Troye Sivan Interview deutsch
Stammt aus dem sonnigen Australien: Troye Sivan | Foto: Universal Music
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11. Dez 2015

Barbara Kotzulla

Musik

Troye Sivan über Inspiration, Schulzeit und Zukunft

Schmetterlinge im Bauch

UNICUM: 2015 war sehr erfolgreich für dich – wie würdest du das Jahr in drei Worten beschreiben?
Troye Sivan: In drei Worten? Oh je … (lacht) Lebensverändernd – das geht doch als zwei Worte durch? – und großartig! (lacht)

Mit deiner zweiten EP "Wild" bist du regelrecht durchgestartet, dein erstes Album steht in den Startlöchern. Was war denn für dich in diesem Jahr das wichtigste Ereignis?
Wenn ich mir ein Ereignis aussuchen muss, dann ist das mein erstes Solo-Konzert, das ich vor ein paar Monaten in Seattle gespielt habe. Das war meine erste Live-Show überhaupt. Als ich noch jünger war, habe ich zwar auf Firmenveranstaltungen und ähnlichem gesungen, aber das ist etwas ganz anderes. Die Leute haben zum ersten Mal Tickets gekauft, um mich und meine Musik zu erleben. Das war echt eine große Sache für mich. Jetzt mache ich das fast jeden Abend – und ich liebe es!

Hast du noch Lampenfieber?
Ja, ich bin echt vor jedem Auftritt nervös und habe Schmetterlinge im Bauch.



Für diese Film-Rolle würde Troye die Musik aufgeben!

Du hast eine Menge berühmter Fans, wie z.B. Taylor Swift und Sam Smith …
Das hätte ich selber nie für möglich gehalten. Das sind so große Berühmtheiten, irgendwie gar nicht real – und dann reden sie auf einmal über mich und meine Musik. Das ist einfach großartig! Ich bin jetzt sogar ein wenig mit Sam Smith befreundet. Mit Taylor Swift habe ich allerdings noch nicht gesprochen.

Welche Musiker bewunderst du? Wer inspiriert dich?
Da fällt mir direkt Lorde ein. Sie ist in so jungen Jahren schon eine so tolle Künstlerin mit einem fantastischen Album. Und sie kommt aus Neuseeland – das ist ja ziemlich nah an Australien dran. Lorde ist wirklich eine Inspiration für mich. Dank ihr wusste ich, dass ich es schaffen kann. Zu meinen Musik-Idolen gehören auf jeden Fall noch Amy Winehouse und Michael Jackson.

Es scheint, als wärst du eine Zeit lang mehr an der Schauspielerei als an der Musik interessiert gewesen.
Ich habe sehr jung mit dem Singen angefangen, da war ich 5 oder 6 Jahre alt. Bis ich 14 war, bin ich regelmäßig aufgetreten und dann eher zufällig in die Schauspielerei geraten. Mir hat es wirklich viel Spaß gemacht, aber nach ein paar Jahren hat es mich wieder zur Musik gezogen. Ich liebe das Schauspiel und würde wieder vor die Kamera treten, aber die Musik steht bei mir definitiv auf der Nummer Eins.

Gibt es eine Film-Rolle, für die du deine Musik-Karriere doch noch sausen lassen würdest?
Ich würde wahnsinnig gerne einen verrückten Charakter in einem Tim Burton-Film spielen – das wäre sicherlich ein großer Spaß!



Lieblingsschulfächer: Englisch und Geschichte

Woher stammt dein künstlerisches Talent? Von deinen Eltern?
Mein Vater kann gar nicht singen – der hört überhaupt keine Töne heraus. (lacht) Aber er liebt Musik. Genau wie meine Mutter, die früher sogar einmal in der Musik-Industrie gearbeitet hat. Wir haben Zuhause immer viel und laut Musik gehört, das war toll. Meine Eltern haben mich immer sehr unterstützt. Ihnen verdanke ich viel.

Gibt es ein Talent, das du nicht hast, aber gerne hättest?
Ich wünschte, ich könnte malen oder zeichnen. Ich kann nämlich keins von beidem! Und ich würde wirklich gerne besser tanzen können. Das wäre cool.

Bis du 14 warst, bist du auf eine normale Schule gegangen. Danach wurdest du Zuhause unterrichtet. Was waren deine Lieblingsschulfächer?
Ich habe Englisch und Geschichte einfach geliebt. Geschichte eigentlich gar nicht so sehr im Unterricht, aber nachdem wir ein Thema beendet und einen Test dazu geschrieben haben, habe ich mich immer über mein neues Wissen gefreut. Es ist toll zu wissen, warum unsere Gesellschaft so geworden ist und was vor einem passiert ist. Mathe habe ich aber gehasst! (lacht)



Dank YouTube auf Erfolgskurs

Gab es für dich im Leben jemals einen "Plan B"? Vielleicht Geschichtslehrer werden?
Darüber habe ich nie wirklich nachgedacht. Ich wollte schon immer das tun, was ich jetzt mache. Aber selbst, wenn ich jetzt nicht im Musik-Business wäre, würde ich etwas in der Kreativ-Branche machen – vielleicht in Richtung Grafik-Design. Oder so etwas wie Regie und Musik-Produktion.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Ich würde gerne in zwei Richtungen gehen: Zum einen meine eigene Musik-Karriere vorantreiben, zum anderen für andere Leute Songs schreiben. Am liebsten für Taylor Swift – ich würde sterben vor Aufregung! Ich möchte weiterhin Sachen entdecken und mich immer neu erfinden, es gibt so viele spanende Dinge: Musik-Videos, die Schauspielerei…

YouTube war ein wichtiger Motor für deine Karriere. Würdest du diesen Weg auch anderen jungen Leuten empfehlen?
Definitiv! Es geht hier schließlich nicht darum, irgendeinen Typen bei einer Plattenfirma von dir zu überzeugen. Es geht vielmehr darum, mit den Leuten in Kontakt zu treten, sich selber ein Publikum aufzubauen. Die Plattenfirmen kommen viel später. Mir hat es auch sehr geholfen, ehrlich zu sein. Ich bin viel glücklicher, seitdem ich mich nicht mehr vor irgendwem verstecken muss.

Worauf freust du dich 2016 am meisten?
Auf die weitere Tour! Ich will in noch größeren Locations in noch mehr Städten und Ländern spielen. Aber wenn ich aus Schweden und Norwegen zurückkomme, will ich erst einmal ins Warme. Vielleicht auf die Fidschi-Inseln! (lacht)


Das Blue Neighbourhood Album-CoverUNICUM Abi-Musiktipp

Blue Neighbourhood

Troye Sivan

Universal Music

VÖ: 04. Dezember 2015

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