Falk Hentschel StreetDance 2
Falk Hentschel in "StreetDance 2" | Foto: Universum Film
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24. Mai 2012

Janina Finkemeyer

Promis

UNICUM trifft: Falk Hentschel

-ARCHIV-

Der Hauptdarsteller aus "STREETDANCE 2 in 3D"

Von Leipzig nach Los Angeles

Falk Hentschel wurde 1982 in Leipzig geboren und träumte schon ganz früh von einer großen Schauspielkarriere. Mit sieben Jahren wurde seiner Familie ein Ausreiseantrag aus der DDR genehmigt und sie zogen nach Düsseldorf. Dort begann er zu tanzen und machte später sein Abitur. Nach dem Abi zog es ihn dann als Tänzer nach London, wo er unter anderem mit Britney Spears, Mariah Carey und Justin Timberlake auf der Bühne stand. 

Nach zwei Jahren brach Falk Hentschel auch in London alle Zelte wieder ab und ging nach Los Angeles, um dem großen Traum einer Schauspielkarriere endlich näher zu kommen. Jetzt ist er in seiner ersten Hauptrolle im Film "STREETDANCE 2 in 3D" zu sehen und kann dort sein tänzerisches und schauspielerisches Talent unter Beweis stellen.

"Meine Ur-Idole waren Jackie Chan und Bruce Lee"

UNICUM: Ist es richtig, dass deine Familie dich zum Tanzen gebracht hat?
Falk Hentschel: Ja, die Mama war es. Ich war ganz niedergeschlagen, weil ich einen TV-Casting-Workshop gebucht hatte. Wir hatten alles bezahlt und dann haben wir einen Anruf bekommen, dass es zu wenig Leute sind. Man musste dafür 14 sein und ich war gerade 14 geworden. Das war meine Hoffnung, weil wir ewig nach einem Workshop gesucht haben.

War die Suche so schwer?
Eine Theaterschule ließ dich in Deutschland als Kind damals nicht rein und Filmschauspiel gibt’s sowieso schon mal gar nicht. Die Filmschauspieler sind da alle durch Zufall reingekommen. Ja, und dann hab ich gesagt: "Okay mein Traum geht nicht!" Aber meine Mama hatte gerade "Dirty Dancing" geguckt und hat sich dann informiert. Der Hauptdarsteller Patrick Swayze war vorher auch Profitänzer gewesen. Ich habe dann auch mit Lateinamerikanisch angefangen. Es ging ganz komisch weiter zu Hiphop, später habe ich Jazz und Ballett gemacht. Mir hat Tanzen dann auch recht gut gefallen.

Wie oft bist du verprügelt worden als Junge, der tanzt?
Gar nicht, ich habe parallel Karate gemacht. Also, das war nicht so, dass ich gesagt habe, wenn ich tanze muss ich auch Karate machen, sondern ich habe mit Karate eigentlich angefangen. Meine Ur-Idole waren Jackie Chan, John Travolta und Bruce Lee. Ich denke wir Deutschen haben eine ziemlich offene Kultur, also zumindest war das damals in der Tanzschule so.

Seine Schulzeit war hart

Wie war denn deine Schulzeit für dich?
Ich habe meine Schule vor Kurzem besucht und da ist mir bewusst geworden, dass es eigentlich ziemlich hart war. Ich wusste von Anfang an, dass ich damit nicht viel am Hut habe. Ich war nicht gut, weil ich faul war, weil ich lieber tanzen wollte und ich habe auch häufig sehr laut gesagt "Ich werde Schauspieler" oder "Ich mache das". Da wurde ich schon oft, ja nicht gehänselt im bösen Sinne, aber man ist schon der Außenseiter der gesagt bekommt "Jaja, mach du nur". Ich hatte auch meine Haare rasiert mit unterschiedlichen Farben, also ich war auch da extrem.

Was waren deine Lieblingsfächer in der Schule?
Sport ganz klar, aber ich finde das darf ich nicht sagen, das zählt nicht. Ich mochte Englisch gerne, obwohl ich eine 4- hatte. Ich bin sogar durchgefallen in Englisch, was ich jetzt sehr lustig finde. Trotzdem mochte ich das gerne, aber nicht mehr im Abitur. Das hat nichts mehr mit Englisch zu tun. Du musst Shakespeare interpretieren und wenn du das auf Deutsch schon nicht kannst, kannst du es auch nicht auf Englisch. 

Verrätst du uns auch deinen Abischnitt?
Das Abitur habe ich nur durchgezogen, weil einer meiner Tanzmentoren gesagt hat, du musst das durchziehen. Ich hatte einen Schnitt von 3,0.

