos, oft müssen aber hilfreiche Zusatzfunktionen erst dazugekauft werden.

  • Wokabulary: Die Standardversion ist kostenlos. Die Möglichkeit, mehrere Sprachen damit zu lernen, ist kostenpflichtig. Ebenso bestimmte Quiz-Formen.
  • Kleine Vokabelbox: Diese App orientiert sich am klassischen Karteikarten-System, lockert dieses aber durch verschiedene Arten der Vokabelabfrage auf.
  • Vokabeltrainer: Hier wird der Lernfortschritt angezeigt und mit kleinen Spielen belohnt.

Wie sinnvoll sind Vokabel-Apps?

Vokabellisten per App zu laden und einfach abzufragen, bringt wahrscheinlich weniger als eine Vokabelliste, bei der man die Vokabeln per Hand abgeschrieben hat. Anders sieht es mit Programmen aus, die auf ein spielerisches Erlernen setzen, z.B. mit einem Vokabel-Memory. Hierbei wird man für richtige Antworten belohnt – das motiviert.

Auch der Lernfortschritt wird oft angezeigt: "Jetzt kannst du 50 Prozent der einfachen Texte verstehen. Lernst du 100 weitere Wörter, werden es 55 Prozent sein". Solche Hinweise verdeutlichen, wo man steht und hinkommen kann.


Wie lerne ich denn nun am besten Vokabeln?

Letztendlich musst du selber herausfinden, welche Methoden bei dir am besten funktioniert. Wenn du dein Smartphone sowieso immer in deinen Händen hältst, dann probiere doch ein paar Apps aus. Das Gehirn lernt durch Wiederholungen, also hast du gute Chancen, dir die Wörter dadurch zu merken.

Für jemanden, der relativ viel Zeit und Lust hat, sich mit Lerntechniken auseinanderzusetzen, empfiehlt sich die Mnemo-Technik. Dabei werden ganze Lernpaläste im Kopf gebaut. Sicherlich kann man die Methoden auch verbinden: was spricht denn gegen Entspannungsmusik beim Lernen mit Bildern oder dem Karteikasten?

Es kommt vor allem auf eins an: deine Motivation. Wer nicht motiviert ist und kein konkretes Ziel hat, wird vermutlich mit keiner Methode gut lernen können. Überlege dir, wieso du die Vokabeln lernst und versuche, es mit allen Sinnen zu tun. Schreibe, rede, male, spiele ... und belohne dich am Ende.

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