Schlechte Noten Ursachen erkennen
Bei schlechten Noten in der Schule solltest du zuerst nach den Ursachen suchen. | Foto: Andrea Piacquadio / Pexels
Autor

02. Nov 2021

Anke Capellmann

Lernen

Schlechte Noten in der Schule: Das kannst du tun!

Schlechte Noten: kein Grund zur Panik

Eine Fünf in Mathe, eine Vier in Deutsch und mangelhafte Beteiligung im Unterricht: Schlechte Noten belasten nicht nur dich als Schüler /-in, sondern oft auch deine Eltern. Aber eine schlechte Note ist gerade am Anfang noch kein Grund zur Panik. Wenn deine Noten aber dauerhaft absinken und spätestens, wenn deine Versetzung gefährdet ist, solltest du den schlechten Noten den Kampf ansagen. Wie du reagieren solltest, die Ursachen für schlechte Noten erkennst und welche Möglichkeiten es gibt, deine Noten wieder dauerhaft zu verbessern, haben wir für dich zusammengefasst.


Inhaltsverzeichnis

  1. Richtig reagieren
  2. Ursachen erkennen
  3. Lösungen finden
  4. Nachhilfe als Unterstützung
  5. Erfolge wertschätzen
  6. FAQ
  7. Überblick

Richtig reagieren

Wenn du schon wieder eine Fünf in Mathe oder eine Vier in Deutsch geschrieben hast, ist es Zeit, zu reagierenspätestens wenn deine Versetzung und die Zulassung zum Abitur gefährdet sind. Wichtig ist, dass du jetzt nicht den Kopf in den Sand steckst oder einen emotionalen Zusammenbruch bekommst, sondern die Probleme strategisch angehst.

Vorwürfe an dich selbst helfen dir jetzt nicht. Wenig hilfreich ist es auch, wenn du dir zusätzlich Vorwürfe von deinen Eltern anhören musst. Stattdessen solltet ihr euch zusammen an einen Tisch setzen und überlegen, welche Ursachen es für die schlechten Noten gibt. Gemeinsam könnt ihr dann nach Lösungen suchen.

Auch ein Gespräch mit deinem Klassen- oder Fachlehrer kann dir helfen, zu verstehen, warum deine Noten abgesunken sind. Sich und der Lehrkraft einzugestehen, dass etwas schiefläuft, ist der erste Schritt zur Besserung – und zeigt deinen Willen, etwas gegen die schlechten Noten zu unternehmen. Mit trotzigen Reaktionen und Unverständnis für die Bewertung deines Lehrers oder deiner Lehrerin hilfst du dir selbst nicht.

Ursachen erkennen

Die Gründe für schlechte Noten sind vielfältig. Es kann sein, dass du den Unterrichtsstoff schlicht nicht verstehst und deswegen auch in der Schule nicht so richtig mitkommst. Es kann aber auch sein, dass du gerade einfach keine Lust auf Schule hast und dir andere Dinge im Moment wichtiger und interessanter erscheinen. Vielleicht hast du aber auch mit Prüfungsangst zu kämpfen und vergisst all das Gelernte, sobald die Klassenarbeit bei dir auf dem Pult liegt.

Bevor du den schlechten Noten den Kampf ansagst, solltest du dir also klar darüber werden, warum deine Noten sich verschlechtert haben: 

  • Fängst du rechtzeitig mit dem Lernen an? 
  • Lernst du intensiv genug oder kratzt du nur an der Oberfläche des Stoffs? 
  • Hast du zu Hause genug Ruhe zum Lernen?
  • Hast du den Stoff im Unterricht verstanden
  • Machst du im Unterricht mit oder bist du mit anderen Dingen beschäftigt?
  • Hast du Prüfungsangst?
  • Bekommst du zu viel Druck von außen?
  • Gibt es Mitschüler /-innen, mit denen du dich auf die nächste Klassenarbeit zusammen vorbereiten kannst?

Schlechte Noten Ursachen erkennen


Lösungen finden

Nachdem du der Ursache für deine schlechten Noten auf den Grund gegangen bist, solltest du anfangen, nach Lösungen zu suchen. 

Rechtzeitig mit dem Lernen anfangen 

Wenn du nicht rechtzeitig mit dem Lernen für die nächste Klausur anfängst, kommen Zeitnot, Druck und unnötiger Stress auf dich zu. Sobald du also weißt, wann die nächste Klassenarbeit ansteht, solltest du dir einen Lernplan machen. Das ist wichtig, denn im schlimmsten Fall hast du gleich drei Klassenarbeiten in einer Woche zu bewältigen. Deswegen ist es wichtig, dass du dir deine Zeit bestmöglich zum Lernen einteilst. Außerdem dient dir der Lernplan als Wegweiser – er verhindert, dass du dich verzettelst und falsche Schwerpunkte setzt.

