WG gründen für Anfänger
Bei der Gründung deiner ersten WG gibt es einiges zu beachten Foto: GettyImages/jacoblund

Wohnen

24.08.2018

Alleine wohnen

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So hast du deine erste eigene Wohnung...

Du hast die stressige Wohnungssuche erfolgreich abgeschlossen? Dann steht deinem Leben in den ersten eigenen vier Wänden nichts mehr im Wege. Wir erklären dir, was beim a ... mehr »

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06. Nov 2018

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WG-Gründen für Anfänger

Tipps und Tricks

Nicht jeder angehende Studierende hat das Glück, in einer Universitätsstadt oder zumindest im Umland einer solchen zu wohnen. So kommt für viele das Hotel Mama als Wohnort während des Studiums nicht in Frage. Wenn du nach dem Abitur deine erste eigene Wohnung suchst, wirst du relativ schnell feststellen, dass der Wohnungsmarkt in den meisten Hochschulstädten stark umkämpft ist. Die Mieten steigen in vielen Regionen Deutschlands deutlich, was insbesondere für Geringverdiener wie Studierende eine verheerende Entwicklung ist. Hinzu kommt in Studentenstädten eine große Nachfrage nach Wohnungen, die vor allem zu Semesterstart ihr Maximum erreicht - häufig haben auch die Studentenwohnheime lange Wartelisten. 

Wenn die Zeit drängt und Geld wie Wohnraum knapp sind, ist die Lösung für viele Studierende das Gründen oder Suchen einer WG. Doch wer noch nie in einer Wohngemeinschaft gelebt hat, begeht häufig gravierende Fehler. Mit unseren Tipps gehst du den schlimmsten Fauxpas aus dem Weg.

Das Wichtigste zuerst: Die richtige Wohnung

Um eine WG gründen zu können, brauchst du zuerst eine passende Wohnung. Selbst wenn der Semesterbeginn kurz bevorsteht und du noch kein Dach über dem Kopf hast, solltest du nicht überstürzt handeln. Wähle die Wohnung für deine WG vernünftig aus und checke zuerst, ob die Zimmer in etwa dieselbe Größe haben. Dies beugt späteren Streitigkeiten vor.

Überlege dir, ob ihr einen Gemeinschaftsraum beziehungsweise ein zweites Badezimmer braucht oder ob du aus Kostengründen auf diesen Komfort verzichten möchtest. Insbesondere in freundschaftlichen Wohngemeinschaften ist ein Gemeinschaftsraum für das Zusammengehörigkeitsgefühl sehr wichtig. Tipps und Tricks rund um die WG-Suche gibt es viele.

Klar ist auch: Je mehr Bewohner, desto größer ist der Platzbedarf zum Lagern der Habseligkeiten. Ein Keller oder Dachboden ist bei größeren WGs daher vorteilhaft. Kläre zudem unbedingt vorher, ob du Waschmaschine, Backofen und andere Haushaltsgeräte stellst oder ob jeder Mitbewohner ein Haushaltsgerät zur Wohngemeinschaft beisteuern soll. Zieht jedoch ein Mitbewohner, der beispielsweise die Mikrowelle gestellt hat, aus und nimmt das Gerät mit, gilt es, gleich doppelten Ersatz zu finden.

Die Mitbewohner - deine ständigen Begleiter

Wer eine WG gründen möchte, braucht natürlich Mitbewohner. Die Chemie zwischen dir und deinen Mitbewohnern sollte grundsätzlich stimmen – insbesondere dann, wenn es eine freundschaftliche WG sein soll und keine Zweckgemeinschaft.

Bedenke, dass selbst deine besten Freunde als Bewohner absolut ungeeignet sein können. In einer gemeinsamen Wohnung ist nicht am wichtigsten, ob ihr euch in der Freizeit gut versteht, sondern ob ihr dieselben Vorstellungen von Sauberkeit, Ordnung sowie von Trubel und Ruhe habt. Falls nicht, wirst du schon bald unsere Tipps gegen WG-Zoff brauchen.

