Lukas Rieger Interview
Startet mit seinem Debütalbum "Compass" durch: Sänger Lukas Rieger | Foto: Jetpack Music

Musik

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Barbara Kotzulla

Musik

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Das macht Lukas gegen Lampenfieber!

UNICUM: Wie fühlt sich das Tourleben für dich an?
Lukas Rieger: Es ist manchmal sehr chaotisch, aber es macht auch sehr viel Spaß. Mit den ganzen Leuten unterwegs zu sein, ist richtig cool. Ich habe mir selber meine Crew zusammengestellt aus Menschen, die mir sympathisch sind, und zu denen ich ein gutes Verhältnis aufbauen kann. Es herrscht einfach eine gute Atmosphäre.

Du wirst gerne mit Justin Bieber verglichen – können wir auf eine ähnliche Bühnen-Show freuen?
Ich versuche natürlich mit den Möglichkeiten, die wir haben, bestmöglich eine gute Show abzuliefern. Wir haben wirklich coole Sachen eingeplant. Ich hoffe, dass wir damit richtig abgehen können. Wir haben auch die Tanzmoves viel geübt: Wir haben zwei Wochen lang, jeden Tag 6 Stunden getanzt und sind alles durchgegangen. Ich hoffe, das kommt bei den Zuschauern gut rüber.

Hast du für dich ein "Rezept" gegen Lampenfieber?
Ich setze mich in einen ruhigen Raum und versuche, runterzukommen. Einfach den Stress für einen Moment ausblenden und die ganze Energie sammeln. Zwei Minuten bevor es dann auf die Bühne geht, versammle ich mich mit allen in einem Kreis und dann powern wir uns noch einmal auf.

Du bist wirklich im Musik-Business total durchgestartet. Hast du dir jemals so einen Erfolg erträumt?
Es ist wirklich krass, was vor allem im letzten Jahr alles entstanden ist. Natürlich habe ich immer davon geträumt, eine Tour zu spielen und wirklich Konzerte zu geben. Ich gehe jetzt Schritt für Schritt weiter, um als Musiker wahrgenommen zu werden. Ich realisiere aber erst langsam, dass das tatsächlich alles passiert!



"Ich will kein 'Casting-Junge' sein"

Gab es für dich so etwas wie DEN Moment, ab dem du wusstest: Ich will mit meiner Musik Karriere machen?
Ich habe mit 11, 12 Jahren angefangen, selber Musik zu produzieren. Als ich meinen ersten Song fertig hatte, wusste ich: Okay, das will ich weitermachen. Das Lied war zwar wirklich nicht gut, aber ich war total stolz darauf. Das war einfach so ein schönes Gefühl, einen Song fertig zu machen.

Wo kommt dein musikalisches Talent her?
Meine Mutter ist Musik-Lehrerin und spielt mehrere Instrumente und mein Papa spielt auch Gitarre. Wir haben schon immer zusammen gesungen und Musik gemacht. Und irgendwann kam dann bei mir der Gedanke auf: Warum soll ich nicht einmal selber etwas machen?

Du warst 2014 bei "The Voice Kids". Wie wichtig war für dich die Teilnahme an der Casting-Show?
Ich habe dabei viel an Erfahrung gesammelt und coole Leute kennengelernt. Es war wirklich eine sehr schöne Zeit, aber ich würde nicht noch einmal zu einer Castingshow gehen. Ich will kein "Casting-Junge" sein, sondern als Musiker ernstgenommen werden. Das muss man sich erarbeiten. Aber es war sehr wertvoll für mich, in diese Medienwelt reinzuschnuppern.

Würdest du anderen jungen Leuten davon abraten, zu einer Castingshow zu gehen?
Das würde ich nicht ganz so sagen. Die Erfahrungen, die man bei einer solchen Sendung sammelt, können dir dabei helfen, wenn du in diese "Welt" gehen möchtest. Das muss jeder für sich entscheiden, es gibt ja noch andere Wege, um Musiker zu werden. Aber wenn man so Shows cool findet, dann sollte man das machen.

In der Schule gab's für Lukas nur: Musik!

Im Gymnasium warst du in der Musikklasse. Wurdest du da besonders gefördert?
Wir hatten mehr Musikunterricht als unsere anderen Mitschüler. Die letzten sechs Jahre an der Schule gab’s für mich: Musik, Musik, Musik! (lacht) Wir haben als Musikklasse auch Konzerte gespielt und sind aufgetreten. Für mich war es total schön, dass ich so viel Musik machen und erste Bühnenluft schnuppern konnte.

Was waren daneben deine Lieblingsfächer in der Schule?
Musik stand zwar immer ganz oben, aber Englisch fand ich auch toll – ich singe ja in der Sprache. Sport hat mir ebenfalls Spaß gemacht. Mathe fand ich am Anfang furchtbar, aber es wurde dann immer spannender. Ohne Mathe würde Musik nicht funktionieren, alles baut auf Zahlen auf. Mathe ist deswegen ein wichtiges Fach, weil sich alles daran orientiert.

