Nachhilfe gesucht
Viele Wege führen zu guter Nachhilfe – welcher ist deiner? | Foto: Thinkstock/Stuart Jenner
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19. Okt 2015

Simon Sperl

Lernen

Nachhilfe-Angebote im Vergleich

Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Anbieter

1. Studierende/Lehramtsstudierende

Gerade Studierende können dir wegen ihres Fachwissens besonders gut helfen, deine Leistungen zu verbessern. Falls du in einer Unistadt wohnst, kannst du dort einen Aushang machen. Vielleicht kann dir sogar deine Schule oder ein Freund einen Studierenden empfehlen. Eine weitere Möglichkeit ist der Blick in den Anzeigenteil der Wochenzeitung oder im Internet bei den ebay-Kleinanzeigen.

Pro

  • Wegen des höheren Alters sind sie autoritärer als ältere Schüler, aber weniger streng und distanziert als Lehrer.
  • Aufgrund des Studiums ist Fachwissen vorhanden und bei Lehramtsstudierenden sogar das Wissen, wie man den Stoff vermittelt.
  • Die Kosten sind überschaubar: Der Stundensatz beginnt bei 10 Euro, je nach Studienfortschritt wird es teurer (bis zu 15 Euro).
  • In der Regel sind Studierende zeitlich flexibel und können vor deinen Klausuren oftmals mehr als nur eine Stunde Nachhilfe geben.
  • Da du alleine Nachhilfe bekommst, kann sich der Student ganz auf dich konzentrieren.
  • Keine vertragliche Bindung, sofortiger Wechsel des Nachhilfelehrers möglich.

Contra

  • Möglicherweise musst du mehrere Studierende "ausprobieren", bevor du den oder die passende Nachhilfelehrer/-in findest. Denn er oder sie muss nicht nur Inhalte gut erklären können, sondern dir noch dazu sympathisch sein.

2. Schulische Angebote: Förderinseln, Lernpaten

Mit etwas Glück bietet deine Schule Förderinseln oder Lernpaten an, die dann am Nachmittag Extra-Unterricht anbieten. Diese Gruppen-Nachhilfe wird entweder von Fachlehrern oder älteren Schülern geleitet.

Pro

  • In der Regel kostenlos.
  • Lehrer und ältere Schüler kennen genau den Unterricht und sind mit den Inhalten vertraut.
  • Lehrer sind pädagogisch ausgebildet und wissen, wie sie dir die Inhalte vermitteln können.
  • Direkter Kontakt zwischen den Fachlehrern und den Nachhilfe-Lehrern: Abstimmung der Nachhilfe auf deine Defizite.

Contra

  • Angst vor den Lehrern Probleme zuzugeben, ähnlich wie es bereits im Unterricht sein könnte.
  • Da es sich bei diesen Förderinseln um größere Schülergruppen handelt, kann es sein, dass deine Probleme untergehen. Du solltest auf jeden Fall darauf achten, dass die anderen Nachhilfeschüler in der gleichen Klasse sind. Von Vorteil ist es außerdem, wenn alle im gleichen Fach Nachhilfe bekommen.

3. Ältere Schüler

Für ältere Schüler spricht vor allem, dass sie mit dem Schulstoff gut vertraut sind. Außerdem wissen sie auch, welche Lösungswege der Lehrer erwartet. Andererseits fehlt ihnen wegen des geringen Altersunterschieds vielleicht die Durchsetzungskraft.

Pro

  • Der Lehrer kann dir geeignete Schüler empfehlen.
  • Der nachhilfegebende Schüler und Lehrer können sich über deine Probleme und Fortschritte austauschen.
  • Niedrige Kosten: zwischen 8 und 10 Euro pro Stunde.
  • Sind mit den Unterrichtsinhalten noch gut vertraut.
  • Erklären die Inhalte mit ihren eigenen Worten mitunter verständlicher.

​Contra

  • Keine didaktischen Erfahrungen.
  • Möglicherweise mangelndes Durchsetzungsvermögen.

4. Pensionierte Lehrer

Aufgrund ihrer Berufserfahrung eignen sich pensionierte Lehrer gut, allerdings sind ältere Lehrer oftmals streng. Weil dieser negative Faktor sehr wichtig ist, belegen pensionierte Lehrer nur den vierten Platz in unserer Rangliste.

Pro

  • Pensionierte Lehrer kennen sich mit den Inhalten aus und können diese gut vermitteln.
  • Sie sind zeitlich flexibel: In Klausurphasen kannst du häufiger Nachhilfe erhalten.
  • Vom Preis her sind sie zwar teurer als Studenten, aber günstiger als Nachhilfeinstitute. Der Stundenlohn beginnt bei etwa 20 Euro.

Contra

  • Die Sympathie muss stimmen: Wenn sie dir zu streng sind, traust du dich vielleicht nicht, deine Fragen anzusprechen.

