Tom Beck Einstein
Tom Beck mit Annika Ernst in "Einstein" | Foto: Sat.1/Martin Rottenkolber
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02. Jul 2015

Merel Neuheuser

Promis

Tom Beck: Der nächste Einstein

Der Schauspieler im Interview

Worum geht es bei Einstein?

Felix Winterberg aka "Einstein" ist der Ururenkel von Albert Einstein. Auch er ist ein genialer Physiker und forscht in Sachen "Supersymmetrie" an der Uni. Dem steht allerdings einiges im Wege – durch eine tödliche Krankheit hat er nur noch wenige Jahre zu leben, obendrauf soll der Sonderling die Bochumer Mordkommission bei Ermittlungen unterstützen. Eine lustige und spannende Mission, denn der Naturwissenschaftler ist nicht nur hochintelligent, sondern auch maximal unkonventionell und sarkastisch.


Tom Beck: "Ich war superschlecht in Physik!"

UNICUM: Es ist schwer, "Einstein" einem Genre zuzuordnen: Physik spielt eine Rolle, aber auch Mordfälle und spannende Ermittlungen. Dann gibt es lustige Szenen, rührende Szenen und man ahnt auch eine sich anbahnende Romanze. Was, denkst du, könnte die Erfolgsformel von Einstein sein?
Tom Beck: Ich habe das Drehbuch mit großer Freude gelesen, so etwas kannte ich im deutschen Fernsehen noch nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass es die Verbindung aus Crime, Comedy und eine gewisse Sexyness ist, die gut ankommt. Viele Parameter machen die Serie sehr lebendig, dazu tragen auch die schönen Seitenstränge der Handlung bei. Es wird sicher nicht langweilig!

Felix forscht an Supersymmetrie. Jetzt für diejenigen, die in Physik nicht so gut aufgepasst haben oder es immer noch nicht tun: was ist das?
Soweit ich es verstanden habe, will er damit einen endlosen Zugriff auf Energie schaffen. Er hat den nicht gerade unbescheidenen Plan, damit alle Energieprobleme der Welt zu lösen. Für den Normalo lässt sich das aber kaum in zwei Sätzen erklären.

Wie "normalo" bist du denn in Sachen Physik?
Ich habe Physik in der zehnten Klasse abgewählt und war superschlecht in Physik (lacht). So viel zum Thema Supersymmetrie – ich war superschlecht.

Musstest du dann einen Nachhilfekurs Physik belegen?
Nee, ich hätte einen Grundkurs machen können, aber Felix ist in Gefilde vorgedrungen, die so komplex sind, dass sogar ein Chemie-Studium kaum gereicht hätte, um sie zu verstehen. Ich habe trotzdem versucht, mich da ein bisschen reinzuarbeiten, und habe mit den Autoren gesprochen, die sich von Physikern haben beraten lassen. Was Felix über Physik sagt, ist alles fundiert und gut recherchiert. Aber das in drei Monaten zu verstehen, ist quasi unmöglich. Dank Google verstehe ich alles, was ich sage, aber die Begrifflichkeiten sind nicht in meinem Daily Jargon enthalten. Ich rede privat selten über dunkle Materie, Supersymmetrie und irgendwelche Algorithmen.

Tom hat Musical studiert: Wie war das?

Wie muss man sich das arbeitstechnisch überhaupt vorstellen, wenn man die Hauptrolle in einer Serie spielt? Was bedeutet das für das Berufsleben?
Wir mussten sechs Folgen in zwei Monaten drehen, weil ich ab Anfang Juni wieder in München drehe. Das ist ein ziemlich straffes Programm! Hinzu kommt, dass ich bis Ende März noch auf Tour war. Sein Privatleben kann man erst einmal ad acta legen, weil man von morgens bis abends am Set ist und dreht. Wenn man dann nach Hause kommt, muss man noch etwa zwei Stunden Text lernen, am Wochenende bereitet man sich für die nächsten Wochen vor. Aber das macht mir ja auch Spaß, manchmal ist ein Dreh wie ein Spielplatz für Erwachsene!