Verschaffe dir außerdem einen Überblick darüber, welche Inhalte für die nächste Arbeit wichtig sind. Wenn du dir die Inhalte aufschreibst, kannst du einfacher entscheiden, wo du noch Probleme hast und welchen Inhalten du mehr Zeit beim Lernen widmen musst. 

Intensiv lernen

Sobald du dir einen Überblick darüber verschafft hast, welche Inhalte für die nächste Klassenarbeit relevant sind, solltest du überlegen, wo deine Schwächen liegen. Für diese Inhalte solltest du mehr Zeit einplanen als für Inhalte, die du schon gut beherrschst. Arbeite deinen Lernplan intensiv ab. Das heißt: Lieber eine oder zwei Stunden pro Tag konzentriert und intensiv arbeiten, als stundenlang am Wochenende zu pauken. 

Lernumgebung optimieren

Schreiende Geschwister, bellender Familienhund, das Schleudern der Waschmaschine: All das sind Umgebungen, die dir beim Lernen nicht sonderlich helfen werden. Sich dabei länger zu konzentrieren, würde selbst dem größten Mathe-Genie schwerfallen. Deswegen ist es wichtig, dass du dir eine optimale Lernumgebung schaffst.

Zuerst musst du einen Ort finden, an dem du ungestört und in Ruhe arbeiten und lernen kannst. Kommuniziere auch innerhalb deiner Familie, dass du für die nächsten zwei Stunden absolute Ruhe brauchst. Wenn es trotzdem laut bleibt, können dir Ohrstöpsel helfen. Manche Menschen können auch mit ruhiger Hintergrundmusik und Kopfhörern auf den Ohren sehr gut lernen. Finde für dich heraus, wie du dich am besten konzentrieren kannst.

Eine aufgeräumte Umgebung kann ebenfalls dabei helfen, dass dein Gehirn besser arbeiten kann. Dadurch wirst du weniger vom Papierstapel links von dir abgelenkt oder vom Haufen voller Kleidung rechts von dir, den du noch falten und in deinen Schrank räumen musst. Stattdessen solltest du darauf achten, dass du alles, was du zum Lernen brauchst, griffbereit hast. Nichts stört mehr, als nach einer halben Stunde Englisch lernen erstmal das Wörterbuch im Schulrucksack suchen zu müssen.

Besonders gut lernt es sich laut einer Studie übrigens bei ausreichendem Tageslicht – denn das steigert die Konzentration. Ebenso liegt die Temperatur zum Lernen idealerweise bei 20 Grad. Mit Duftkerzen kannst du es dir zusätzlich gemütlich machen und eine angenehme Atmosphäre schaffen.

Im Unterricht mitmachen

Sicherlich hast du diese Situation schon mal erlebt: Du sitzt im Klassenzimmer, dein Lehrer stellt eine Frage – und du würdest am liebsten unter deinem Tisch verschwinden oder schaust geistesabwesend aus dem Fenster. Laut Duden haben rund 25 Prozent aller Schülerinnen und Schüler leichte bis starke Hemmungen, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen. Oft ist es die Angst, etwas Falsches zu sagen oder sich einfach zu blamieren. Du solltest dir klarmachen, dass es keine blöden Fragen oder Antworten gibt. Wenn du etwas nicht verstehst, solltest du nachfragen. In vielen Fällen gibt es noch andere Mitschüler /-innen, die eigentlich die gleiche Frage hätten, sich aber auch nicht trauen. Außerdem solltest du immer aktiv zuhören und aufmerksam sein, dir vielleicht sogar Notizen dazu machen, was die Lehrkraft vorträgt. Dann wirst du auch kein Problem mehr damit haben, wenn du unerwartet aufgerufen werden solltest. Und je mehr du im Unterricht verstehst und reflektierst, desto weniger musst du nachher zu Hause lernen.

Prüfungsangst bekämpfen

Prüfungsangst ist eigentlich keine Angst vor der Prüfung selbst, sondern davor, zu versagen. Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Forsa zeigen, dass jedes fünfte Kind unter Prüfungsangst leidet. Auch Heranwachsende und Erwachsene leiden häufig unter Angst vor wichtigen Terminen oder Klausuren. 

Du musst dir darüber klar werden, dass deine Prüfungsangst oft von dir selbst erzeugt wird, nämlich dann, wenn du zu hohe Ansprüche an dich selbst hast, zu Perfektionismus neigst und dir selbst oft viel zu kritisch gegenüberstehst. 