5. Die eigenen Eltern

Deine Eltern sind vielleicht eine naheliegende Lösung, weil sie dir vertraut sind. Vor allem musst du für die Nachhilfe nicht einmal woanders hinfahren. Doch es gibt auch einige Punkte, die gegen deine Eltern sprechen.

Pro

  • Die Nachhilfe kann zuhause stattfinden, das spart Zeit.
  • Kostenlos.

Contra

  • Du kannst dich beim Lernen mit deinen Eltern streiten, weil ihr euch zu nahe seid, sie zu ungeduldig oder zu schnell genervt sind.
  • Ihnen fehlt eventuell das Fachwissen.
  • Sie erklären es anders als im Unterricht. Gerade in Mathe ist Lehrern aber zum Beispiel der Lösungsweg besonders wichtig.

6. Nachhilfe-Institute

Der große Vorteil von Nachhilfe-Instituten besteht darin, dass sie in jeder Stadt zu finden sind. Deutschlandweit existieren über 2.000 Filialen. Anders als private Anbieter findest du diese sehr schnell über die gängigen Suchmaschinen im Internet. Die Nachteile dieser Institute sind jedoch oft größer als die Vorteile.

Pro

  • In jeder Stadt vorhanden, manchmal sogar mehrere Anbieter.
  • Kostenlose Probestunden möglich.
  • Wahl zwischen Einzel- und Gruppennachhilfe (zwischen drei und fünf Schülern).
  • Unterschiedliche Nachhilfe-Konzepte: Wissensvermittlung oder Lernen lernen.
  • Mitunter wird auch eine Online-Nachhilfe angeboten.

Contra

  • Nachhilfe-Institute werben mit Preisen ab 7,44 Euro pro Unterrichtsstunde (Studienkreis). Allerdings gilt dieser Preis nur bei einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten, zweimal 90 Minuten Nachhilfe pro Woche und Gruppen-Unterricht. Deswegen liegt der Monatspreis bei 119 Euro. Hinzu kommt eine einmalige Anmeldepauschale von 49 Euro. Deine Eltern sollten sich die Vertragsdetails gründlich durchlesen.
  • Bei einem Vertrag ohne Mindestlaufzeit steigt der Monatspreis auf mindestens 169 Euro, bzw. 10,56 Euro pro Unterrichtsstunde. Noch dazu sind die Preise je nach Stadt unterschiedlich und können sogar noch höher ausfallen.
  • Einzelnachhilfe ist noch teurer, hier beginnen die Preise bei 25 Euro pro 45 Minuten. Außerdem bietet sie nicht jedes Institut an.
  • Die Nachhilfe findet auch in den Ferien statt.
  • Selten nehmen Institute Kontakt zu deinen Lehrern auf. Die Nachhilfe kann deshalb nur schlecht auf deine Probleme abgestimmt werden.
  • Trotz der hohen Preise kann es sein, dass dich Studierende oder Referendare unterrichten. Deswegen solltest du dich auf jeden Fall nach der Ausbildung der Nachhilfe-Lehrer erkundigen.

5 Tipps für die Nachhilfe-Suche

Egal für welche Nachhilfe du dich entscheidest, die folgenden Ratschläge solltest du befolgen, um deine Leistungen verbessern und Defizite ausgleichen zu können:

  1. Lass dir von Lehrern oder Mitschülern gute Nachhilfe-Lehrer empfehlen.
  2. Frag nach der Lehr-Erfahrung.
  3. Vereinbare Probestunden: So kannst du feststellen, ob dir deine Fragen verständlich erklärt werden und ob dir dein Nachhilfe-Lehrer sympathisch ist.
  4. Kläre mit deinem Lehrer, woran du arbeiten musst und lege Ziele für die Nachhilfe fest. Achte auch darauf, dass diese Ziele realistisch sind. So ist es zum Beispiel fast unmöglich, dass du in der nächsten Klausur statt einer Fünf eine Eins schreibst.
  5. Bei Gruppennachhilfe liegt die optimale Anzahl der Schüler bei fünf bis maximal zehn Teilnehmern. Außerdem sollten die anderen Schüler aus der gleichen Klasse und derselben Schulform kommen sowie im gleichen Fach Nachhilfe erhalten.

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 21. Okt 2015 um 10:32 Uhr von Janis Schäffer
Hallo, ich besuche einen Abi-Kurs beim Studienkreis. Finde das eigentlich nicht zu teuer, komme so auf etwa 8,50 Euro pro Unterrichtsstunde. Ihr schreibt, ein Institut ist teurer als ein pensionierter Lehrer Das ist bei mir nicht so, weil es kein Einzelunterricht ist. Aber ich komme in einer Gruppe auch besser klar. Bin bei einem Mathe-Studenten, der macht das ganz gut. Gruß, Janis