Kam eine traditionelle Ausbildung oder ein Studium nach dem Abi nie für dich in Frage?
Gerade mein Jahrgang war der "Ich studiere BWL Jahrgang" und es war die Phase, in der die Wirtschaft sich gerade so ein bisschen gedreht hat. Das war für mich eigentlich ganz gut. Wer kriegt denn noch einen sicheren Job? In Deutschland haben wir immer irgendwie Hartz IV. Wir sind das einzige Land, wo dir eigentlich wirklich nichts passieren kann. Im schlimmsten Fall hast du eine kleine Wohnung und bekommst die vom Staat bezahlt. Da habe ich mir gedacht: Wir sind alle so unsicher im Leben, dann kam man auch das versuchen worauf man Bock hat.

Und dann bist du erst als Tänzer nach London gegangen und später nach Los Angeles, um Schauspieler zu werden. Wie war der Anfang in Amerika für dich?
Angsteinflößend! Aber ich bin vom Sternzeichen Widder, wenn ich irgendwas sehe, gehe ich einfach drauf zu. So habe ich es auch mit LA gemacht. Ich habe zu meiner Mama gesagt, ich hab einen Flug gebucht -  in zwei Wochen bin ich weg, ich zieh nach LA.

Hattest du denn eine Ahnung wie das Leben dort sein würde?
Nein. Ich hatte weder eine Ahnung was das Visum angeht, noch eine Ahnung, dass man in LA unbedingt ein Auto braucht, weil es riesig groß ist. Diese rein kulturellen Unterschiede waren katastrophal und ich wusste nicht wohin. Also ich wusste nur, dass ich Schauspieler werden wollte und so habe ich auch auf der Straße rumgefragt, wie ich in die Schauspielerei komme. Das war also sehr naiv alles. Aber ich bin froh, dass ich einfach gegangen bin. Hätte ich das vorher alles gewusst – ich weiß nicht ob ich dann nicht gesagt hätte, oh nee das schaffst du nie. 

Wie hast du es geschafft dich zwischendurch zu motivieren?
Ich habe schon immer diesen Traum gehabt und dann dummerweise auch nichts anderes. Wenn ich das nicht mache, dann wüsste ich gar nicht wohin sonst. Ich sage heute noch: Wenn ich es nicht packen würde in der Branche, würde ich wahrscheinlich der Typ sein der zuhause bei der Mama wohnt und da vielleicht hilft und dann irgendwie so dahingammelt. Ich habe auch immer gesagt, wenn mir irgendwann was anderes in den Kopf kommt, was mir mehr Spaß macht, ich würd es sofort machen. Aber ich habe nichts anderes! Ob das jetzt Motivation ist oder Verzweiflung - das weiß nicht.

"Sucht euch Freunde, die euch unterstützen!"

Was würdest du Abiturienten raten, die auch einen Traum haben den sie nicht direkt nach ihrem Abschluss verwirklichen können?
Hört auf Leuten zuzuhören, selbst wenn sie es gut meinen, die euch Statistiken oder Ratschläge geben warum es schwer ist. Sucht euch Freunde die euch unterstützen, die euch Gründe geben, warum es funktionieren kann. Du musst dir ein System aufbauen, in dem alle denselben Glauben haben, weil du am Anfang die ganze Zeit nur kämpfst. Es wird wesentlich einfacher, wenn du dir einen Partner suchst, der mit dir Filme macht oder was auch immer. Als Tiefseetaucher zum Beispiel solltest du Taucher kennenlernen. Du bist dann in einer Welt, in der dich alle unterstützen. Wo alle sagen: Ja es ist schwer, aber ich habe es geschafft. Insgesamt würde ich sagen, behaltet euch die Freude an diesem Traum. Fokussiert euch darauf was euch Spaß macht und meiner Meinung ist es so: Was einem richtig viel Herzensfreude bringt, kann nicht falsch sein. Immer dran bleiben, nicht aufgeben.

In deiner ersten Hauptrolle in "STREETDANCE 2 in 3D" musstest du gleichzeitig tanzen und schauspielern. Hast du dir so richtig wehgetan bei den Dreharbeiten?
Nee! Ich habe Sofia, meine Filmpartnerin, aber einmal fallen lassen oder besser gesagt gar nicht erst aufgefangen. Sie alberte rum und wollte hier und da was probieren und ich unterhielt mich gerade mit den Choreographen. Ich war überhaupt nicht im Trainingsmodus. Dann hielt sie ihr Bein gerade neben den Kopf, ließ sich fallen und sagte "Fang mich". Ich sah nur einen Schatten kommen und ja sie war dann schon zu weit unten, als dass ich sie hätte fangen können… Das war lustig!

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