Was ebenfalls hilft, ist positiv zu denken. Natürlich ist nicht immer alles schlecht in der Schule – und es gibt auch sicherlich niemanden, der immer nur gut in Mathe oder Deutsch ist. Werde dir darüber bewusst, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern dass auch kleine Verbesserungen gute Erfolge sind.

Bei besonders großer Anspannung und Ängstlichkeit können dir vielleicht auch progressive Muskelentspannung, autogenes Training und Meditation helfen. So etwas solltest du aber regelmäßig machen und nicht nur einen Tag vor der nächsten Klassenarbeit. 


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Lerngruppen bilden

Lerngruppen haben gleich mehrere Vorteile: Ihr könnt euch in der Gruppe gegenseitig motivieren und findet seltener eine Ausrede, warum ihr heute doch nicht lernen könnt. Lerngruppen wirken also als soziale Verpflichtung noch motivierender als der eigene Lernplan. 

Außerdem hat jeder in einer Lerngruppe unterschiedliche Stärken. Während du absolut nichts von binomischen Formeln verstehst, kann es sein, dass gerade das ein Spezialgebiet deines Lernpartners oder deiner Lernpartnerin ist. Dafür ist sein oder ihr Verständnis für Vektorrechnung vielleicht nicht so groß – was wiederum eine Stärke von dir sein könnte. Du siehst: Ihr könnt also gegenseitig voneinander lernen und euch gegenseitig Dinge erklären, die ihr selbst nicht verstanden habt. Und wenn alle aus der Lerngruppe mal etwas nicht verstehen, ist die Motivation, gemeinsam eine Lösung zu finden, gleich doppelt so groß.  

Nicht unter Druck setzen (lassen)

Wichtig ist, dass du dich bei all den schlechten Noten und den Anforderungen, die an dich als junger Mensch gestellt werden, nicht zu sehr unter Druck setzen lässt. Das klingt einfacher als es ist, aber wenn du rechtzeitig mit dem Lernen angefangen hast, wenn du das Richtige gelernt hast und wenn du den Stoff verstanden hast, wirst du auch bei der nächsten Klassenarbeit eine gute Figur machen. 

Wichtig ist auch, dass du dir einen Ausgleich zum Lernen schaffst. Nichts nimmt dir mehr Stress als Bewegung und Sport. Aber auch Freunde treffen oder anderen Hobbys nachgehen, baut Stresshormone ab und sorgt für einen freien Kopf. Du solltest also auch während einer stressigen Prüfungsphase mal mit einer guten Freundin um den Block spazieren oder mit deinen Eltern abends eine Tasse Tee auf dem Sofa trinken – am besten aber ohne dabei über die Schule zu sprechen. 

Belohne dich selbst

Lernen ist oft langweilig und macht nur selten Spaß – es sei denn, du hast eine besonders große Vorliebe für das Schulfach. Wichtig ist, dass du dir darüber bewusst wirst, dass Schule nicht immer nur Spaß macht. Du stellst in deiner Schulzeit die Weichen für deine Zukunft. Deine Noten entscheiden darüber, was du später einmal studieren kannst, welche Ausbildung du machen kannst und wo dich dein späteres Arbeitsleben hinführt. Auch wenn das im Moment für dich ätzend klingt und du keine Lust aufs Lernen hast – überwinde deinen inneren Schweinehund. Wenn du es jetzt nicht tust, wirst du es später bereuen. Und wenn du es geschafft hast, mehrere Tage intensiv zu lernen, belohne dich selbst mit etwas, was dir Spaß macht oder dich erfreut. Das kann zum Beispiel ein neues Buch sein, eine zusätzliche Stunde am Handy oder Computer oder einfach ein Stück Schokolade.


Schlechte Noten Lerngruppe


Nachhilfe als Unterstützung

Wenn es trotz aller Tipps und Anstrengungen immer noch nicht klappt, kann Nachhilfe eine sinnvolle Unterstützung und Förderung sein, um erstmal wieder aus dem Dschungel an schlechten Noten herauszukommen. Laut der Bertelsmann-Stiftung erhalten 1,2 Millionen Schüler /-innen in Deutschland Nachhilfe. Interessant ist, dass nicht alle von ihnen schlechte Noten haben, sondern einfach zusätzliche Lernhilfen in Anspruch nehmen wollen. Solltest du dich dazu entscheiden, Nachhilfe zu nehmen, darfst du dich aber trotzdem nicht auf die faule Haut legen. 

