Die Orsons Whats Goes
Die Orsons geben mit dem neuen Album ordentlich Gas | Foto: Nico Wöhrle
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26. Mai 2015

Christina Scholten

Musik

What's goes bei den Orsons?

Das neue Album des Quartetts im Track-Check

What's goes:

UNICUM: Beschreibt mal, was ihr Deutschrap gebt, das er vorher noch nicht hatte?
Tua: Wir geben Deutschrap eine neue Facette. Das, was wir sagen, sagt sonst keiner und so wie wir klingt sonst keiner.

PAPA WILLI UND DER ZEITGEIST:

Mit dem letzten Album wart ihr erfolgreich, jetzt kommt eine neue Major-Label-Platte, ihr wart die Vorband von Herbert Grönemeyer und auf fast jedem Festival – ihr könnt Mainstream also doch ganz gut, oder?
Maeckes: Wir sind, wie der Song schon sagt, merkwürdige Tänzer. Aber falls die merkwürdige Tanzart so krass im Spotlight steht, dass alle anderen auch so merkwürdig tanzen, der Mainstream eines Tages so tanzt, wie wir tanzen – dann können wir Mainstream ganz gut.



LASS UNS CHILLEN:

Es passiert ja gerade viel Schlimmes auf der Welt – und damit einher geht oft das Gefühl der Ohnmacht. Seid ihr eher resignativ oder überkommt euch manchmal ein: "Wir müssen etwas dagegen unternehmen"?
Maeckes: Das gibt sich immer wieder die Hand. Wenn das eine zu anstrengend ist, resigniert man, und in der Resignation fühlt man sich dann dumm und schlecht und will wieder was tun. Das ist ein ewiges Hin und Her.

Tua: In dem Lied thematisieren wir genau dieses Problem. Das ist aber nicht unsere Art, so resignativ darüber zu denken. Wir sind zwar nicht Professor Dr. Weltverbesserer, aber wir versuchen schon, alle unseren Teil dazu beizutragen, dass es besser wird. Maeckes arbeitet mit Viva Con Agua zusammen, ich mit der Tierschutzorganisation Peta.

SUNRISE 555AM:

Was ist die beste Methode, um sich dessen bewusst zu werden?
Kaas: Dieses Lied hören und ernsthaft und mit vollem Bewusstsein mitgehen. Und wenn man jeden Morgen aufsteht und dankbar ist, ist das auch schon eine meditative Übung. So ist das auf jeden Fall bei mir. Ich habe einen schöneren Tag, wenn ich mir morgens alle Sachen bewusst mache, für die ich dankbar sein kann.

Grün:

Wolltet ihr, als ihr jünger wart, unbedingt raus?
Maeckes: Das ist ja etwas sehr Pubertäres, dass man allem entfliehen und seine eigenen Schritte machen möchte. Rückwirkend ist dann aber vieles doch besser gewesen, als man das in seinem rebellischen Anderssein-Wollen wahrnimmt. Alle finden später kollektiv die Schulzeit super und man erinnert sich daran zurück, wie Erwachsene zu einem gesagt haben: "Das ist die beste Zeit deines Lebens." Und man dachte: "Fick dich, das ist meganervig!" Dann merkst du, was danach Nerviges kommt. Im Verhältnis dazu ist das Frühere doch wieder gut.

ABSCHIEDSPARTY:

Was ist die beste Abschiedsparty-Story, die ihr erzählen könnt?
Maeckes: Auf der letzten Tour wurde am letzten Abend Tua der Laptop geklaut, auf dem die Arbeit an unserem neuen Album drauf war. Vorher waren wir alle total ausgelaugt von den letzten Wochen, jeder wollte nur nach Hause und wir konnten uns nicht mehr sehen. Dann kam der Aufruhr um den PC – den wir unter einigen Umständen zurückbekommen konnten. Danach saßen wir in einer Penner-Kneipe, Tua musste seine Hand mit Eis kühlen, Kaas hat Milch getrunken und wir haben uns total weggesoffen – und lagen uns alle in den Armen. Wir waren auf einmal so dankbar, nicht nur für den Laptop, sondern für alles. Das war schön.

FEUERROT:

Euch auch, trotz des Erfolgs?
Bartek: Mal so, mal so. Es gibt durchaus Zeiten, in denen ich einfach im Jetzt lebe und es nur das gibt. Manchmal vergesse ich es aber auch – dann habe ich Zukunftsängste. Ich schätze, dass es vielen Menschen so geht.

DAS ÖL:

Was geht mit euch und Gabba?
Tua: Das ist Hardstyle. Wir haben mal eine niederländische Doku darüber gesehen und die halbe Nacht dazu durchgetanzt. Wir hassen den Song selbst ein bisschen, lieben ihn aber auch! Wir haben ihn produziert, um auf der Bühne eine Choreographie zu dem Song zu tanzen und weil wir gerne mit so einer recht blödsinnigen Energie aus dem Album rausgehen wollten.

SALAMIFUNGHIZWIEBELPARTYPIZZA:

Warum beschäftigt euch jetzt schon das Thema "Tod"?
Kaas: Ich hatte ein bisschen Drama im Familienumfeld. Als ich dann mal gekifft hatte und über den Tod nachgedacht, habe ich festgestellt, dass ich echt Angst davor habe. Vorher dachte ich immer, dass mich das nicht juckt. Aber einmal in den Gedanken hineingesteigert, war das schon krass. Es ist ein faszinierendes Aufgäbchen, das da auf uns zukommt. Und ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Denn jeder Mensch, den du kennst, wird sterben. Genau wie du selbst.


UNICUM Musik-Tipp

"What's Goes" ist bereits das vierte Album von Tua, Bartek, Maeckes und Kaas und erschien am 20.03. bei Vertigo Berlin (Universal Music).

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