Unverpackt Laden
Kinderleicht und umweltfreundlich: So funktioniert's in Unverpackt-Läden | Foto: Sophia Bosold
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09. Okt 2017

Sophia Bosold

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Unverpackt: So geht das Einkaufen ohne Plastikmüll

Unverpackt-Laden: Wer, wo, was?

Um uns anzuschauen, wie das Einkaufen ohne Verpackung funktioniert, haben wir der Füllbar in Witten einen Besuch abgestattet: Die Füllbar ist einer von immer mehr Unverpackt-Läden, die aktuell deutschlandweit entstehen. Unverpackt-Laden bedeutet, dass die Waren, die in dem Geschäft verkauft werden, nicht verpackt sind, sodass du auch zu Hause keinen Müll produzierst. Um die Lebensmittel einzupacken, gibt es mehrere Möglichkeiten: Du kannst ohne Probleme jegliche Behältnisse von zu Hause mitbringen. Egal ob Tupperdosen, Gläser oder auch leere Plastikverpackungen – alles ist erlaubt! Wenn du spontan einkaufen möchtest, ist das aber auch kein Problem: Du kannst entweder schöne Glasbehälter oder Beutel dort kaufen, oder dich am großen Karton mit gespültem Altglas kostenfrei bedienen.

Unverpackt Laden Füllbar Witten

 

So funktioniert das Einkaufen ohne Verpackung

Damit du nicht mehr bezahlst, als du an Waren einkaufst, wiegst du vor dem Befüllen deine Behältnisse ab. Dabei solltest du den Deckel nicht vergessen! Die Grammzahl schreibst du dann entweder mit dem bereitliegenden Edding direkt auf das Gefäß, oder klebst einen kleinen Zettel oben drauf. Auch Zettel, Tesa-Film und Kullis liegen neben der Waage für dich bereit.

Behälter mit Schaufel im Unverpackt-Laden

Dann kann es losgehen! Nach Lust, Laune und Appetit kannst du deine Dosen und Gläser füllen. Ob randvoll, oder nur eine Hand voll spielt dabei keine Rolle. Du nimmst dir nur so viel, wie du auch wirklich brauchst. Dabei helfen die zahlreich vorhandenen Schaufeln, Löffel oder die Erdanziehungskraft. „Man geht viel bewusster mit dem Essen um. Außerdem hat man durch die kleinen Mengen eine größere Abwechslung, weil man kein halbes Kilo Reis kaufen muss“, so Silvia van Loosen aus dem Füllbar-Team.

Neben den Behältnissen mit den Lebensmitteln, findest du immer einen kleinen Steckbrief, damit du weißt, was sich in dem Behälter befindet. Außerdem wirst du über die Zutaten informiert und darüber, ob es bio und/oder vegan ist. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum und natürlich den Preis siehst du so auch auf Anhieb. Bei undurchsichtigen Behältern findest du neben dem Steckbrief auch ein kleines Glas, um den Inhalt sehen zu können.

Preis-Leistungs-Verhältnis? Voll okay!

Wenn du alle deine Behältnisse mit leckeren Lebensmitteln gefüllt hast, gehst du zur Kasse und die freundlichen Mitarbeiter machen den Rest. Das Leergewicht deines Behälters wird abgezogen und nur das Gewicht der Ware wird berechnet. Wider Erwarten ist der Einkauf in der Füllbar nicht kostspieliger als im Supermarkt: 100 Gramm Nudeln kosten beispielweise 0,26 €. Ob Vollkorn oder nicht, macht dabei keinen Unterschied und Bio-Qualität haben die Nudeln auch.

Die Produktauswahl

Es gibt verschiedene Sorten Nudeln und Reis, Hülsenfrüchte, Flocken und Müsli und verschiedenes Getreide. Neben vielen Nüssen und Samen gibt es auch noch andere leckere Knabbereien und jede Mengen Gewürze, Kräuter und Backzutaten. Neben den Lebensmitteln gibt es aber auch Putz- und Waschmittel.

Behälter mit Lebensmitteln im Unverpackt-Laden

Wo gibt es überall Unverpackt-Läden?

In Deutschland gibt es neben der Füllbar aber auch zahlreiche andere Unverpackt-Läden. Ob Original Unverpackt in Berlin, Tante Olga in Köln, Plastikfreie ZONE in München oder Glaskiste in Freiburg, man findet mehr Unverpackt-Läden, als man vermuten würde. Weitere Läden sind ebenfalls in Planung, sodass vermutlich in ein paar Jahren so gut wie jede größere Stadt einen Unverpackt-Laden haben wird. Wo der nächste Unverpackt-Laden in deiner Nähe ist, recherchierst du am besten einfach online. Allerdings sind nicht unbedingt alle von diesen Läden kostengünstig. Trotzdem sollte jeder darüber nachdenken, ob unverpackte Lebensmittel und damit weniger Müll nicht vielleicht doch so viel wert sind.

Auf die Plätze, fertig, shoppen!

Im Unverpackt-Laden wird der Einkauf zum Erlebnis und macht definitiv mehr Spaß als im normalen Supermarkt. Die Atmosphäre ist sehr ruhig und „die Kunden sind immer entspannt und freundlich“, so Silvia. Wer also das unfreundliche stressige Drängeln an der Supermarktkasse hasst, ist in einem Unverpackt-Laden gut aufgehoben.

Natürlich lässt sich der Gang zu Aldi, Rewe und Co. nicht immer vermeiden. Trotzdem ist jeder Unverpackt-Laden mit Sicherheit einen Besuch wert und der erste Schritt in eine Zukunft mit weniger Plastikmüll.

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