Aya Jaff Programmierer
Als Frau in der IT-Branche? Kein Problem - Aya Jaff zeigt, wie es geht | Foto: Privat

06.01.2016

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Früher hatten Informatikstudenten den Ruf Nerds zu sein: Stundenlang säßen sie vor ihren Rechnern, hätten Nickelbrillen auf und außerhalb der virtuellen Welt keine Freund ... mehr »

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02. Sep 2016

Christina Scholten

Promis

Aya Jaff: Schön nerdig

Die 20-Jährige startet als IT-Expertin durch

Selbst ist die Frau

Wer kann schon von sich behaupten, als Programmiererin auf ein Magazin-Cover gekommen zu sein? Aya Jaff! Das deutsche Technik-Magazin "t3n" hat die Studentin aus Nürnberg prompt auf ihr Cover geholt, als es darum ging, die wichtigsten digitalen Pioniere unter 20 Jahren vorzustellen. Natürlich war Aya mit dabei. "Das war schon immer mein absolutes Lieblingsmagazin. Die haben mein Instagram-Account gesehen und meinten: Wir finden das, was du machst, cool – komm doch aufs Cover." 

Erfolgsgeschichten wie diese kann sie viele erzählen, von Anfang an. "Als ich 15 war, wollte ich eine Stundenplan-App coden. Mit dem Projekt habe ich einen Wettbewerb bei Telefonica gewonnen mit einem Preisgeld von 400 Euro." Für das Geld, sagt sie lachend, habe sie aber leider keinen Programmierer gefunden, denn die kosten ungefähr 20 Mal so viel. "Dann habe ich darüber nachgedacht, warum so wenige programmieren können – und wie geil es wäre, wenn ich das selbst könnte!" Weil es an ihrer Schule keinen Informatik-Unterricht gab, hat sie Leute gesucht, die Aya Jaff t3nihr das Programmieren beibringen konnten. "So sind dann Programmierclubs entstanden, die ich betreut habe." Schließlich habe sie andere Jugendliche kennengelernt, die selbst ein Start-up gründen wollten – denen schloss sie sich an und wurde noch als Schülerin CTO bei "Tradity", einem der inzwischen größten Börsenplanspiele Deutschlands.

"Manchmal waren es schon volle Tage. Aber es kam mir nicht vor wie Arbeit, weil ich das ja aus Interesse gestartet habe. Außerdem habe ich wirklich viele Freunde gefunden", sagt sie. Den Grundstein für ihre Leidenschaft zur Computertechnik habe ihr Papa gelegt. "Er hat damals einen neuen Computer gekauft und wollte, dass ich lerne, wie man ihn einrichtet." Geboren ist Aya übrigens im Irak – ihre Eltern sind mit ihr nach Deutschland gezogen, als sie noch klein war.

Läuft bei Aya

Inzwischen studiert sie jetzt schon im dritten Semester Wirtschaftsinformatik an der Uni Nürnberg. Weil es ja aber Aya Jaff ist, über die hier die Rede ist, ist das natürlich nicht das Einzige, was sie im letzten Jahr gemacht hat. Zwischendurch war sie Stipendiatin der "Draper Universtity", einer Tech-Uni im Silicon Valley. "In einem E-Mail-Verteiler habe ich das Stipendium für das Programm 'Women who code' gesehen. Normalerweise kostet der Aufenthalt an der Draper University 10.000 Euro, ohne das Stipendium hätte ich es mir gar nicht leisten können. Dann habe ich mich dort einfach beworben." Und sie ist genommen worden, als einzige Deutsche. Sieben Wochen lang war sie in den USA, hat zusammen mit anderen die Luft des größten Tech-Think-Tanks der Welt geschnuppert. 

In San Francisco wartete auch schon der nächste Coup: Nachdem sie einen Vortrag gehalten hat, kam der Chef des amerikanischen Unternehmens "Hyperloop" auf sie zu und bot ihr einen Job an. So hat sie neben dem Studium noch für ein Jahr an einem Projekt für neue Transport-Technologien gearbeitet.

Läuft also bei Aya Jaff – die bei allem aber ganz entspannt bleibt. "Natürlich ist das schon cool, aber in der Uni weiß niemand darüber Bescheid und meine Freunde behandeln mich auch genauso wie vorher." Nun will sie erst einmal das Studienfach wechseln. "Ich habe gemerkt, dass ich eher diejenige bin, die Konzepte ausarbeitet und Business-Pläne entwirft, als Hardcore zu programmieren." Deshalb geht es jetzt in die Wirtschaftswissenschaften. Was sie danach machen will, weiß sie selbst noch nicht ganz genau. Aber wenn alles weiter läuft wie bisher, ist eines ziemlich sicher: Sie macht was Großes daraus.

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Deine Meinung:

Veröffentlicht am 16. Sep 2016 um 16:17 Uhr von Jörg C.
Der Artikel widerspricht sich doch selbst? Die junge Dame profiliert sich als IT-Expertin mit frühen "Erfolgsgeschichten" beim Programmieren und gleichzeitig merkt sie, dass Programmieren nicht das richtige für sie ist und will deshalb ins Management wechseln? Hört sich nach gescheitertem Studium an und der Konsequenz aus der Not den Studiengang wechseln zu müssen eine Tugend zu machen....