Welche Fächer mochtest du gar nicht?
Französisch konnte ich gar nicht. Naja, ich war wahrscheinlich gar nicht so schlecht, aber ich habe mich ein wenig geweigert. Ich wollte viel lieber Spanisch machen, aber das wurde erst ein Jahr später bei mir in der Schule angeboten.

Wie finden es denn deine ehemaligen Lehrer und Mitschüler, dass du jetzt so erfolgreich bist?
Ein Lehrer hat sich tatsächlich schon einmal bei mir gemeldet und ein paar ehemalige Mitschüler, die das cool finden und sich freuen, dass ich es schon soweit geschafft habe. Die schicken mir auch immer Snapchats, wenn sie mich zum Beispiel in der Tageszeitung meiner Heimatstadt Hannover sehen.


Lukas' wichtigster Rückhalt: Seine Familie


Lukas Rieger macht eine Ausbildung zum Mediengestalter

Gehst du denn neben der Musik jetzt noch zur Schule?
Das nicht, aber ich mache eine Ausbildung zum Mediengestalter bei JetPack Films, einer Filmproduktionsfirma. Wir machen z.B. Musikvideos für Robin Schulz, Cro oder Prinz Pi, aber auch Werbung.

Ist deine Ausbildung so ein bisschen dein "Plan B", falls es mit der Musik doch nicht klappt?
Eigentlich habe ich keinen "Plan B", ich denke immer positiv. Für mich steht die Musikkarriere jetzt ganz vorne. Ich stelle mir lieber vor, wie alles gut läuft – dann wird es auch eher wirklich so passieren. Man muss daran glauben, dass alles cool wird.

Wo siehst du dich selber in zehn Jahren?
Die Frage kann ich nicht besonders gut beantworten. Natürlich habe ich Träume und Ziele, die ich gerne erreichen will – wie zum Beispiel in großen Arenen zu spielen. Das sehe ich zwar vor mir, aber ich lebe lieber von Tag zu Tag. Mir kommen immer neue Ideen, die ich umsetzen will. Und jeden Tag gibt es eine neue Chance, diese Ideen auch zu verwirklichen.

Ist denn dennoch der internationale Musikmarkt dein Ziel?
Meine Fanbase in Deutschland ist am größten, dahinter kommen Österreich und die Schweiz. Aber ich würde natürlich auch gerne weltweit die Menschen erreichen. Zu meinen Konzerten kommen mittlerweile Fans aus Belgien oder den Niederlanden. Es ist total schön zu sehen, dass es immer internationaler wird. Stück für Stück geht’s jetzt in Europa los.

Was war das Verrücktste, was seine Fans je gemacht haben?

Auch in den zahlreichen sozialen Netzwerken tummeln sich viele Fans aus dem Ausland. Egal, woher sie kommen, alles sind alle total leidenschaftlich bei der Sache!
Ich muss das einmal betonen: Ohne meine Fans wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Die Menschen unterstützen mich wirklich so sehr, wir sind wie eine große Familie. Wenn es zum Beispiel einem Fan schlecht geht, dann kommen direkt so viele andere, die helfen und die Person wieder aufbauen.

Was ist denn das Verrückteste, was ein Fan jemals für dich gemacht hat?
(überlegt) Es ist eigentlich immer verrückt, wenn die Fans total lange fahren, um mich zu sehen. Dass die Fans diese ganze Mühe auf sich nehmen, ist Wahnsinn. Es ist auch echt sehr schön, dass die Eltern mitkommen und ihre Kinder unterstützen. Das macht mich sehr glücklich.

Bei all der Begeisterung, die dir entgegenströmt: Wie schaffst du es, nicht abzuheben?
Meine Familie und meine Freunde erden mich. Mit Ihnen kann ich immer sprechen. Es gibt für mich gar keinen Grund, abzuheben. Ich bin einfach nur ein Junge, der Musik machen möchte und der die Chance hat, vor so vielen Leuten zu spielen.



"Ich bin lieber zuhause und trinke meinen Tee"

Kannst du denn aber wie andere 17-Jährige mit Freunden feiern gehen und etwas unternehmen?
Ich geh eigentlich gar nicht feiern. Ich bin lieber zuhause, trink meinen Tee und mache Musik. Ich bin sehr fokussiert auf das, was ich mache. Nur so habe ich die Chance, es immer weiter zu schaffen. Ich mache schon etwas mit meinen Freunden, aber dann treffen wir uns meistens daheim.

Hast du denn noch Zeit für andere Hobbys?
Ich habe elf Jahre lang Fußball gespielt – immer wenn ich einen Ball sehe, muss ich auf alle Fälle loslegen! (lacht) So richtig und in Ruhe Fußball zu spielen, das vermisse ich schon. Ich war in letzter Zeit einfach so viel unterwegs. Ich bin auch ein großer Fan von Hannover 96 und Neymar ist für mich der beste Spieler.


Das Album Compass von Lukas RiegerUNICUM Abi-Musiktipp

Compass

Lukas Rieger

Jetpack Music

VÖ: Bereits im Handel erhältlich

Artikel-Bewertung:

3.43 von 5 Sternen bei 95 Bewertungen.

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Veröffentlicht am 24. Feb 2017 um 20:59 Uhr von Sandy Mamitzsch
Lukas Rieger ist cool