Hast du Lernlücken oder kapierst den Stoff einfach nicht, kann es sinnvoll sein, sich den Stoff von einem /-r Außenstehenden – also einem / einer Nachhilfelehrer /-in - erklären zu lassen. Das entbindet dich aber nicht von der Pflicht, auch ohne deine /-n Nachhilfelehrer /-in fleißig zu sein und trotzdem intensiv zu lernen. 

Viele Schüler /-innen verlassen sich nämlich zu sehr auf die Nachhilfe. Dann konzentrieren sie sich im Unterricht nicht mehr, machen nicht mehr mit und verlassen sich darauf, dass sie den Stoff in der nächsten Nachhilfestunde ja sowieso nochmal wiederholen. Du solltest dir also bewusst darüber sein, dass du trotz Nachhilfelehrer /-in trotzdem lernen musst. 

Erfolge wertschätzen

Du hast dich wochenlang mit dem Stoff für die nächste Mathearbeit gequält, hast intensiv gelernt, eine Lerngruppe gebildet und warst sogar bei der Prüfung gar nicht so aufgeregt, wie du befürchtet hattest. Dafür wirst du am Ende mit einer guten Note belohnt. Diesen Erfolg solltest du wertschätzen und darfst auch stolz auf dich sein. Deine Hartnäckigkeit und dein Fleiß haben sich ausgezahlt.

Wichtig ist, dass du dich über deine gute Note und deine Verbesserung freust – und nicht traurig bist, wenn es am Ende nur für eine zwei statt für eine eins gereicht hat. Erfolge sind Erfolge – egal wie groß oder wie klein die Fortschritte sind

Du solltest dich jetzt aber auf keinen Fall auf deinem Erfolg ausruhen und hoffen, dass es beim nächsten Mal schon wieder ohne gute Vorbereitung klappt. Stattdessen solltest du dir darüber klar werden, warum du eine gute Note geschrieben hast. Wenn du einmal die richtige Lernstrategie für dich gefunden hast, solltest du sie auf jeden Fall beibehalten. Wenn du das Lernen einmal so drin hast, wie es für dich am besten passt, läuft es bald von ganz allein.

FAQ

Was soll man machen, wenn man schlechte Noten hat?

Zuerst solltest du dir bewusst machen, warum du schlechte Noten hast. Liegt es daran, dass du zu faul bist und keine Lust aufs Lernen hast? Oder verstehst du den Stoff nicht? Sobald du die Ursache kennst, kannst du den schlechten Noten den Kampf ansagen. Wenn alles nichts hilft, kannst du auch darüber nachdenken, Nachhilfeunterricht in Anspruch zu nehmen. Aber auch das bedeutet, dass du weiterhin eigenständig lernen musst und dich nicht auf die faule Haut legen darfst.

Welche Konsequenzen haben schlechte Noten?

Wenn schlechte Noten ins Haus fliegen, ist oft auch die Stimmung zu Hause erstmal gedrückt. Wichtig ist, dass du mit deinen Eltern über die Ursachen für die schlechten Noten sprichst und ihr gemeinsam eine Lösung findet. Sollten sich die Noten nicht verbessern, kann deine Versetzung gefährdet sein oder du bekommst im schlimmsten Fall deinen Abschluss nicht.

Ist eine 4 eine schlechte Note?

Für viele Schüler /-innen ist eine Vier keine gute Note. Eine "gute" Note ist – wie der Name schon sagt – eine Zwei. Eine vier ist allerdings von ihrem Namen her "ausreichend". Trotzdem hat eine Vier einen faden Beigeschmack, denn sie steht eben knapp vor der Fünf – und Fünf ist mangelhaft.

Warum bekommt man schlechte Noten?

Eine schlechte Note bekommst du, wenn du den Unterrichtsstoff nicht beherrschst und in einer Klassenarbeit nicht ausreichend anwenden kannst. Wenn du in einer Prüfung viele Fehler machst, kannst du davon ausgehen, dass du eine schlechte Note bekommen wirst. Wichtig ist, dass du die Ursachen für die schlechten Noten findest und diese schnellstmöglich bekämpfst.

Überblick

  • Schlechte Noten sind nicht in Stein gemeißelt – du kannst ihnen jederzeit den Kampf ansagen
  • Finde die Ursachen für deine schlechten Noten heraus
  • Sprich mit deinen Eltern und deinen Freunden über deine schulische Situation
  • Finde Lösungen für deine Probleme
  • Sorge für eine optimale Lernumgebung ohne Lärm und störendes Chaos
  • Lerne intensiv, aber nimm dir auch mal eine Auszeit
  • Freue dich über jeden noch so kleinen Erfolg und belohne dich selbst

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