Felix ist in der Serie Physik-Professor an der Ruhr-Uni Bochum, an der ihr auch häufiger dreht. Du hast ja selber "Musical" an der Bayerischen Theaterakademie studiert. Wie unterschiedlich sind diese beiden Studiengänge aus deiner Erfahrung?
Die könnten natürlich nicht unterschiedlicher sein. Ich finde es auch immer schwierig, vom "Studiengang" Musical zu reden, es ist ein Studium, aber mein Leben war in der Theaterakademie. Ich stand dauernd auf der Bühne und habe praktisch an Rollen gearbeitet, ich hatte Gesangs- und Tanzunterricht, das war alles physisch und viel aktiver, als an irgendwelchen Formeln zu arbeiten. Zu sitzen, zu büffeln, sich wochenlang auf Klausuren vorzubereiten und sich dafür in der Bibliothek einzusperren – sowas kenne ich gar nicht!

Welchen Eindruck hattest du von der Ruhr-Uni Bochum? Die Uni ist unter den zehn größten Hochschulen Deutschlands …
Ich habe mich hundertmal verlaufen! Nach nun acht Drehs habe ich immer noch keinen Plan, wo man reinfährt und wieder rauskommt. Die Uni ist wie eine eigene Stadt und obendrauf ein ganz schöner Betonklotz. Man kann sich da bestimmt ganz gut aufs Lernen fokussieren, weil man nicht von schönen Dingen abgelenkt wird. Ich habe gesehen, dass es da sogar ein Studentenwohnheim gibt, da würde ich aber nicht leben wollen.

Albert Einstein hat ein Gedicht geschrieben, das mit den Worten: "Wo ich geh und wo ich steh, stets ein Bild von mir ich seh" anfängt. Das ist ja wahrscheinlich eine Parallele bei euch. Welche Auswirkungen hat deine Bekanntheit denn auf einen Dreh an einer so großen Uni?
Das ist nicht anders als sonst auch. Es ist nicht so, dass 500 Leute auf mich zustürmen. Klar sehe ich Leute, die mit dem Finger auf mich zeigen, ein paar Leute kommen auch und fragen nach einem Foto, aber daran habe ich mich schon gewöhnt, auch wenn das abgedroschen klingt. Deshalb mache ich
den Beruf mit Sicherheit nicht, aber das sind Nebeneffekte, mit denen man umzugehen lernt. Solange die Leute mich nicht anpöbeln, ist ja alles wunderbar.

Ich habe neulich in einer bekannten Jugendzeitschrift gelesen, "Schauspieler" sei Platz eins der Berufe, bei denen man am meisten Geld verdient. Darf man das so sagen?
Ich glaube, zehn Prozent können von der Schauspielerei leben, vielleicht fünf Prozent davon richtig gut. Der Rest muss schauen, wie er die Miete bezahlen kann. Das vergessen die Leute immer. Für mich liefen die letzten Jahre gut, wofür ich sehr dankbar bin, aber eine Sicherheit hat man nie. Vielleicht ist nächstes Jahr mein Typ nicht mehr gefragt. Dann habe ich noch immer die Wahl, ans Theater zu gehen. Hätte ich einen Sohn, der mir irgendwann mitteilen würde, dass er Schauspieler werden will, würde ich ihm sagen: "Mach das nur, wenn du das unbedingt willst."


Nachgehakt

  • Angenommen, du hättest die Möglichkeit zu erfahren, wann und wie du stirbst. Würdest du das Angebot in Anspruch nehmen wollen?
    Nein! Das wäre ja grausam! Ich bin auch kein Freund von Karten legen oder Wahrsagern. Dann tut mir tatsächlich das rechte Knie weh, weil es so vorausgesagt wurde.
     
  • Zu welchem Thema würdest du gerne eine Vorlesung besuchen?
    Ich würde einen Psychologie-Grundkurs besuchen. Wenn ich mich nochmal irgendwo einschreiben würde, dann vielleicht Psychologie. Als Schauspieler beschäftigt man sich ja auch intensiv mit der Psyche des Menschen.
     
  • Welches hartnäckige Gerücht verfolgt dich?
    Ich hätte sieben Geschwister, stand mal in einem Wikipedia-Eintrag, und das findet sich immer noch häufig im Netz. Ich wurde schon häufig gefragt, wie es ist, mit sieben Geschwistern groß zu werden. Bestimmt schön, aber ich weiß es nicht, ich bin Einzelkind.
     
  • Was muss beim Dreh immer für dich bereitstehen?
    Wasser und Hühnchen. Beim Dreh ist man immer verführt, ständig Brot und Gebäck zu essen, aber ich muss gerade ein bisschen auf meine Linie achten und dazu ist Hühnchen mit Gemüse super. Und Avocado. Das klingt voll nach Starallüren (lacht).

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