Luca Hänni im Interview
Luca Hänni über seine Zukunftspläne | Foto: LUCA Music GmbH Schmid / Raffael Dickreuter
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12. Okt 2010

Barbara Kotzulla

Musik

UNICUM Abi trifft: Luca Hänni

-ARCHIV-

Der "DSDS"-Gewinner ganz privat

"Ich wusste: Das ist nicht mein Traum"

UNICUM: Du fährst von Konzert zu Konzert, von Interview zu Fotoshooting.  Hast du seit DSDS eine freie Minute?
Luca Hänni: Klar, du hast schon Recht, ich muss mir meine Zeit einteilen, aber ich habe immer wieder ein paar Tage frei, an denen ich dann Zuhause und für mich bin. Das erfordert Planung. Ich muss all meine Freunden sagen:  Ich melde mich, wenn ich da bin und dann erst können wir etwas unternehmen.

Hattest du vorher erwartet, dass das Leben als Superstar so anstrengend werden würde?
Man wurde darauf ein wenig während "Deutschland sucht den Superstar" vorbereitet. Aber das war mehr ein "So könnte es sein", so richtig vorstellen konnte man es sich damals noch nicht. Dann habe ich gewonnen und bin mit Vollgas in die Sache hineingerutscht. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, man weiß wie alles läuft – aber, dass es so werden würde, habe ich nicht gedacht.

Sehnst du dich ab und zu nach deinem alten Leben?
Ne! (lacht) Damals auf der Baustelle in meiner Ausbildung zum Maurer war zwar alles in Ordnung, aber ich wusste immer: Das hier ist nicht mein Traum, das ist nicht mein Wunschjob. Ich wollte Musik machen, aber auf einem anderen Level. Das habe ich nun erreicht und da möchte ich nicht mehr tauschen.

Warum hattest du dich denn damals für die Ausbildung zum Maurer entschieden?
Weil ich einfach gerne handwerklich arbeite und gerne im Freien bin. Die Ausbildung bietet sich da einfach an. Ich habe damals für eine Woche in den Beruf reingeschnuppert, mir hat’s ganz gut gefallen.

Luca spielt Schlagzeug, Klavier und Gitarre

Du bist ziemlich früh mit der Musik in Verbindung gekommen. Ab wann wusstest du: Ich will Sänger werden?
Im Kindergarten hat es bei mir mit Schlagzeugunterricht angefangen, dann kamen Gitarre und Piano, später erst Gesang. Es war mir früh bewusst, dass ich etwas mit Musik machen will. Vielleicht so mit 12 Jahren war bei mir der Gedanke da: Es wäre cool auf der Bühne zu stehen und den Leuten Freude zu bereiten. Ich habe auf einigen Wegen versucht bekannt zu werden. Bis dann der Gedanke kam: Probier’s doch mal bei so einem Casting – und das hat dann geklappt.

Du spielst Schlagzeug, Klavier, Gitarre. Wie wichtig ist es für dich als Sieger von "Superstar" und ein Instrument zu spielen?
Es ist natürlich cool, wenn man zu dem Singen noch Instrumente spielen kann.  Auch wenn ich nur für mich bin, kann ich Gitarre oder Klavier spielen, wenn ich richtig Gas geben will, setz ich mich ans Schlagzeug. Als Musiker ist es einfach gut, wenn du vieles kannst. Ich habe auch früher probiert, selbst Songs zu schreiben – etwas eigenständig zu komponieren ist sicherlich das nächste Ziel.

Du hast ziemlich früh mit dem Schlagzeug begonnen. Das hast du mit Justin Bieber gemein, mit dem du ständig verglichen wirst. Nervt das nicht langsam?
Nein, den Vergleich finde ich gar nicht nervig. (lacht) Ich geh damit ganz locker um.

Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?
Da wäre Justin Bieber natürlich schon cool! Ich habe mal ein Konzert von dem gesehen und was der live abzieht, das ist echt wahnsinnig. Mit ihm einmal auf der Bühne zu stehen, das wäre echt der Hammer.

Eigene Kinder sind nicht ausgeschlossen

Wie stellst du dir dein Leben in zehn Jahren vor?
Natürlich will ich in zehn Jahren noch Musik machen, das kann ich schon einmal sagen. Musik ist einfach alles für mich. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich dann noch voll erfolgreich bin, aber ich hoffe es.

Und sonst? Eigenheim und sechs Kinder?
Ja, eine Wohnung wird es dann sicherlich werden. Und Kinder? Hmmm, Kinder sind nicht ausgeschlossen, aber in fünf Jahren bestimmt noch nicht. Da habe ich noch ein bisschen Zeit.

Hätten eigentlich damals in der Schule oder in deiner Heimatstadt die Leute gedacht: Ja, aus dem Luca wird mal ein berühmter Sänger?
Mein Lehrer hat immer gesagt: "Luca, du hast eine gute Stimme, bist musikalisch – mach was draus!" Er hat mir auch die Möglichkeit gegeben, zum Beispiel auf dem Schulabschluss zu spielen, und war immer davon überzeugt, dass es etwas werden könnte.

Wie war deine Schulzeit? Warst du auch damals schon so beliebt?
Ob ich beliebt war? (lacht) Naja, ich sag mal so: Die Leute waren schon überrascht, als ich beim Schulabschluss gesungen habe. Die meisten wussten zu dem Zeitpunkt gar nicht, dass ich Musik mache. Vorher auch? Ich hab zwar versucht, kleinere Auftritte zu bekommen, z.B. bei Geburtstagen oder bei Konfirmationen, aber so viele Möglichkeiten gab es da auch nicht.

Würde der Sänger aus der Schweiz wegziehen?

Was haben deine Eltern gesagt, als es hieß: Ich mach bei DSDS mit?
Meine Eltern waren anfangs schon ein wenig skeptisch, deswegen habe ich mit meinem Betrieb vereinbart, dass ich jederzeit wieder in die Ausbildung zurückkehren kann. Es gab während "DSDS" also schon einen Plan B. Das ging bis zum Finale so, als ich dann gewonnen habe, war aber klar: ich widme mich jetzt komplett der Musik.

Haben deine Eltern dir Tipps auf den Weg mitgegeben?
Meine Mutter hat während der Mottoshows bei "Superstar" immer gesagt: "Sei nicht traurig, wenn du rausfliegst, alles wird gut." Sie hat eigentlich auch jedes Mal damit gerechnet und mir deswegen gut zugesprochen. Aber dann kam ich bis ins Finale. Meine Eltern sind jetzt natürlich sehr stolz auf mich.

Könntest du dir vorstellen für deine Karriere aus der Schweiz zu ziehen? Vielleicht sogar weiter weg z.B. nach Los Angeles?
Wenn ich das Angebot bekommen würde, in eine so große und aufregende Stadt zu ziehen: ich würde wahrscheinlich nicht lange zögern.

Was ist dein Lebensmotto?
Ganz einfach: "Du kannst alles erreichen, wenn du es wirklich willst."


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