Henri Kohli Hacker
Hacker beschäftigen sich Sicherheitslücken in Computersystemen | Foto: Thinkstock/Jeng_Niamwhan
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29. Sep 2015

Sascha Gull

Apps & Internet

Ab durch die (Sicherheits-)Lücke

Deutschlands bester Nachwuchs-Hacker gibt Computer-Tipps

Mit Kreativität und Logik zum Ziel

Deutschlands bester Hacker – mit diesem Titel darf sich Henry Kohli aus Oberhausen schmücken. Bei der "German Cyber Security Challenge" in Berlin konnte er sich 2015 gegen 800 Mitbewerber seiner Altersklasse durchsetzen. Zusammen mit seinem Team löste er die Aufgaben aus verschiedenen Themenfeldern wie "Web-Sicherheit" und "Reverse Engineering" am cleversten – und durfte sich dafür nicht nur über den Sieg, sondern auch über ein neues Notebook und eine Urkunde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie freuen.

"Ich war schon sehr früh interessiert an allem, was mit Logik zu tun hat. Und an Computern besonders, weil beim Entwerfen von Algorithmen oder beim Programmieren neben Logik auch viel Kreativität gefragt ist", erzählt Henry, der nicht nur in der digitalen Welt, sondern auch in der Natur gerne auf kreative Weise Hürden überwindet: der Nachwuchshacker ist begeisterter Parcours-Läufer.

Die Teilnahme an dem Hacking-Contest hatte für den Oberhausener einen ganz besonderen Reiz: "Es macht Spaß, sich auf diese Art immer wieder mit neuen Problemen auseinander zu setzen, daran zu wachsen, zu lernen – und sich in den Wettbewerben mit anderen zu messen, um anschließend kreative Lösungswege auszutauschen." Gerade bereitet er sich für die nächste Challenge vor. Sein Ziel: die Qualifikation für die EuroCTF in Bern, die Hacking-Meisterschaft für Nachwuchstalente aus ganz Europa.

Die größte Computer-Schwachstelle? Der Mensch!

Bei der "Cyber Security Challenge" waren auch viele Vertreter großer Computerfirmen zugegen. Die Unternehmen buhlen um junge IT-Talente wie Henry, denn Datendiebstähle und Hackerangriffe sind mittlerweile an der Tagesordnung. Die Schwachstelle der Computersysteme sei aber in den meisten Fällen der Mensch, sagt Henry: "Es nützt nichts, online gut abgesichert zu sein, wenn Angestellte auf Phishing-Emails hereinfallen oder fremde infizierte USB-Sticks firmenintern verwenden."

Für seine berufliche Zukunft hat sich der 19-Jährige noch nicht festgelegt: "Ich könnte mir vorstellen, als Penetrationstester zu arbeiten, im Team Software auf Sicherheitslücken zu untersuchen oder aber in der Anwendungsentwicklung mit besonderem Augenmerk auf Sicherheit tätig zu sein. Mich faszinieren viele verschiedene Aspekte der Informatik, dementsprechend ist da noch einiges offen."

Was Henry am Hacken besonders fasziniert? "Mich begeistert die Herausforderung. Es gibt immer mehrere Wege zu 'Hacken'. Manche sind offensichtlich, manche versteckt, und bei manchen muss man sehr kreativ sein und über den Tellerrand blicken, um ans Ziel zu gelangen."


3 Tipps für mehr Computersicherheit

  • Updaten! Man sollte seine Software immer auf dem neusten Stand halten. Das gilt vor allem für das verwendete Betriebssystem, aber auch für installierte Software wie z. B. Anti-Viren-Software, Firefox, Java, und (falls überhaupt verwendet) der Adobe Flash Player.
     
  • Verwendete Passwörter sollten möglich komplex sein, Groß- und Klein-Buchstaben, Zahlen und ggf. Sonderzeichen enthalten. Eine Passwortlänge von über 10 Zeichen ist ratsam. Den allgemeinen Rat für jeden Dienst ein eigenes Passwort zu verwenden mag manche abschrecken, hier rate ich wenigstens für besonders wichtige Dienste wie Email, Online-Bezahldiensten, oder E-Banking jeweils eigene und komplexe Passwörter zu verwenden.
     
  • Nur Software aus vertrauenswürdigen Quellen installieren. Hier empfehlen sich Internetseiten wie chip.de, oder noch besser: direkt die Homepage des jeweiligen Entwicklers der Software ansteuern.

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