Der Mietvertrag - das muss drinstehen

Für ein geregeltes WG-Leben ist der Mietvertrag unverzichtbar. Grundsätzlich sollte er regeln, ob es einen untervermietenden Hauptmieter gibt, ob alle Bewohner Hauptmieter sind oder ob die Bewohner als eigenständige Mieter im Mietvertrag stehen. Gerade beim WG-Mietvertrag gibt es einiges zu beachten.

Sind im Mietvertrag nur rudimentäre Dinge geklärt, gibt es über kurz oder lang Zwist unter den Bewohnern. Streit entsteht beispielsweise oft, wenn es um Reparaturen geht, da der Verursacher eines Schadens oft zum Zeitpunkt der WG-Auflösung und der Schadenbehebung gar nicht mehr in der Wohnung lebt. Daher ist es sinnvoll, eine Haushaltskasse einzuführen, die jeder Bewohner monatlich mit einem zuvor festgelegten Betrag füllen muss.

Muss eines Tages tatsächlich ein Schaden repariert werden, können die Bewohner das Geld aus dieser Kasse nehmen. Auch die Aufteilung der Nebenkosten sollte im Mietvertrag geklärt werden. Je mehr potenziell streitbare Aspekte schriftlich fixiert sind, desto angenehmer wird das Zusammenleben werden.

Ordnung muss sein: Regeln und Disziplin

Wenn du von zu Hause ausziehst und deine erste WG gründest, musst du dir von deiner Familie nichts mehr sagen lassen. Das ist der positive Effekt. Die erst eigene Wohnung bringt aber auch viel Verantwortung mit sich, die schon so manchen WG-Gründer unverständlicherweise völlig unerwartet getroffen hat. Mach dir also vom ersten Tag an in deiner neuen WG klar, dass dir niemand mehr deine schmutzige Wäsche hinterherräumt oder das Essen kocht. Sei zu dir selbst streng, aber achte zugleich auf die Disziplin in der gesamten WG. Vereinbart klare Regeln, einen Putzplan und veranstaltet wöchentliche Meetings zur Problemlösung.

Die Basics - Strom, Internet und Telefon

Möglicherweise erfährst du im Rahmen der Wohnungsbesichtigung, dass du die bestehenden Verträge der Vormieter einfach fortführen kannst. Und vielleicht empfindest du dies als Erleichterung, da du rund um den Umzug bereits jede Menge zu tun hast und dich nicht noch um neue Internet-, Telefon- und Stromanbieter kümmern musst.

Dieser Hang zur Bequemlichkeit kann sich allerdings finanziell nachteilig bemerkbar machen. Niemand kann dir garantieren, dass deine Vormieter den günstigsten Tarif abgeschlossen haben. Eventuell bezogen sie Strom des Grundversorgers, der in der Regel deutlich teurer als attraktive Neukundenangebote ist. Führe daher auf jeden Fall einen Preisvergleich durch, um beim Strom, Internet und Telefon kräftig zu sparen.

Zweck-WG oder Wohnen mit Freunden?

Wie bereits erwähnt, hast du generell die Wahl zwischen Gründung einer WG unter Freunden und einer Wohngemeinschaft, die eher zweckgemäß auf so günstiges Wohnen wie möglich ausgelegt ist – die Zusammenstellung der Bewohner spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Eine WG mit Freunden ist für dich dann eine gute Wahl, wenn du das gemeinsame Wohnen und Leben magst. In einem Gemeinschaftszimmer könnt ihr eure Abende verbringen und vielleicht legt ihr sogar eine gemeinsame Haushaltskasse an. Eine Zweck-WG bietet sich dann an, wenn du eher zurückgezogen lebst und in Ruhe für die Uni lernen willst.

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