Digitales Lernen
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04. Feb 2013

Barbara Kotzulla

Lernen

Digitales Lernen

-ARCHIV-

Ohne Internet geht in der Schule nichts mehr

Schulbuch ade?

Im Rahmen der bundesweiten Umfrage wurden 800 Schüler allgemeinbildender Schulen ab 13 Jahren um ihre Meinung zum Thema "Digitales Lernen" gebeten. Die meisten Schüler waren sich dabei einig: Ohne Internet geht im Klassenraum und auf dem Pausenhof nichts mehr.

Fast 80 Prozent der Befragten gaben an, das Internet zu Informations- und Recherchezwecken zu nutzen. Auch über Facebook, E-Mail oder Skype tauschen sich fast Viertel aller Schüler über Mathe, Deutsch, Englisch und Co. aus. Ein Drittel hat darüber hinaus schon einmal Online-Lernspielen gespielt, 24 Prozent eignen sich Schulinhalte mit Hilfe von Lernvideos an. Über die Hälfte der Befragten (57 Prozent) surft während der Hausaufgaben im Netz, doch knapp 60 Prozent recherchiert dabei relevante Themen. 

Doch nicht nur Zuhause vereinfacht das Internet den Schülern das Lernen, auch immer mehr Schulen setzen Online-Medien ein – sehr zur Freude der Jugendlichen. Bereits bei 60 Prozent der Befragten wird das Internet regelmäßig im Unterricht genutzt. Die meisten davon (72 Prozent) haben in der Schule einen Zugang zu einem PC, über die Hälfte (63,5 Prozent) nutzt im Unterricht sogar eine Lernsoftware.

63,6 Prozent der Jugendlichen, an deren Schulen noch keine digitalen Medien eingesetzt werden, wünschen sich dies. Besonders interessant: Aufgrund dieser Entwicklung könnte das klassische Schulbuch bald der Vergangenheit angehören: Fast 80 Prozent der Schüler können sich vorstellen, in Zukunft nur noch digital im Unterricht oder daheim zu lesen.

Auch Nachhilfe wird in Zukunft sicherlich verstärkt über das Internet in Anspruch genommen werden. Von fast 200 Schülern, die stationäre Nachhilfe in Anspruch nehmen, gaben 58 Prozent an, dass ihnen die Förderung in digitaler Form – via Webcam und Headset – Spaß machen würde. 48% fühlen sich dadurch sogar stärker motiviert, zu lernen. Dr. Mark Sebastian Pütz, Leiter Online-Nachhilfe beim Studienkreis, sieht in der modernen Art der Nachhilfe eine positive Entwicklung: "Die zeitliche Flexibilität ist beispielsweise ein enormer Vorteil, wenn sich ein Schüler intensiv auf eine Klassenarbeit vorbereiten muss. Einige unserer Schüler nehmen dann innerhalb einer Woche gleich drei bis vier Mal die digitalen Unterrichtsangebote wahr – gern auch noch am späten Abend."

Wird es bald vielleicht nur noch Unterricht am Computer geben? Die Zeit wird zeigen, wohin die Entwicklung im Bereich "Digitales Lernen" sich bewegen wird. Fakt ist zumindest heutzutage: Ohne Online-Medien ist Schule nicht mehr vorstellbar – weder für Schüler, noch hoffentlich für Lehrer.

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