Rucksack packen
Gut gepackt ist besser gereist | Foto: Thinkstock/sigurcamp
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29. Mai 2015

Janna Degener

Freizeittipps

Rucksack packen wie ein Profi

Was braucht ein Backpacker wirklich?

Packen in Zahlen

  • 4.975 g wiegt das Gepäck von Philipp maximal. Vom Rucksack (447 g) über die Wasserflasche (20 g) bis hin zur Unterwäsche, die er am Körper trägt (119 g), ist da wirklich alles eingerechnet.
  • Philipp hat sich gegen schwere Wanderstiefel und für leichte Trail-Running-Schuhe entschieden. Die sind mit 936 g trotzdem der schwerste Ausrüstungsgegenstand.
  • Kleinvieh macht auch Mist: Selbst bei leichten Dingen wie Zahnseide (5 g), Flugsicherheitsbeutel (7 g), Ohrstöpsel (7 g) oder Personalausweis (5 g) achtet Philipp aufs Gewicht.
  • Klein, aber oho: Als besonders vielseitig einsetzbar hat sich die Kombination aus Alu-Sitzmatte (14 g) und Universalclips (9 g) erwiesen: Philipp nutzte sie als Sitzmatte, Wäscheklammer, Reflektor, Gesichtsschutz, Schutzschirm, Kopfschutz, Tischdecke, Kapuzenclip, Schutzhülle, Nackenschutz, Sonnensegel und Armschutz.

Oft sind günstige Lösungen die besten

UNICUM: Haben deine Reisevorbereitungen tatsächlich so unverhältnismäßig viel Zeit, Energie und Geld in Anspruch genommen, wie du in deinem Buch "Jakobsweg im Smoking" beschreibst?
Philipp Winterberg: Ja, zumal ich jedes gesundheitliche Risiko minimieren wollte. In den Läden haben mir die Verkäufer oft Fachchinesisch um die Ohren gehauen. Letztlich habe ich zweieinhalb Monate nichts anderes getan, als über 100 Läden aufzusuchen, im Internet nachzurecherchieren, verschiedene Produkte zu testen. Wer normal arbeitet, braucht dafür sicher ein halbes bis dreiviertel Jahr.

Du schreibst, du hast rund 5.000 Euro für deine Ausrüstung bezahlt – um dann einen Großteil der Sachen auszusortieren. Wieviel Geld hättest du eigentlich nur ausgeben müssen?
Alles mitgerechnet (Anschaffungspreise für iPod, Smartphone, Stirnlampe, Regenhose etc.) waren es 2.137,77 Euro. Da aber die meisten viele der teuren Ausrüstungsgegenstände ohnehin schon haben, wäre meine Schätzung, dass man mit rund 250 Euro die wichtigsten noch fehlenden Dinge bekommt. Eine Freundin, die 2014 mit mir für eine Woche unterwegs war, hat z.B. etwa 100 Euro für Trekkingstöcke, Merinosocken und eine leichte Regenjacke ausgegeben und war startklar. Es geht nicht darum, das teuerste Produkt zu kaufen. Oft sind die günstigen Lösungen sogar besser als jedes High-Tech-Produkt.

Den Rucksack "auf jeden Fall leicht packen"

Auf was konntest du denn am leichtesten verzichten?
Erstens: schwere knöchelhohe Wanderschuhe. Einige Verkäufer haben wirklich versucht, mich psychologisch unter Druck zu setzen und mir die Teile aufzuschwatzen. Zweitens: GPS-Tracker, zusätzliche Solarpanel und andere Dinge, die Leute mitnehmen, um nicht unterwegs verloren zu gehen oder um eine Stromversorgung zu haben. Aber es gibt überall Steckdosen und der Weg ist mittlerweile so gut gekennzeichnet, dass man das wirklich nicht braucht. Drittens: Trinksysteme. Die werden mit der Zeit gammelig. Viel besser ist eine 500-ml-PET-Flasche, die man zwischendurch auffüllt und alle paar Tage mal wechselt.

Welche Tipps sollte man sich noch unbedingt zu Herzen nehmen?
Auf jeden Fall leicht packen, das heißt: Trail-Running-Schuhe statt Wanderstiefel. Ultraleichte Rucksackmodelle statt klassischer Wanderrucksäcke. Fleece und Regenschutz statt dicker Jacke. Und Smartphone mit Apps und digitalen Dokumenten statt Digitalkamera, Taschenlampe, Armbanduhr,Wecker, Wanderführer, GPS-Tracker usw.


UNICUM Buchtipp

Philipp Winterberg

Jakobsweg im Smoking

8,99 Euro (Softcover)

www.jakobsweg-im-smoking.de

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