Far Cry Primal
Far Cry Primal entführt uns in die Steinzeit | Alle Screenshots: Ubisoft
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26. Feb 2016

Christopher Lymer

Games

Far Cry Primal

So genial kann Steinzeit sein!

Aus dem Alltag eines Höhlenmenschen

10.000 v. Chr.: Auf der Suche nach einer neuen Heimat begibt sich der Stamm der Wenja auf die Reise zum blühenden Tal Oros, um dort einen neuen Anfang zu suchen. Die Verheißung fruchtbaren Bodens und reicher Jagdgründe ruft jedoch nicht nur sie, sondern auch den brutalen Kannibalen-Stamm der Udam auf den Plan – mit fatalen Folgen: Als wir, der Wenja-Jäger Takkar, das gelobte Tal nach einigen Umwegen erreichen, haben die Menschenfresser unsere Stammesgeschwister bereits unsanft in Empfang genommen.

Während zahlreiche Wenja erschlagen oder gefangen wurden und fortan die Speisekammern der Udam füllen, hat sich der fliehende Rest über ganz Oros verteilt. Gemeinsam mit der Überlebenden Sayla ist es nun unsere Bestimmung, den Stamm der Wenja erneut zu vereinen, ihm ein Zuhause zu schaffen und den grausamen Udam ein für alle Mal den Garaus zu machen.



Riesenspielplatz für Jäger und Sammler

Und so begeben wir uns in die Weiten des Urzeittals Oros und somit in eine der schönsten Open-Worlds, die wir seit langem gesehen haben. Ganz gleich, ob wir die urzeitliche Steppe durchstreifen, schneebedeckte Bergpässe erkunden, die Finsternis einer ausgespülten Felshöhle erforschen oder einfach nur die in der Ferne aufragenden Gletscher bewundern – Far Cry Primal gelingt es immer wieder, atemberaubende Panoramen einer archaischen und monumentalen Naturkulisse zu entwerfen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Oros ein überaus lebendiger Ort mit üppiger Vegetation und einer reichen Tierwelt ist, die auch unabhängig unseres Einwirkens existiert: Hier zieht eine Mammut-Familie zum nächsten Wasserloch, dort findet sich eine Gruppe Yaks zum Grasen ein, während einige Meter weiter eine Herde wilder Ziegen auseinanderstobt, um einer anpirschenden Wildkatze zu entkommen.

All dies ist allerdings weit mehr als nur hübsche Requisite: Denn als waschechter Jäger und Sammler dienen uns Flora und Fauna als Grundlage aller Erzeugnisse, die uns das Überleben sichern. Schiefer für die Speerspitze, Leder für den Köcher, Grünzeugs für die Wunden – im Laufe unserer Reise erlernen wir immer mehr Rezepte, deren Handwerkszutaten wir uns aus dem Urzeittal beschaffen müssen.

Von lahmen Keulen, wilden Bestien und der Ubisoft-Formel

Und so schleppen wir bald schon ein ganzes Arsenal brachialer Steinzeitwaffen mit uns herum: Während bei Distanzwaffen wie Pfeil und Bogen, Wurfspeer oder Steinschleuder die klassische Ego-Shooter-Mechanik spürbar greift und uns mit komfortabler Zielfunktion und sattem Trefferfeedback entzückt, artet der Nahkampf mit Keule und Co. mangels Handlungsalternativen wie einem Ausweich- oder Blockmanöver allzu häufig in stupides Button-Bashing aus – hier hätten wir definitiv mehr erwartet.

Aber warum überhaupt noch zur Keule greifen, wenn wir unseren Feinden stattdessen einen gigantischen, abgerichteten Säbelzahntiger auf den Hals hetzen können, der das Bluthandwerk für uns effizient erledigt? Ja, das ist möglich – und mehr noch: Als Beastmaster verfügt Takkar nämlich über die Gabe, jedes Raubtier in Oros zu zähmen und als Kampfgefährten einzusetzen. Vom robusten Wolf, über den blitzschnellen Jaguar bis hin zum ausgewachsenen Braunbären ist hier für jeden Tierfreund etwas dabei. Darüber hinaus begleitet uns eine stattliche Eule, durch deren Augen wir jederzeit aus luftigen Höhen die Lage checken, feindliche Camps ausspähen oder unachtsame Gegner mit Bienenstöcken torpedieren können.

Bewaffnet bis an die Zähne und in Begleitung eines beißfreudigen Vierbeiners stellen wir uns dann auch jeder Herausforderung, die Far Cry Primal uns bietet. Story-Missionen absolvieren, feindliche Stützpunkte einnehmen, XP sammeln, Fähigkeiten sowie Upgrades freischalten und die unzähligen bunten Icons abgrasen, die alsbald unsere Spielkarte bevölkern – wer dieses Muster bereits aus diversen anderen Ubisoft-Titeln kennt, der weiß: Hier lassen sich gut und gerne mehrere Dutzend Spielstunden verbringen.

Far Cry Primal Beastmaster

Fazit zu Far Cry Primal

Far Cry Primal entführt uns in eine mythische, prähistorische Welt, der es trotz einer wenig hervorstechenden Erzählung gelingt, uns über die Maßen zu faszinieren und über Stunden zu fesseln. Sowohl das unverbrauchte Setting als auch die eindrucksvoll inszenierten Charaktere, die ausschließlich über Stammessprache und martialischer Gestik mit uns kommunizieren, tragen hierzu entscheidend bei.

Action-Fans, die schon immer einmal auf einem Mammut reiten oder einen Säbelzahntiger befehligen wollten oder ganz einfach eine Abwechslung vom generischen Kriegs-, Sci-Fi- oder Fantasy-Setting suchen, sollten sich dieses Steinzeit-Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen.


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Ubisoft

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