Fußball-Spieler Nils Winter
Schon entdeckt? Nils Winter ist der Zweite von links auf dem Foto | Foto: goloci.de
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31. Jan 2012

Christoph Köchy

Promis

Jungprofi Nils Winter über Schule, Fußball und Frauen

-ARCHIV-

Der gebürtige Wolsburger, Jahrgang 1993, im Interview

"Im Fußball kann schon mal etwas schiefgehen"

UNICUM: Nils, du bist einer von ganz wenigen Abiturienten, die schon genau wissen, was sie später werden wollen. Seit wann ist es dein Wunsch, Profifußballer zu werden?
Nils Winter: Das wusste ich schon immer. Als ich angefangen habe Fußball zu spielen war mir klar, dass das mein Traumjob ist.

Bist du da selbst drauf gekommen?
Mein Stiefvater, der selber höherklassig gespielt hat, war mein erster Trainer und hat wohl damals schon ein Talent in mir gesehen. Ich habe mich dann stetig weiterentwickelt und irgendwann selbst gemerkt: Oh, das kann ja zum Profi reichen.

Welchen Stellenwert nimmt der Sparkasse-VGH-Cup bei dir ein? Freut man sich da einfach, ein paar regionalen Teams die Hütte voll zu hauen oder wird das richtig ernst genommen?
Wir nehmen das absolut ernst. Wenn man keine 100 Prozent gibt, entwickelt man sich nicht weiter und deshalb ist es egal, ob wir gegen einen Kreis- oder Bundesligisten spielen, wir geben immer alles. Wenn du das nicht machst, kannst du das mit dem Profiwerden ohnehin vergessen.

Habt ihr gegen einen Kreisligisten nicht Angst, euch zu blamieren?
Es ist ja Fußball, da kann schon einmal etwas schiefgehen. Wir nehmen uns immer vor, die Ruhe zu bewahren und nicht hektisch zu werden, wenn es einmal nicht so gut läuft. Es bringt aber nichts, mit Angst in ein Spiel zu gehen, deshalb denken wir immer positiv und glauben an unsere Stärke.

Was gefällt dir persönlich am besten am Beruf des Profifußballers?
Die Atmosphäre im Stadion. Es muss einfach ein unglaubliches Gefühl sein, in das Stadion einzulaufen und wenn die Fans dann den eigenen Namen rufen... Ich glaube, dann hat sich alles gelohnt, was man auf dem Weg dorthin auf sich genommen hat.

Die Schule und das Abi stehen an erster Stelle

Wenn der Weg nicht klappt, hast du einen Plan B und achtet auch der VfL Wolfsburg auf die alternative Ausbildung?
Die Schule steht momentan auf jeden Fall mit im Vordergrund. Ich werde im Mai die Abiklausuren schreiben, dann habe ich den Abschluss schon einmal in der Tasche. Danach konzentriere ich mich erst einmal auf den VfL, denn ich habe ja nun für zwei Jahre unterschrieben und will mich durchsetzen. Vielleicht kann ich nebenbei noch ein Fernstudium anfangen, das wird sich aber zeigen, wie ich mit der Belastung zurechtkomme.

Beschreib doch bitte einmal einen typischen Tag, damit wir uns vorstellen können, wie beides unter einen Hut zu bringen ist.
Ich habe drei Tage pro Woche bis 16 Uhr Schule, fahre von dort direkt zum Training, wo wir um 16.30 Uhr umgezogen auf dem Platz stehen müssen. An den beiden kürzeren Schultagen gehe ich vor dem Training noch in den Kraftraum. Ich bin dann meistens so gegen 19 Uhr wieder Zuhause, wo noch die Schulaufgaben zu erledigen sind.

Abi-Partys? Nein. Eine Freundin? Aber ja!

Was ist mit den ganzen Abi-Partys, die du vermutlich verpasst?
Mir ist klar, dass ich auf einige Partys verzichten muss. Wenn ich die alle mitnehme, werde ich es sehr wahrscheinlich nicht packen. Ich habe aber den Traum, Fußballprofi zu sein und dem ordne ich das Feiern unter.

Zweite Ablenkung, Thema Frauen. Hast du Groupies im Jahrgang?
Ich habe momentan eine Freundin, von daher ist das das Thema eher uninteressant für mich.

Geld spielt im Fußball eine große Rolle

Du hast vorhin schon über deine Motivation gesprochen, aber das Geld spielt doch auch eine Rolle, oder?
Na klar, damit beschäftige ich mich auch. Man darf bei den Diskussionen über Spielergehälter aber auch nie vergessen, dass so eine Karriere schnell vorbeisein kann, wenn man sich schwer verletzt. Abgesehen davon sind es nur zehn, vielleicht zwölf Jahre, in denen man überdurchschnittlich bezahlt wird. Da muss man natürlich auch aufpassen und nicht zu verschwenderisch mit dem Geld umgehen, denn der anschließende Beruf wird vermutlich nicht in der gleichen Gehaltsklasse sein.

Hast du einen Berater?
Ja, das ist auch eine große Hilfe für mich, gerade wenn es so wie kürzlich um Vertragsverhandlungen geht.

Kennt Felix Magath dich persönlich?
Ich denke schon, ich habe ja schon ein paar Mal mittrainiert...

Also, wenn du ihm auf dem Vereinsgelände begegnest, dann spricht er mit dir?
Ich hoffe es...

Felix Magath hat ja aktuell auch noch ein paar weitere Spielernamen, die er lernen muss. Ist das demotivierend, wenn so viele Neuzugänge kommen, die auf Grund der Ablösesumme vermutlich erst einmal vor dir stehen?
Für mich gilt das gleiche, wie für jeden anderen jungen Spieler. Ich trainiere, zeige Leistung und versuche mich jeden Tag zu verbessern. Ich hoffe natürlich auch einmal eingesetzt zu werden.

Wenn alles optimal läuft, wo sehen wir dich in zwei Jahren?
Ich bin ja schon seit 2004 in Wolfsburg und hoffe, dass ich dann auch im Profibereich für den VfL auflaufen darf.

Ich dachte jetzt, du sagst Barcelona...
Nein: wenn schon Spanien, dann auf jeden Fall Real Madrid!

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